Autowelt

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

Hohes C

Nach fünf Jahren hat Ford die zweite Generation seines Kompaktvan C-Max geliftet. Wir testen den 1,5 Liter Turbo-Benziner mit 182 PS und Automatik.

Text: Tanja Pitzer; Fotos: Bernhard Reichel

Ford hat seinen C-Max nicht nur innen und außen, sondern auch technisch überarbeitet. Außerdem steht ihm eine ganze Palette neuer Motoren zur Verfügung.

So macht der kompakte Van seinen Konkurrenten wie Renault Scenic, Kia Carens, BMW 2er Active Tourer oder VW Golf Sportsvan auch in Zukunft das Leben schwer.

Auch der C-Max erhält nun das neue, von Aston Martin inspirierte, Ford-Gesicht und damit auch den großen Trapez-Kühlergrill. Die Frontleuchten werden leicht gestreckt und die Heckleuchten wurden mit einer zusätzlichen Kante schmäler. Zusammen mit dem aufgeräumten Interieur macht er insgesamt einen frischen und sehr hochwertigen Eindruck.

Die Mittelkonsole wurde weiter entrümpelt und übersichtlicher gestaltet. Dennoch findet man für alles Nötige einzelne Knöpfe, deren Anordnung intuitiv ist. Untergeordnete Funktionen werden über den 8-Zoll-Touchscreen gesteuert - der allerdings kräftig-präzise bedient werden will.

Der 4,38 m lange C-Max ist auch als Grand C-Max zu haben. Dieser unterscheidet sich durch 14 cm mehr Außenlänge, Schiebetüren hinten und gegen Aufpreis eine dritte Sitzreihe und damit Platz für sieben Personen oder reichlich Gepäck.

Aber bereits der 5-sitzige C-Max bietet 520 bis 1.867 Liter Kofferraumvolumen und damit viel Platz für die ganze Familie. Nebenbei hat sich Ford ganz auf ihre Zielgruppe eingestellt und verschiedenste Ablagemöglichkeiten für Kleinkram eingebaut.

Immer im Blick hat man seinen Nachwuchs auf der Rückbank durch den am Brillenfach angebrachten Innenraumspiegel.

Auch wer den größerem Nachwuchs den Autoschlüssel überlässt, muss dank “MyKey”-System nicht zu Hause zittern. Mit diesem System lässt sich in einem eigenen Schlüssel eine maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit einprogrammieren.

Außerdem kann man die Deaktivierung von ESP oder Traktionskontrolle untersagen, sowie für das Radio eine maximal einstellbare Lautstärke definieren.

Die Antriebspalette wurde komplett überarbeitet und umfasst nun fünf Benziner mit einer Leistung von 85 PS bis 182 PS und fünf Diesel von 95 PS bis 170 PS.

Wir wählten den 1,5 Liter großen Vierzylinder-EcoBoost in seiner mit 182 PS stärksten Version, als solcher ist er ausschließlich mit Sechsgang-Automatik (Doppelkupplung) und in Topausstattung ("Titanium") erhältlich.

Der C-Max ist aber nicht nur eine Familienkutsche, sondern auch ein Sportsfreund. Das merkt man nicht nur am dynamischen Aussehen, sondern auch am straff abgestimmten Fahrwerk. Auf langen Reisen muss man das mögen.

Die Haben-Seite: Der C-Max fühlt sich trotz bauartbedingt höherem Schwerpunkt nicht schwammig an, er wankt nicht und man kommt zügig durch jede Kurve.

Mit 240 Nm maximalem Drehmoment von 0 auf 100 in 9,2 Sekunden zu beschleunigen, bedeutet ordentlichen Fahrspaß. Gibt man beim Wegfahren kräftig Gas, hat die Elektronik ordentlich mit durchdrehenden Vorderräder zu kämpfen.

Auch unser Testverbrauch ist mit 7,9 Litern für ein Auto dieser Größe und Leistung definitiv akzeptabel. Dank solider Geräuschdämmung wird der C-Max zum angenehm leisen Reisebegleiter.

Serienmäßig mit an Bord ist neben Start-Stopp-Funktion auch eine Fernbedienung am Lenkrad, eine verstellbare Lenksäule, MyKey-Schlüsselsystem und ein City-Notbremsassistent, der nun statt bis 30 km/h sogar bis 50 km/h aktiv ist.

Preislich ist der C-Max ab 19.450 Euro mit einem 85 PS starken 1,6-Liter-Saugbenziner zu haben. Für den Einstieg deutlich empfehlenswerter ist allerdings der Einliter-Dreizylinder-Turbo mit 100 PS um 20.800 Euro.

Unser Testwagen mit stärkstem Benzinmotor und Topausstattung findet sich naturgemäß am anderen Ende der Preispalette. 30.150 Euro sind im Konkurrenzvergleich allerdings ein guter Wert.

Mit der „Titanium“-Ausstattung erhält man sozusagen ein "Rundum-sorglos-Paket". Unter anderem inklusive Klimaautomatik, Audiosystem (mit Freisprecheinrichtung, 8-Zoll-Touchscreen, Sprachsteuerung und Notruf-Assistent), LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer, Alufelgen, Regen- und Lichtsensor.

Ein spannendes Extra ist die sensorgesteuerte Heckklappe. Kombiniert mit dem KeyFree-System kann man für 900 Euro durch einen kurzen Kick mit dem Fuß unter das Auto die elektrische Heckklappe zum Öffnen motivieren.

Ein Navigationssystem kostet für den "Titanium" nur 600 Euro. Als weiteres nützliches Extra empfiehlt sich das Winter-Paket 2 um 450 Euro, bei dem Vordersitze, Lenkrad, Frontscheibe und Scheibenwaschdüsen beheizbar sind.

Das KeyFree-System (schlüsselloser Zugang) ist für 350 Euro zu haben. Auch ein adaptiven Tempomat ist erhältlich - um 1.100 Euro.

Plus
+ großzügiges Raumangebot
+ zahlreiche Ablagen
+ kraftvoll-sparsamer Antrieb
+ fairer Kaufpreis
+ fesches Äußeres

Minus
- Touchscreen verlangt kräftigen Touch

Resümee
Dass kompakte Vans langweilig aussehen und sich auch so fahren, ist längst Vergangenheit. Vor allem der Ford C-Max zeigt mit feschem Auftritt, straffem Fahrwerk, viel Platz und cleveren Lösungen, wie zeitgemäß diese Fahrzeuggattung sein kann. Mit 182 PS ist er sportlich und trotzdem sparsam.

Weitere Testdetails:

Preise, Ausstattung und Technik

+ KFZ-Versicherung berechnen

+ Produktinformation Zurich Connect

Ähnliche Themen:

Weitere Artikel

Eine kleine, grüne Britin feiert Silber-Jubiläum

Lotus-Jubiläum: Die Elise wird 25

Der Lotus "Elise" wird 25 Jahre alt - Silber-Jubiläum für ein kleines grünes Auto. Im September 1995 kommt es zur Welt und wird bald zur automobilen Ikone.

Renault und Alonso holten 2006 zuletzt gemeinsam den Titel

Alpine: Warum Alonso der richtige Fahrer ist

Renault-Konzernchef Luca de Meo erklärt, warum Alonso der richtige Fahrer für das neue Alpine-Kapitel des Rennstalls ist - Warum er gegen einen Formel-1-Ausstieg war.

Wenn eine absolute Automobil-Ikone wie der Land Rover Defender in den Ruhestand geht, dann hat es der Nachfolger schwer. Wobei der ja gar nicht nachfolgen soll. Oder doch?

Der Adam R2-Nachfolger tritt in große Fußstapfen

Das ist der neue Opel Corsa Rally4

Opel konnte mit dem Adam R2 insgesamt vier Rallye-Junior-Europameistertitel in Folge, 220 Klassensiege und über 530 Podestplätze sowie 32 Titel in nationalen Championaten einfahren. Nun bekommt der erfolgreiche Zwerg einen Nachfolger: den Opel Corsa Rally4.