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Chevrolet Epica 2.0 Diesel Automatik - im Test

Fahren & Tanken

Eine der ersten Fragen an den Chevrolet-Fahrer ist unweigerlich „Was braucht er?“ – zweifellos auch ein Überbleibsel aus fernen V8-Tagen. Da bietet der Epica einen zusätzlichen Bonus: Man fährt Chevy, tankt aber trotzdem nur Diesel. Dazu später mehr!

Der Motor mit seinen 150 PS Leistung und 320 Nm Drehmoment hat mit dem 1,6 Tonnen schweren Wagen grundsätzlich leichtes Spiel, die Automatik liefert dazu eine gut abgestimmte Ergänzung. Im Handschalt-Modus lässt sich das Getriebe mitunter zweimal bitten, aber die Gangwechsel selbst passieren rasch und ruckfrei. Generell wird man die komfortable Automatik ihren Job machen lassen.

„Grundsätzlich leichtes Spiel“ – aber ein großes Manko gibt es am Antrieb des Epica zu bekritteln. Der Motor hat eine spürbare Durchzugsschwäche aus den unteren Drehzahlen heraus. Im Alltagsbetrieb bedeutet das: Mehr Gasgeben, als man eigentlich möchte, und deshalb wohl auch mehr Tanken, als man eigentlich müsste.

Beim Kaltstart – und es wird ja bekanntlich jetzt immer kälter – zeigt sich der Turbodiesel-Vierzylinder beinahe gelähmt: Unterhalb einer brauchbaren Betriebstemperatur bewegt sich das Auto nur unter Aufbietung von rabiatem Vollgas überhaupt vorwärts. All das bei Außentemperaturen unter 10 Grad, aber noch über dem Gefrierpunkt; wie wird da erst ein alpiner Winter dem Epica zusetzen?

Wenn er dann einmal in Schwung gekommen ist, fährt sich der Epica sozusagen „seriös“, und dabei auch angenehm agil. Das Fahrwerk fügt sich in den Gesamteindruck ein, es lässt keine sportlichen Missverständnisse aufkommen, hat im Ernstfall aber doch einige Reserven zu bieten. Auch bei höheren Kurvengeschwindigkeiten hält sich die Seitenneigung in Grenzen. Die Antriebsräder singen hin und wieder ein kleines Lied von der Suche nach Grip, bevor die Traktionskontrolle ihnen den Ruf zur Sache erteilt.

Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 207 km/h veranschlagt, die Beschleunigung von Null auf 100 km/h passiert (außer an kalten Morgen) in 10,1 Sekunden. Autobahnetappen lassen sich dank angenehmer Dämpfung komfortabel absolvieren, das Geräuschniveau im Innenraum bleibt dezent.

An der Zapfsäule gibt es trotz Automatik keine bösen Überraschungen. Chevrolet stellt einen Durchschnittsverbrauch von 7,6 Litern Diesel auf 100 Kilometer in Aussicht; bei durchschnittlicher Fahrweise haben wir einen knappen Liter drauflegen müssen. Das ist immer noch verschmerzbar.

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