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Fahren & Tanken

„Dürft´ ich´s bitte noch mal hören?“ – So wurden wir im Laufe des Tests unzählige Male dazu aufgefordert, dem Jaguar die Sporen zu geben. Nicht grundlos, denn was der XK aus seiner doppelflutigen Abgasanlage herausposaunt, lässt sich schwer in Worte fassen.

Vom tiefen Blubbern im Leerlauf, am ehesten noch mit dem Motorengeräusch eines schweren Bösch-Bootes am Wörthersee zu vergleichen, bis hin zum fauchenden Tremolo bei Volllast beherrscht der überarbeitete 4,2 Liter V8 nahezu jede Tonart.

Eine diffizile Klappenmimik im Abgastrakt und Akustikkoppler im Innenraum versorgen sowohl den Fahrer als auch die Welt außerhalb des Epizentrums mit den erotischsten Klängen des Automobilbaus.

Eine Spitzenleistung von 298 PS / 219 kW und das maximale Drehmoment von 411 Nm bei 4.100 U/min sorgen für Fahrleistungen, die als durchaus standesgemäß bezeichnet werden dürfen. In 6,3 Sekunden ist der Standardsprint durcheilt, die Höchstgeschwindigkeit liegt selbstverständlich bei abgeregelten 250 km/h.

Die Kraft wird durch ein perfekt abgestuftes 6-Gang-Automatikgetriebe an die Hinterräder weitergereicht. Extrem kurze Schaltzeiten - die Jaguar mit denen von BMW´s SMG-Getriebe vergleicht- und nicht spürbare Gangwechsel zeichnen dieses Getriebe aus.

Die Schaltpaddel am Lenkrad werden Dank des Sportprogramms eher arbeitslos bleiben. Lediglich das manuelle Zurückschalten dürfte öfter Verwendung finden, da die Motorelektronik für den Schaltvorgang einen herzhaften Stoß Zwischengas gibt.

Während der Jaguar im Standardschaltprogramm eher gelassen auf Befehle des Gaspedals reagiert und meist im Bereich von 1.200 U/min herumcruised, entfesselt das Sportprogramm das ganze Potenzial des Antriebs: Wild eifernd werden sämtliche Wünsche des Fahrers umgehend in beeindruckenden Vortrieb umgesetzt, die Drehzahl fällt selten unter 3.000 U/min und sogar die Motorbremse kommt im Schubbetrieb spürbar zum Einsatz. Perfekt!

Das elektronische Fahrwerk (CATS) stellt einen Verbund aus höchstem Komfort und gleichzeitig unglaublicher Performance dar. Im normalen Betrieb werden selbst übelste Rumpelpisten elegant glattgebügelt. Kein Poltern oder Stuckern zerrt an den Nerven des Piloten. Wird der XK hingegen gefordert, stellen sich die Dämpfer in Sekundenbruchteilen auf hart und ermöglichen auf diese Art ein bis in den Grenzbereich neutrales Fahrverhalten bei gleichzeitig kaum wahrnehmbaren Karosseriebewegungen.

Man darf jedoch nicht vergessen, dass man sich in einem (für diese Klasse immer noch federleichten!) 1.735 Kilogramm Brocken befindet und nicht, wie es das Fahrverhalten suggerieren will, in einem Porsche Carrera. Masse drängt nun einmal nach Außen und nicht jede Kurve lässt sich beliebig schnell durchfahren. Sollten wir uns also doch einmal überschätzt haben: Das serienmäßige ESP fängt uns rigide, aber verlässlich wieder ein.

Wer nach soviel Lob nun Kritik erwartet, wird enttäuscht, denn auch der Verbrauch lag mit 13,5 Litern durchaus im vertretbaren Rahmen. Ganz sparsame Naturen zaubern bei Bedarf auch eine zwölf vor das Komma, Rennfahrer müssen hingegen mit Werten um die 16 Liter rechnen. Und mit einer Enteignung – wegen nicht artgerechter Haltung eines Jaguars.

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