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Für ausgefallene Puristen

Die Voxan Black Magic ist kein alltägliches Bike, das Sportmotorrad ist ein reiner Einsitzer und untstreicht mit dem hohen Preis den Anspruch auf Exklusivität.

mid/uho

Der in den vergangenen Jahren von Pleiten, Pech und Besitzerwechsel geplagte französische Motorrad-Hersteller Voxan wagt nun mit der betont schlank gezeichneten Black Magic einen mutigen Neuanfang.

Klare Linien, der bekannt kräftige und kultiviert laufende 1000-Kubikzentimeter Motor, ein straffes Fahrwerk und nicht zuletzt der fehlende Soziusplatz kennzeichnen sie als Sportmotorrad. Der Preis von rund 17.000,- Euro unterstreicht den Anspruch auf Exklusivität.

Doch der mit dem 70 kW/95 PS starken V2-Triebwerk ausgestattete Edel-Retro-Klassiker hat weitaus mehr als nur optische Leckerbissen zu bieten. Das komplett verstellbare Paioli-Fahrwerk mit Upside Down-Gabel und liegendem Zentralfederbein vermittelt dem Fahrer jederzeit ein sicheres Gefühl.

Beachtlich auch, wie leicht sich die fahrfertig 210 Kilogramm schwere Maschine in Schräglage bringen lässt. Mit weit nach vorn gestreckten Armen spannt der Fahrer seinen Oberkörper über den gebürsteten 21-Liter-Aluminium-Tank. Obgleich die wunderschön gefertigten Fußrasten verstellbar sind, müssen die Knie zum Fahren schon ziemlich angewinkelt werden.

Für die große Tour ist der schwarze Zauber trotz günstiger Verbrauchswerte deshalb wenig geeignet. Durchschnittlich konsumiert der Zweizylinder-Motor 6,3 Liter Super-Kraftstoff auf 100 Kilometer.

Im täglichen Fahrbetrieb fällt die sehr gleichmäßige Leistungsentfaltung positiv auf. Ab 4.000 U/min entwickelt der wassergekühlte Achtventiler genügend Drehmoment, um mit jeder Situation zurechtzukommen.

Zwischen dem Maximum von 93 Nm bei 6.500 U/min und der Nenndrehzahl von 8.000 U/min steht ein breit nutzbarer Drehzahlbereich zur Verfügung. Die dabei aufkommenden Vibrationen sind eher von der angenehmen Sorte.

Kurz und knackig lässt sich das Sechsgang-Getriebe schalten. Die Bedienungskräfte für die hydraulisch betätigte Kupplung und die über jeden Zweifel erhabenen Vierkolben-Brembo-Stopper vorn fallen niedrig aus. Sämtliche Schalter lassen sich einfach und ohne Verrenkungen bedienen. Lediglich die Kontrollleuchten könnten sich besser ablesen lassen.

In sportlicher Hinsicht ist der Solo-Sitz trefflich geformt und gibt dem Fahrer souveränen Halt. Den beiden hochgelegten Auspufftöpfen entweicht ein dumpfer, aber nicht aufdringlicher Sound. Der Antrieb erfolgt über eine Kette. Lastwechselreaktionen sind kaum zu spüren.

Obschon die Black Magic gänzlich ohne Verkleidung daherkommt, hält sich der Winddruck dank der niedrig montierten Lenkerstummel selbst bei der angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h in Grenzen.

Das Voxan-Händlernetz für Deutschland, Österreich, Liechtenstein sowie die Schweiz ist derzeit noch im Aufbau. Bis jetzt erfolgt der Vertrieb über rund 50 Händler. Diese bestellen die Ersatzteile online direkt beim Hersteller in Frankreich, wo man unter anderem auch fließend Deutsch spricht. Bis das gewünschte Teil lieferbar ist, vergehen normalerweise nicht mehr als zwei Tage.

So viel Exklusivität hat freilich seinen Preis. Für die rund 17.000 Euro ist schließlich schon ein gut ausgestattetes Auto zu haben. Auch wenn die Voxan nicht in limitierter Stückzahl produziert wird, trennt sich durch ihre eingeschränkte Alltagstauglichkeit schnell die Spreu vom Weizen.

Der Faszination tut das freilich keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, denn das ist Teil des Besonderen. Und davon hat die Black Magic reichlich zu bieten.

Teststenogramm Voxan Black Magic

wassergekühlter Zwei-Zylinder-V-Motor, vier Ventile pro Zylinder, 996 Kubikzentimeter Hubraum, Leistung 70 kW/95 PS bei 8 000 U/min, maximales Drehmoment 93 Nm bei 6 500 U/min, Kraftstoffeinspritzung, sechs Gänge, zweiteiliger Alu-Rohrrahmen, Sitzhöhe 80 Zentimeter, Tankinhalt 21 Liter, Reifen vorn 120/70-17, hinten 180/55-17, Gewicht fahrfertig 210 Kilogramm, Höchstgeschwindigkeit 225 km/h, Verbrauch 6,3 Liter Super auf 100 Kilometern

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