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Kia Picanto 1.0 T-GDI X-Line - im Test Kia Picanto X-Line 2018

Flotter Winzling

Auch mit Kleinstwagen kann man eine Menge Fahrspaß haben. Etwa mit dem Kia Picanto als 100 PS starken 1.0 T-GDI X-Line im Crossover-Look.

Text: Rudolf Huber/mid; Fotos: Rudolf Huber (4), Kia (6)

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Moderne Kleinstwagen sind längst keine rollenden Verzichtserklärungen mehr. Wer bereit ist, ein bisschen mehr für seinen Stadt-Flitzer auszugeben, kann durchaus auch eine Menge Fahrspaß und Komfort haben. So wie beim kleinsten Kia, dem Picanto, mit der Spitzen-Motorisierung namens 1.0 T-GDI.

Das Format des kleinen Asiaten ist absolut stadttauglich, mit seinen 3,67 Meter Länge und 1,63 Meter Breite macht er das Durchkommen leicht und entwickelt sich geradezu zur Parkplatz-Finde-Maschine: Wenn der Picanto nicht mehr in eine Lücke passt, schafft das auch kein anderer Fünftürer.

Und Fünfsitzer - denn auch wenn das Wohlfühl-Klima nur bei Zweier-Besetzung im Fond wirklich stimmt, können auf kurzen Strecken hinten durchaus auch mal drei Passagiere befördert werden. Beim jüngsten Generationensprung hat zudem auch noch der Kofferraum deutlich zugelegt. 255 bis 1.010 Liter sind gute Werte im Kleinstwagen-Segment. Da darf der Einkauf auch mal etwas üppiger ausfallen.

Klar: Design ist immer Geschmackssacke. Aber der Picanto macht es dem Betrachter leicht, ihn zu mögen. Er wirkt von der markentypischen Tigernase im Kleinformat bis zu den deutlich akzentuierten Heckleuchten und dem Sportauspuff mit Doppel-Endrohr sympathisch und kompetent. Und speziell in der leicht höher gelegten Version X-Line, die den angesagten Crossover-Look ins Kleinstsegment bringt, durchaus auch flott und modern. Auch innen haben die Designer für frische Akzente gesorgt, etwa mit bunten Applikationen, die das strenge Einheits-Grau auflockern. Die Materialien und die Verarbeitung geben keinen Anlass zur Kritik.

In der Version X-Line sind beispielsweise so angenehme Zutaten wie Klimaautomatik, Parksensoren hinten, beheizbare Vordersitze und ein heizbares Lenkrad serienmäßig installiert, die beiden letzten Features zeigen eindrucksvoll, wie einst reinen Luxusgefährten vorbehaltene Annehmlichkeiten ruckzuck nach unten demokratisiert werden - zumindest bei Kia.

Ebenfalls serienmäßig ist der autonome Notbremsassistent, als Extras bleiben Metallic-Lackierung (400 Euro), Glasschiebedach (500 Euro) und ein Technikpaket (1.300 Euro). Letzteres ist ziemlich üppig und umfasst Rückfahrkamera, Smart Key-System (schlüsselloser Zugang), Navi mit 7-Zoll-Display, Digitalradio, kabellose Smartphone-Ladestation und Konnektivität samt Spracherkennung via Android Auto oder Apple CarPlay.

Die Bedienung des Kia Picanto ist selbsterklärend, die Menüführung des Multifunktions-Toucscreens gehört zu den besten überhaupt. Sämtliche Tasten und Knöpfe sind da, wo sie hingehören. Und in die Sitze vorne passen auch größer gewachsene Zeitgenossen.

Die Bezeichnung 1.0 T-GDI steht für einen 100 PS starken Einliter-Dreizylinder mit Turbo-Beatmung. Und der hat erwartungsgemäß mit dem rund eine Tonne schweren Picanto keine Probleme. Im Gegenteil: Er macht den kleinen Asiaten ordentlich flott.

Untermalt von einem gut gedämpften Knurren aus dem Motorraum legt das Aggregat los, dank des schon bei 1.500 U/min gebotenen maximalen Drehmoments von immerhin 172 Newtonmetern geht es von unten raus munter voran.

Und wer es wirklich wissen will, kann das Triebwerk locker über 5.000 Touren drehen. Dass das gut schaltbare Getriebe nur fünf Gänge aufweist, fällt nicht negativ auf. Denn der solide Durchzug des Motors sorgt dafür, dass trotz langer Übersetzung in der höchsten Fahrstufe immer genügend Kraft zur Verfügung steht.

Die Fahrleistungen des Picanto erfüllen die Erwartungen, die der Pilot angesichts der Motordaten hegt. In Zahlen: Höchstgeschwindigkeit 180 km/h, 0 bis 100 km/h in 10,1 Sekunden. Das sind natürlich keine Sportwagenwerte, aber für die Kleinstwagenklasse ist das Gebotene wirklich ordentlich.

Vor allem, weil das an die Leistung angepasste Fahrwerk ein angenehmes Gefühl der Souveränität aufkommen lässt. Der Kia Picanto wirkt nie überfordert - weder beim engagierten Kurvenflitzen, noch bei Seitenwind auf der Autobahn.

Kia hat auf dem Prüfstand einen Normverbrauch von 4,7 Liter je 100 Kilometer ermittelt, im realen Testgeschehen meldete der Bordcomputer 5,8 Liter. Weniger wäre durchaus möglich, aber wie schon gesagt: Fahrspaß ist auch bei den Kleinsten zu finden - und es ist sehr verführerisch, die dynamischen Fähigkeiten des Turbobenziners auch einzusetzen.

Als X-Line kostet der 100 PS starke Kia Picanto 18.040 Euro. Nicht wirklich wenig für einen automobilen Zwerg, dessen Prisliste (mit 67 PS und Einstiegs-Ausstattung Neon) bereits bei 10.190 Euro beginnt. dafür gibt es beim Topmodell aber viel bessere Fahrleistungen, einen pfiffigen Crossover-Look und eine richtig feine Ausstattung.

Fünftüriger, fünfsitziger Kleinstwagen im Crossover-Look, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 3.670/1.625/1.500/2.400 mm, Leergewicht 1.026 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.405 kg, Kofferraumvolumen: 255-1.010 l, Wendekreis: 9,40 Meter, Tankinhalt: 35 Liter.
Motor: Dreizylinder-Turbobenziner, Hubraum: 998 ccm, Leistung: 74 kW/100 PS bei 4.500 U/min, max. Drehmoment: 172 Nm bei 1.500-4.000 U/min, Fünfgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h, 0 bis 100 km/h: 10,1 s, Normverbrauch: 4,7 l/100 km, CO2-Ausstoß: 108 g/km, Testverbrauch: 5,8 l.
Österreich-Preis: 18.040 Euro.

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