FAMILIENAUTOS

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

Ein Bett im Kornfeld

VW Touareg im Familienautostest

Der neue VW Touareg schafft, was kaum einem SUV dieser Größe gelingt: Er lässt sich extrem vornehm und bequem dirigieren – und ist dabei total bodenständig geblieben. Ein Pfundskerl ohne Prunk und Protz.

Petra Walter

Wenn er seinen Namen schon vom Berbervolk Tuareg hat (das beduinisch-arabische Wort leitet sich übrigens von „Targa“, dem berberischen Namen für die Provinz Fezzan in Libyen ab), das in den Weiten Afrikas siedelt, dann wollten wir auch eine adäquate Fotolocation für das VW Flaggschiff Touareg. Das weite Ackerland rund um Bad Vöslau, aus dem auch unsere Foto-Familie stammt, erwies sich als ideal, zwischen den hellen, sich im Sommerwind wiegenden Getreidehalmen würde das aquamarinfarbige Aushänge­schild von VW geradezu kitschig schön herausstechen.

Dick und schick
Deutlich größer als sein Vorgängermodell wirkt der Neue dennoch eleganter und leicht­rädiger – und ist es auch. Im wunderbar geräuschgedämmten und megageräumigen Touareg großzügig verteilt, surren Fotograf und ich trotz ein klitzeklein wenig über der erlaubten Geschwindigkeit nahezu lautlos über die ­Autobahn. Das enorme SUV ist dabei federleicht, nur mit den Fingerspitzen zu dirigieren.
Sehr verlockend, mehrmals lasse ich nur die Fingerkuppen sanft auf dem Lenkrad ruhen, immerhin verfügt er über einen sehr bestimmt agierenden Spurwechselassistenten (Serie beim Modell Elegance neben Stau- und Kreuzungs­assistent). Das mag der aufmerksame und sicherheitsbewusste Touareg allerdings nicht und mahnt visuell, gefälligst das Lenkrad wieder g’scheit in die Hände zu nehmen.

Ein Herz für Sicherheit
Wie es sich für einen solchen Familienkreuzer geziemt, legt der Touareg großen Wert auf Sicherheit und wartet bereits im Einsteigermodell (für das man fette 66.690,– Euro berappen muss) mit einigen sehr sinnvollen Fahrerassistenzsystemen auf: Neben Bergan- und Bergabfahrassistent gibt es beispielsweise den „Light Assist“, der in der Dunkelheit ab 65 km/h automatisch das Fernlicht einschaltet. Vorausfahrende sowie entgegenkommende Fahrzeuge erkennt er und blendet automatisch und rechtzeitig ab, bevor diese geblendet werden. Applaus auch für die Automatische Distanzregelung ACC, mit der sich der Touareg mit einem Tempo nach Wunsch bis zu 210 km/h ans Voranfahrzeug hängt und – je nach dessen Fahrverhalten – beschleunigt und abbremst und somit inklusive dem Notbrems­assistenten auch Auffahrunfälle verhindern kann.

Fehlen nur noch Cola und Popcorn
Als wir Barbara und ihre Kinder Julian, Johanna und Bernhard erreichen, hätten sie den blauen Bullen gern noch vor den ersten gefahrenen Metern behalten oder gegen den familieneigenen Multivan eingetauscht. Lag auf der Hand, vielmehr am Innenraum mit seinem sogenannten Innovision-Cockpit, bei dem jeder Tesla- und Volvofahrer blass um die Nase wird. Ein 12-Zoll-Display der digitalen Instrumente und ein 15-Zoll-Touchscreen des Infotainmentsystem verschmelzen zu einer intuitiv steuerbaren, individualsierbaren digitalen „Infocommunitainment“-Einheit, die Cinemascope-Feeling aufkommen lässt. (Nostalgisches Detail am Rande: Das Icon für die Radiofunktion ist ein Transistorradio, also etwas, das heutige Kinder gar nicht mehr kennen!). Überaußerirdisch.

Pampers-Bomber fürn Gatsch
Abgesehen von seinem Upper-Class-Preis erfüllt der Touareg ziemlich alle Wünsche, die man an ein Allround-Familienauto haben kann. Er macht sich vor dem Theater ebenso gut wie auf dem Sportplatz. Serienmäßiger Allradantrieb und einige Offroad-Fahrmodi verleiten zum kurzen Ausbrechen aus dem Alltag. Extrem viel Platz im Innenraum, reichlich Ablagen, je zwei USB-Anschlüsse für vorn und hinten, ein Panoramaglasdach, das sich bis zur Rückbank zieht, die um 16 Zentimeter verschiebbar ist, sowie ein mindestens 810 Liter fassender Kofferraum, nicht zu vergessen acht Lautsprecher und völlige Vernetzungs­fähigkeit … vor den Vorhang!

VW Touareg Elegance 3.0 V6 TDI SCR 4Motion in Daten & Fakten
Preis: 100.758,79 € (Einstiegspreis ab 66.690,– €) | 286 PS/210 kW | 0–100 km/h in 6,1 sec
Getriebe: Achtgang-Automatik | Ø Verbrauch lt. Hersteller (im Test): 6,6 (8,5) /100 km | Ø CO2-Emission lt. Hersteller: 173 g/km | Kofferraum: 810 5 Sitzplätze | 2 kindersitztaugliche Fondplätze

Resümee: Luxuriöse und geniale Kids-Karosse, der man den Preis dank bodenständigen Auftritts nicht ansieht.
Was uns gefällt: das Innovision Cockpit! Hammer!
Was uns fehlt: etwas weniger sensibler Parks­ensoren im Stau
Familienbonus: 2 extra USB-Buchsen für die Kids, Gepäckraumklappe mit sensorgesteuerter Öffnung (nur bei Aufpreis)

Ähnliche Themen:

Weitere Artikel:

e-tron eine Nummer kleiner

Q4 e-tron: Der nächste Treffer

Das vollelektrische Angebot der Ingolstädter wird an der Basis erweitert. Was für eine Freude: Sogar Anhänger lassen sich mit Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron ziehen.

So sehr der neue Jahrgang der Scrambler 1200 XC und XE auf dem technischen Gebiet dazugelernt haben. Der Coolness der auf 1.000 Stück limitierten Scrambler Steve McQueen-Edition können sie nur schwer das Wasser reichen.

An diesem Wochenende startet Rene Binder mit dem französischen Team Duqueine in die Saison 2021 der ELMS: Im Interview spricht er über seine Erwartungen.

Die Rallye Schweden kämpft um ihr Alleinstellungsmerkmal, weshalb der dortige WRC-Lauf ab der Saison 2022 in den Norden des Landes wandert.