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Norbert Haug im Interview

Der Mercedes-Motorsportchef über die Titelchancen der Silberpfeile, und warum sich der Wechsel zu Michelin erst nach einigen Rennen bezahlt machen wird.

Bernhard Eder

"Wenn alles passt, können wir gewinnen!"

In der abgelaufenen Saison 2001 stand McLaren-Mercedes klar im Schatten des Erz-Rivalen Ferrari: 77 Punkte Rückstand in der Konstrukteurs-WM, nur vier GP-Siege - unterm Strich die schwächste Bilanz der Silberpfeile seit 1997 (damals gab´s nur drei Saisonsiege und Rang vier in der Konstrukteurs-WM).

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug gibt sich im 'Motorsport aktuell'-Interview dennoch zuversichtlich, dass sein Team 2002 das Blatt wird werden können. "Ich glaube nicht, dass unser Abstand 2001 sehr groß war", so Haug. "Viele haben von ein, zwei oder drei Schritten gesprochen. Ich habe gesagt, zwei Schritte können in der Formel 1 auch zwei Zehntel bedeuten."

"Auf der Strecke die richtige Abstimmung zu finden, ist der Schlüssel zum Erfolg. Das gilt auch für die Konkurrenten. Und da hat Ferrari alles in allem 2001 den besten Job gemacht. Aber Ferrari hatte im letzten Jahr nicht ein Paket, das eine halbe Sekunde pro Runde schneller war."

Ob es mit dem neuen MP4-17 tatsächlich gelingen wird, Ferrari vom WM-Thron zu stürzen, darauf will sich Haug freilich nicht festlegen. "Das weiß keiner, deshalb ist die Rennerei auch spannend. Wenn man jetzt schon wüsste, wie die Rennen und die Saison ausgehen, dann hätten wir wenig Zuschauer."

Kommen die beiden McLaren-Piloten – bei technischem Gleichstand mit Ferrari - fahrerisch überhaupt gegen Michael Schumacher an? Haug: "Ich denke schon. Es ist immer schwer zu definieren, was technischer Gleichstand ist. Wir streben technischen Vorsprung an, wie alle Teams. Jeder Teamchef wird von sich behaupten, die besten Fahrer zu haben. Die Antwort wird immer auf der Strecke gegeben."

"Ich kann Beispiele nennen wie den Grand Prix von Brasilien oder den Österreich-GP im letzten Jahr. Ich denke nicht, dass David Coulthard dort wegen überlegenem Material gewonnen hat, sondern durch eine fahrerisch sehr gute Leistung und eine sehr gute Strategie. Insofern ist die Antwort klar: ja. Wenn wir die richtige Ausrüstung haben, können wir gewinnen."

Was den neuen Mercedes-V10 betrifft, gibt sich Haug optimistisch, ohne technisch ins Detail zu gehen: "Wir sind, was unsere Werte betrifft, in punkto Abmessungen, Gewicht, Leistung und Drehzahlen gut dabei, da sorge ich mich nicht."

Von der neuen Reifenpartnerschaft mit Michelin erwartet sich Haug erst nach einer gewissen Anlaufzeit Vorteile gegenüber Bridgestone-Kunde Ferrari: "Ich schätze Bridgestone zu Saisonbeginn stärker ein."

"Die Japaner werden sehr gut sortiert in Melbourne auftreten, das war auch im Vorjahr so, aber ich sehe kurz bis mittelfristig bei Michelin Potentiale, die dazu beitragen können, dass wir uns Vorteile erarbeiten. Für den Saisonbeginn ist Ferrari klarer Favorit."

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