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25 Jahre Sperrer Motorsports

Manly Tuned Motors

Vor 25 Jahren eröffnete Rallye-Champ Raphael Sperrer seine Tuning-Firma. Dieses Jubiläum feiert er nun mit einer wahren PS-Orgie von MTM.

Fotos: Daniel Fessl

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Einen Tag auf der Spielwiese, wenn man so will. Wenn Raphael Sperrer lädt, dann kommt man natürlich gern. Erstens weil sein Unternehmen „Sperrer Motorsports“ im wunderschönen Schlierbach im Herzen Oberösterreichs liegt und zweitens, weil so ein Besuch immer Spuren hinterlässt. Geistige Spuren.

Der Sperrer ist der Mann fürs Feine und kümmert sich seit 25 Jahren um Autos aller Art. Alte und Neue, Große und Kleine, Schnelle und Schöne – alles findet man bei ihm.

Er war in die Entwicklung des KTM X-Bow eingebunden und vertreibt ihn nunmehr als Händler, und als österreichischer MTM-Generalimporteur macht er die stärksten Modelle des VW-Konzerns noch stärker. Damit die Leut’ sehen, was so möglich ist, ist Roland Mayer, Chef von Motoren Technik Mayer (MTM), persönlich mit den Speerspitzen des Unternehmens von Bayern nach Schlierbach angereist.

Audi RS6R MTM, Audi S8 MTM, Audi A1 quattro MTM. Alle drei zusammen haben 1.715 Pferde unter der Haube, soviel wie acht Toyota GT-86.

1.715 PS… da wird einem schon beim Schreiben schwindlig. 380 PS steuert der MTM A1 quattro bei, 650 PS der Audi S8 und unfassbare 685 PS kommen vom brandneuen RS6 R, aber der Reihe nach.

Der Audi MTM A1 quattro ist klein und geht mit einem ebenso kompakten Aggregat an den Start: ein Benzin-Direkteinspritzer mit 1.984 cm³ Hubraum. Soweit so gut. Aus diesen zwei Litern holen die Jungs aus Bayern 380 PS bei 6.600 U/min und 505 Nm bei 4.100 U/min raus! Dem kleinen Zwerg merkt man es aber auch von außen an, dass etwas mit ihm nicht stimmt.

Fette Lufteinlässe vorne, Heckspoiler, riesige Endrohre – das Konzept schreit schon im Stand. Und wehe wenn sie losgelassen! In 4,0 Sekunden katapultiert es die Insassen auf 100 km/h und rauf bis sage und schreibe 262 km/h. Stellen Sie sich das vor, Sie stehen mit ihrem Bentley Continental an der Ampel und bei grün schießt ein A1 so schnell an Ihnen vorbei, dass er Ihnen die Farbe vom Blech fegt. Unglaublich? Nicht in Bayern.

Der nächste Kandidat ist der Audi MTM S8 V8 Biturbo. Der S8 steht an sich schon für absolute Erhabenheit. Mit kompromisslosem, fast schon unnahbarem Design bewegt er sich in der absoluten Spitze der Oberklasse und teilt den Platz mit vielleicht ein, zwei anderen Kontrahenten. Voll bepackt mit Luxus, perfekt ausgearbeiteten Details und höchstem Komfort schießt er noch dazu über die Autobahn wie ein ICE.

Wenn MTM die Sache in die Hand nimmt, dann wird der ICE zum TGV: Statt der serienmäßigen 520 PS posaunt der 4,0 Liter-TFSI nun 650 PS bei 5.950 U/min und 800 Nm bei 1.700 bis 5.500 U/min raus. Durch den quattro-Allradantrieb krallen sich die 21er-Patscherln so stark in den Asphalt, dass man glauben könnte, man fahre auf Schienen. In weniger als vier Sekunden beschleunigt der MTM S8 auf 100 und erreicht seine Endgeschwindigkeit bei 290 km/h.

Das Highlight (zumindest subjektiv für den Autor) ist der Audi MTM RS6 R. Schauen Sie doch mal, haben Sie schon mal einen kongenialeren Kampf-Kombi gesehen? Alles an ihm ist auf eine einzige Aufgabe zugeschnitten: auf das Aufspüren und zerstampfen von Egos anderer.

Die Eckdaten könnten auch von einer F22 stammen: 4,0 TFSi V8 Biturbo, quattro-Allradantrieb, 8-Gang Tiptronic, 685 PS bei 5.700 bis 6.600 U/min und 865 Nm (!) bei 1.750 bis 5.500 U/min (!!). Beschleunigung von 0 auf 100 in 3,5 Sekunden, Endgeschwindigkeit 340 km/h (in Worten: dreihundertvierzig kaemha)

Die Maße der Bremsen: 405 x 36 mm, 6-Kolben Brembo-Bremssättel.

Wenige Autos toppen die Werte oder kommen an ihm vorbei. So viel richtigen Spaß hat man selten in einem Auto, in einem Kombi noch seltener. Der RS6 R klebt förmlich auf der Straße, die fast 2,2 Tonnen hat er vielleicht im Typenschein, auf dem Asphalt wiegt er geschätzte 50 Kilogramm. Durch den quattro-Antrieb und dem langen Radstand legt er ein ausgewogenes Fahrverhalten an den Tag und gibt dem Fahrer stets akkurates Feedback.

Wie schnell sind eigentlich 685 PS? Und wie fühlt sich ein Katapultstart im RS6 R an?

Nun, stellen Sie sich vor, sie spazieren sonntags durch die Altstadt. Sie genießen die Spätsommersonne bei einer Melange im netten Café an der Ecke. Danach schlendern sie durch die Gassen und plötzlich sprintet Mike Tyson auf Sie zu, schreiend. Und noch bevor sie wissen was los ist, verpasst er ihnen eine Rechte und beißt Sie ins Ohr.

So fühlt sich ein Katapultstart bei knapp 700 PS an, bloß mit dem Unterschied, dass man im RS6 R angegurtet ist. Und das Ohr nicht nur heil bleibt, sondern sich auch am satten Motorsound erfreuen kann.

Weitere Infos zu Sperrer Motorsports finden Sie unter diesem Link.

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