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Teams: Bei 21 Rennen muss Schluss sein

Übersättigung, Kostenexplosion und eine Tortur für die Mitarbeiter: Besonders RBR will den Formel-1-Kalender lieber qualitativ als quantitativ aufwerten.

Die Formel-1-Teams sind besorgt, wenn es um die Pläne Liberty Medias geht, pro Jahr 25 Rennen und mehr zu veranstalten. Red-Bull-Vertreter Christian Horner wünscht sogar keinen einzigen zusätzlichen Grand Prix: "Der Kalender hat meiner Meinung nach einen Punkt der Sättigung erreicht", moniert der Brite und sieht das Maß für die Saison 2018 voll: "21 Rennen sind das absolute Limit."

Die Gründe für die Bauschmerzen der Mannschaften sind die Kosten, der Mehraufwand für Reisen und die höhere Arbeitsbelastung ihrer Mitarbeiter, die mit einer Erweiterung verbunden wären: "Es würde damit enden, dass wir in Schichten rotieren müssten. Wenn es passiert, explodieren die Kosten", befürchtet Horner, ohne den Drahtseilakt für eine Utopie zu halten: "Alles ist letzten Endes möglich, aber es hätte seinen Preis." Wer außer den Werksteam könnte ihn überhaupt bezahlen?

Haas-Teamchef Günther Steiner scheint Finanzierungsmöglichkeit zu erkennen: "Wenn es für Chase wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt es sich machen", sagt er in Richtung des Formel-1-Bosses Carey und ist sicher, dass er von dem US-Amerikaner vor lösbare Aufgabe gestellt wird: "Er wird nichts veranlassen, was wir nicht stemmen können - alleine schon, weil er dann keine Show bieten kann."

Um das Mammutprogramm zu stemmen, müssten mehr Rennen an aufeinanderfolgenden Wochenenden stattfinden ("Back-to-Back-Events") oder die von Dezember bis Ende März geplante Rennpause im Winter verkürzt werden. Ein Grauen für Teamverantwortliche: "Es geht mehr um Qualität als um Quantität. Wir brauchen Kurse, die Ikonen sind", findet Cyril Abiteboul von Renault. "Wir werden nie so viele Events haben wie im US-Sport - wie in der NASCAR-Serie oder der NBA."

Heißt: Der Kalender soll zunächst ausgedünnt werden, ehe neue Austragungsorte angepeilt werden. "Wenn welche nicht funktionieren, sollte man sie durch bessere ersetzen", wünscht Horner rigoroses Durchgreifen bevor eine Erweiterung stattfindet - zum Beispiel in den USA, wo es laut Liberty Media konkret um Stadtrennen in New York, Las Vegas, Long Beach und in Miami geht.

Gespräche in der Strategiegruppe gab es dazu bisher nicht - auch nicht über Günther Steiners Idee, die Rennwochenenden an sich zu verkürzen, um öfter fahren zu können. Horner würde ohnehin direkt abwinken: "Ich kann mich nicht erinnern, was am Saisonanfang passiert ist. Wie soll das bei 25 Rennen werden? Es wie bei einem guten Buch - einige Kapitel machen es aus, aber nicht alle sind spannend und fesselnd", moniert er, dass die Formel 1 mit größerem Umfang uninteressanter würde.

Keine Sorge macht er sich dagegen um seine Piloten: "Sie sind in ihren Zwanzigern und ihren frühen Dreißigern. Die meisten erhalten mehrere Millionen, damit sie die besten Autos der Welt fahren. Das klingt mir nach einem guten Deal", meint Horner und erinnert daran, dass unter der Saison kaum noch Testfahrten stattfinden: "Sie haben mehr Freizeit als vor zehn oder 15 Jahren."

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