FAMILIENAUTOS

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Mit alles und scharf und Kante
Christian Houdek

Kia Sorento im Familienautostest

Wie herrlich anders! Während die meisten SUVs und Crossover immer weichgespülter designt werden, zeigt der neue Kia Sorento
selbstbewusst Ecken und Kanten. Juliana und Manul nehmen den einprägsamen Siebensitzer-SUV mit ihren Buben Kalyan und Lavin unter die Lupe.

Petra Walter

Es ist ja so, dass die meisten Autos immer gleicher werden und immer mehr, sprich, alles können. Letzteres trifft auf seine Hoheit, Sorento IV., selbstverständlich zu. Allerdings hebt sich der neue Kia Sorento noch deutlicher als bisher von seinen Mitbewerbern ab. Denn schon der erste Blickkontakt mit dem perlmuttweißen Riesen macht klar: Diese Testfahrt wird ein einschneidendes Erlebnis in jeder Hinsicht, so scharf konturiert, wie sich Kias Flaggschiff nun zeigt.

Sieben auf einen Streich
Der Sorento, der seine Laufbahn als praktisches und geländegängiges Auto begann, ist in der vierten Generation nicht nur – no na ned – verbessert, optimiert und überarbeitet und demzufolge so toll wie nie zuvor und als Plug-in-Hybrid erhältlich, sondern besinnt sich mit seinem neuen „Terrain Mode“-System, mit dem der SUV auf sandigem, schlammigem und verschneitem Untergrund immer genialen Grip hat, wieder seiner ursprünglichen Offroad-Kompetenz. Dennoch wird sein natürlicher Lebensraum eher der asphaltierte Großstadtdschungel und dicht mit Familien besiedelte City-Speckgürtel sein.
Denn erstens zählt der Sorento zu den geräumigsten, variabelsten und raren Siebensitzer-SUVs. Ab drei Kindern – Julianas und Manuls ältester Sohn Robin war zum Zeitpunkt des Fotoshooting-Termins in der Schule – nahezu unverzichtbar, wenn alle drei bequem sitzen und den einen oder anderen Freund mitnehmen wollen. Auch wenn Oma und Opa mitfahren – Platz ist im Sorento für alle und für alle Fälle. Bis zu sieben Personen haben Platz, fünf davon nahezu verschwenderisch viel, bei Fünfer-Besetzung gibt’s im Kofferraum sagenhafte 821 Liter Platz (im Fünfsitzer 910), sind alle 7 Plätze besetzt, immerhin noch 187, und ist die zweite und dritte Sitzreihe versenkt (geht übrigens auf Knopf- bzw. Hebeldruck), sind es gar 2.011 Liter. Kalyan, Lavin und Robin können also zwischen Spielkameraden oder Spielwiese wählen.

Immer in Sicherheit
Zweitens zählt Kias Größter zu den sichersten SUVs mit einer kolossalen Kompanie an Fahrer­assistenzsystemen, auch bekannt als elektronische Helferlein. Erstmals ist beispielsweise eine Multikollisionsbremse an Bord. Diese verhindert Folgekollisionen nach einem Aufprall, konkret aktiviert das System auto­matisch die Bremsen, sobald aufgrund einer ersten Kollision die Airbags ausgelöst worden sind. Zu den besonders familienfreundlichen zählt auch der Ausstiegsassistent. Letzterer verhindert, dass die hinteren Türen geöffnet werden können, falls sich von hinten ein Radfahrer oder ein anderes Fahrzeug nähert.

Wer die Wahl hat …
… hat keine Qual, denn den neuen Sorento gibt’s exakt in einer Ausstattungsvarante in Platin, mit allen Drum und Dran, man kann ausschließlich zwischen 5- oder 7-Sitzer wählen, der Rest ist fix an Bord. Alles zu beschreiben, würde hier den Rahmen sprengen. Hervorheben möchten wir beispielsweise den automatischen Parkassistenten Plus (Remote Smart Parking Assist, RSPA). Der Sorento ist damit der erste Kia in Europa, der (von seinem Fahrer per Schlüsselanhänger) fernbedient aus einer Parklücke fährt. Zum Beispiel weil man von anderen Fahrzeugen zugeparkt wurde und damit leichter ausparken kann. Top: Der RSPA bremst automatisch, wenn er hinter dem Sorento ein anderes Auto, Radfahrer oder Fußgänger wahrnimmt. Schöne Spielereien liefert der aktive Totwinkelassistent: Sobald man blinkt, zeigt er im Cockpit die jeweilige Ansicht neben dem Auto und führt bei Bedarf einen Lenk-und Bremseingriff durch.
Damit Ihnen auch wirklich bewusst ist, was der Sorento alles bietet, ein paar weitere Highlights der Serienausstattung, für die man bei Mitbewerbern großteils Tausende von Euros hinblättern muss: beheizte und belüftete Fahrer- und Beifahrersitze, beheizte zweite Sitzreihe, 360°-Around-View-Monitor, Bose Soundsystem, Panorama-Glasschiebedach (und was für eines! Das zieht sich über das gesamte Dach, genial!), Lederausstattung … da kommt man wirklich ins Schwärmen!

Saubärenstärk
Nobel-komfortabel setzt sich der Sorento mit seinen beinahe zwei Tonnen Leergewicht in Bewegung: Der erste Eindruck: Geht gut und willig voran, dank exakter Lenkung und gut abgestimmtem Fahrwerk liegt er in den Kurven satt und ruhig, und man vergisst, dass man in einem ganz schön hohen SUV thront. Die feine Geräuschdämmung trägt ebenfalls zum komfortablen Fahrgefühl bei, weswegen wir uns nach ein paar Stadtkilometern gleich ins Grüne aufmachen: So genussvoll sind wir schon lange nicht gereist. Reisen heißt hier: absolut genussvolles Fortbewegen!
Mit der aktuell sauberen, sparsamen sowie leistungsstarken 202-PS-Dieselmotorisierung kommen wir an die 6,5 bis 6,8 Liter durchschnittlichen Verbrauch laut WLTP bei normaler Fahrweise mit 7,4 Liter gut heran – eine beachtliche Leistung für den Hünen. Ebenfalls top: Bis zu 2,6 Anhängelast, da lässt sich schon was schleppen, alle Achtung.

Noch saubärer
Wer’s noch grüner will, dem empfehlen wir, auf die Plug-in-Hybrid-Variante des Sorento zu warten, die Anfang 2021 auf den Markt kommt. Der Teilzeitstromer leistet gesamt 194 kW (265 PS). Die 7 Jahre Werksgarantie gelten auch für die Antriebsbatterie. Etwas später im kommenden Jahr folgt dann noch eine normale Hybridversion ohne Lademöglichkeit.

Da wär dann noch …
… wichtig zu erwähnen, dass nicht nur das Cockpit, sondern der gesamte Innenraum durch seine hübschen Details, die Ambientebeleuchtung und feinen Ledersitze eine noble (und dennoch pflegeleichte) und entspannende Atmosphäre verströmt und dass jeder, also auch jeder in der dritten Reihe, seinen eigenen USB-Anschluss hat!
Bluetooth-Mehrfachverbindungen machen gleichzeitig Telefongespräche und Abspielen von Musik möglich.Das leicht zu bedienende Infotainmentsystem bietet die Online-Dienste UVO Connect. Diese setzen sich sich zusammen aus der Kia UVO App und dem Infoservice Kia Live. Damit lassen sich Echtzeitinformationen zu Wetter, Verkehr, Parkmöglichkeiten oder auch Informationen und Funktionen rund ums Auto abrufen oder fernbedienen. Zum Beispiel können die Eltern die Reiseroute vom Smartphone direkt an das Navi des Sorento schicken. – So, noch irgendwelche Fragen? Oder findet ihr nicht auch, dass der Kia Sorento ganz schön nahe an die eierlegende Wollmilchsau herankommt?

Kia Sorento Platin 7-Sitzer 2,2 CRDi SCR AWD in Daten & Fakten
Preis: 62.990,– € (Basismodell ab 61.990,– €) | 201 PS/148 kW | 0–100 km/h in 9,2 sec | Getriebe: Doppelkupplungsgetriebe | Ø Verbrauch lt. Hersteller (im Test): 6,5–6,8 (7,4) /100 km | Ø CO2-Emission lt. Hersteller: 169–179 g/km | Kofferraum: 187/910/2.011 | 7 Sitzplätze, 5 kindersitztaugliche Fondplätze

Resümee: Markanter, charmanter, imposanter und sooo cooler SUV für die größere Familie
Was uns gefällt: die unschlagbare 7-Jahre-Garantie
Was uns fehlt: im Grunde nur das Geld
Familienbonus: tolle Sicherheitsfeatures, USB-Anschlüsse für alle, das kolossale Panorama-Glasschiebedach, Sitzheizung in der 2. Reihe

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