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Das 1x1 der Kfz-Versicherungen
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Kfz-Versicherungen unter der Lupe

Genügt Ihnen eine Kfz-Haftpflicht? Oder liebäugeln Sie doch mit einer Teilkasko? Wir erklären, welche Versicherung am besten zu wem passt. Plus: interessante Tipps vom Experten.

Petra Walter

Sie sind bereits gut versichert? Fein. Lesen Sie dennoch weiter. Vielleicht war Ihnen das eine Detail oder die andere Zusatzversicherung bislang unbekannt! Falls Sie kurz davor sind, einen neuen Wagen zu kaufen – Gratulation! „Denn im Grunde sollte man sich noch vor dem Autokauf über­legen, was die Versicherung alles umfassen sollte, danach für das Auto entscheiden, im Anschluss überlegen, ob man finanzieren will oder nicht (Finanzierung bedingt meistens eine Vollkasko) und im vierten Schritt die besten Angebote einholen“, erläutert Michael Smirz von der Mehrfachagentur EXiA GmbH. Der Grund: Die Unterschiede bei den Prämien sind meist sehr groß.

Es läppert sich …
Zur Demonstration ein Beispiel: Drei typähnliche Vans verschiedener Marken mit gleicher Motorisierung und gleichem Listenpreis haben komplett unterschiedliche Prämien, da jedes Fahrzeug seinen eigenen Berechnungsfaktor hat.

Van 1 / 140 PS / Diesel / 35.000,–
Listenpreis: € 1.669,–
Van 2 / 140 PS / Diesel / 35.000,– Listenpreis: € 1.790,–
Van 3 / 140 PS / Diesel / 35.000,– Listenpreis: € 1.646
(jährlich; Haftpflicht und Vollkasko inkl. Versicherungssteuer in der Bonus/Malus Stufe 0;
Zulassungsbezirk Wien)
Grundsätzlich gibt es drei grundlegende Produktvarianten mit
unterschiedlichem Deckungsumfang – hier ein kurzer Überblick:

Die Haftpflicht
Die Haftpflichtversicherung ist – wie der Name schon sagt – Pflicht für jedes zum Verkehr zugelassene Kfz. Sie deckt Schäden, die Sie mit Ihrem Auto bei einem anderen verursachen. Die gesetzliche Mindestversicherungssumme, um Schäden Dritter abzudecken, beträgt 7 Millionen Euro – damit kommt man in der Regel aus, sofern man nicht in einen Transporter mit lauter Lamborghinis kracht. Höhere Versicherungen sind frei wählbar bis maximal 25 Millionen Deckungssumme.
Vorteil: günstigste Versicherungsprämie
Nachteil: Für Schäden an Ihrem eigenen Auto müssen Sie stets selbst aufkommen, sofern diese nicht durch einen anderen Verkehrsteilnehmer verursacht und damit durch dessen Haftpflichtversicherung gedeckt sind.

Die Teilkasko
Zusätzlich zur reinen Haftpflicht übernimmt die Versicherung bei der Teilkasko auch Schäden an Ihrem eigenen Auto, die ohne Ihr Verschulden verursacht wurden. Darunter fallen zum Beispiel Natur­gewalten wie Hagel und Sturm sowie Diebstahl des Fahrzeuges oder Bruch der Frontscheibe. „Empfehlenswert, wenn Sie ein gebrauchtes Auto kaufen oder Ihr eigenes bereits etwa 5 Jahre alt ist und Ihr Fahrzeug noch einen entsprechend hohen Restwert hat.“
Grundsätzlich werde zwischen „normaler Teilkasko“ und „Teilkasko mit Parkschaden“ entschieden. Letztere decke auch Schäden durch Vandalismus ab, was sich vor allem für Familien in der Großstadt auszahle, wo derartige Zerstörungen leider öfter vor­kämen, so Michael Smirz.Die P rämienhöhe hängt vom Listenpreis (Neupreis) des Fahr­zeuges ab, durch die Höhe des vereinbarten Selbstbehaltes lässt sich diese jedoch steuern.
Vorteil:günstigere Prämie als die Vollkasko.
Nachteil: Bei einem selbstverschuldeten Unfall bleiben Sie auf den Kosten der Reparatur Ihres eigenen Fahrzeuges sitzen.

Die Vollkasko
Mit einer Vollkaskoversicherung haben Sie nahezu alles versichert, vor allem aber sind jene Schäden an Ihrem eigenen Auto gedeckt, die Sie selbst (durch einen Unfall) verschuldet haben. Vollkasko sollten Sie vor allem dann abschließen, wenn Ihr Auto noch relativ neu ist (bis ca. 5 Jahre) und Sie im Falle eines Unfalles die Reparatur von Schäden an Ihrem eigenen Auto finanziell stark belasten würde.
„Die Vollkasko zahlt sich grundsätzlich für die ersten 7 Jahre aus. Danach muss man abwägen zwischen dem Fahrzeugrestwert und der Versicherungsprämie. Wer ein Fahrzeug least, muss über den Zeitraum des Leasingvertrages ohnehin eine Vollkasko abschließen. Dieser ist mit 7 Jahren limitiert. Und: Etliche Versicherungsgesellschaften akzeptieren bei einer Vollkasko nur neue Fahrzeuge, die maximal 5 Jahre alt sind – informieren Sie sich daher rechtzeitig.“
Der Selbstbehalt ist frei wählbar, von mindestens 250,– bis maximal 2.000,– Euro (die Höhe richtet sich nach dem Fahrzeugwert). Je höher der Selbstbehalt gewählt wird, desto günstiger wird die
Versicherungsprämie.
Wahlweise können bei einer Vollkaskoversicherung auch Schäden am Kleinglas (wie Spiegel, Scheinwerfer, Rückleuchten, …) und Gepäck (zum Beispiel Wertgegenstände, sofern sie im Kofferraum verstaut sind und nicht frei rumliegen) mitversichert werden.Fragen Sie aktiv nach Zusatzbausteinen. Manchmal gibt es diese als Komplettbonus prämiengünstig bis prämienfrei dazu.
Vorteil: selbstverschuldete Unfallschäden am eigenen Kfz werden von der Versicherung bezahlt.
Nachteil: teuerste Variante, jedoch meister Schutz.

Noch ein Tipp zum Schluss: „Auch bei Kreditfinanzierung sollte man eine Vollkasko abschließen, damit man im Falle eines Unfalles nicht auf dem Kredit sitzen bleibt. Denn sollten Sie Ihr Fahrzeug mittels eines Kredites finanziert haben und dieses bei einem selbstverschuldeten Unfall beschädigt werden, müssen Sie, auch wenn das Fahrzeug nicht mehr fahrbereit ist oder sogar ein Totalschaden sein sollte, die monatlichen Kreditraten weiter tragen, haben im Gegenzug jedoch kein Fahrzeug mehr zur Verfügung.“

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