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Audi TTS DSG - im Test

Fahren & Tanken

Keine Frage, wo bereits der „normale“ TT jedem Griesgram die Mundwinkel bis weit über die Ohren ziehen kann, beherrscht der TTS dieses Kunststück in Perfektion.

Der 2 Liter Turbobenziner mit Direkteinspritzung macht das leichte Coupé mit seinen 272 PS und 350 NM Drehmoment, die von 2.500 – 5.000 U/min permanent zur Verfügung stehen, zu einer gut kontrollierbaren Kanonenkugel.

Bereits knapp über Leerlaufdrehzahl entwickelt das Aggregat dumpf grollend virtuosen Schub. Ein Turboloch ist niemals zu spüren - absolut spontan, ja beinahe synthetisch wirkend gierig wird die Kraft bis knapp über 7.000 U/min freudvoll auf die Kurbelwelle gestemmt.

Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe S-tronic erledigt seine Aufgabe nahe an der Perfektion: Virtuos schnelle Schaltvorgänge, begleitet von frechem Auspuffrotzen, ermöglichen Beschleunigungsorgien ohne Zugkraftunterbrechung. Lediglich im Kriechmodus beim Einparken erlaubte es sich bisweilen den einen oder anderen leichten Ruckler.

Das optional zuschaltbare Sportprogramm der Automatik verkürzt die Schaltzeiten noch etwas weiter und nutzt das breite Drehzahlband des Motors ambitionierter aus.

Manuelle Eingriffe sind selbstverständlich über Paddles am Lenkrad oder direkt am Schalthebel möglich. Durch die verzögerungsfreie Reaktion auf Schaltbefehle verwendet man diese Möglichkeit öfter als gedacht. Es macht einfach Laune, mühelos durch die Gänge zu surfen und dabei dem Schnaufen des Turbos zuzuhören.

Klar auf der sportlichen Seite ist das serienmäßig, adaptive Magentic-Ride-Fahrwerk angesiedelt. Bereits in der Grundstellung liefert die Abstimmung jederzeit mehr als genügend Rückmeldung von der Fahrbahn, entschädigt dafür durch kaum fühlbare Karosserieneigung und messerscharfe Reaktionen auf die Befehle der perfekt gelungenen Servotronic.

Im manuell auswählbaren Sportmodus spannen sich die Sehnen des TTS noch weiter und reduzieren die Wankneigung auf Null. Wer in engen Kurven allzu forsch aufs Gas steigt, wird mit kontrollierten Heckschwenks belohnt, die allerdings gleich wieder vom (abschaltbaren) ESP eingefangen werden.

Geübte Fahrer können mit dem elektronisch gesteuerten Haldex-Allrad jedoch wunderschöne Drifts auf den Asphalt brennen, die sonst nur mit Heckantrieb möglich wären. Bis zum Grenzbereich ist der TTS kinderleicht beherrschbar und absolut neutral ausgelegt. Dank Quattro ist selbstverständlich auch die Traktion auf rutschigen Straßen perfekt.

Mit der 17“-Bremsanlage ist der Audi mit beinahe übertriebener Bremsleistung ausgerüstet. Selbst aus deutschen Autobahntempi verzögern die riesigen Scheiben das Coupé mit einer Selbstverständlichkeit, wie man sie ansonsten nur von Porsche-Anlagen gewohnt war.

Dass soviel Fahrfreude nicht unbedingt auch einen maßlosen Verbrauch mit sich bringen muss, beweist der Vierzylinder mit seinen asketischen Trinksitten: Ein Testverbrauch von lediglich 9,0 Litern über hundert forsch gefahrene Kilometer spricht bereits eine deutliche Sprache. Wer lieber Ö1 als Energy hört, kommt auch ohne Kasteiung auf Werte unter acht Liter. Das ist also der wahre Vorsprung durch Technik.

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