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Formel 1: Analyse

Éric Boullier bei McLaren entmachtet?

McLaren-Rennleiter Boullier könnte Jost Capito unterstellt werden, meint aber umsichtig, am Ende hätte ohnehin Ron Dennis das Sagen.

Wenn der scheidende Volkswagen-Sportchef Jost Capito seinen neuen Posten als Geschäftsführer der Rennsportabteilung von McLaren einnimmt, wird sich die Führungsstruktur unweigerlich ändern. Wie im Fahrerlager zu hören ist, soll das Rennleiter Éric Boullier nicht schmecken. Der Franzose könnte dem neuen Mann, der seine Arbeit angeblich Ende August aufnehmen wird, direkt unterstehen. Auf die Personalie Capito angesprochen, gibt er sich entsprechend handzahm.

Boullier erklärt, wie McLaren künftig arbeiten wird: "Es ist ganz einfach: Ich kümmere mich um alle Angelegenheiten an der Strecke und betreffend der Performance. Ich bin als Renndirektor bei allen Grands Prix." Das klingt nicht nach Degradierung, schließlich erwähnt er auch eine Arbeitsteilung mit seinem deutschen Kollegen, der mit der langfristigen Ausrichtung des Rennstalls betraut sein wird: "Jost Capito kümmert sich auch um die Strategie – es geht um mehr als 600 Mitarbeiter."

Boullier deutet an, dass die neue Struktur auch dem gewachsenen Rennkalender geschuldet ist, wobei Capito allen voran in Woking das Zepter schwingen soll. "Bei 21 Rennen sind wir insgesamt vier Monate mit 80 Leuten auf Reisen, aber es bleiben 550 Menschen in der Fabrik. Irgendwer muss sich auch um sie kümmern", so der Franzose. Interessanterweise betont er außerdem ausdrücklich, dass Ron Dennis als Chef der Unternehmensgruppe das letzte Wort hätte; ob Capito und er darunter gleichgestellt sind, lässt er offen.

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