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Der dritte Mann

Karl Wendlinger und Toto Wolff müssen in Brünn auf Robert Lechner verzichten, statt dem Salzburger sitzt der Brasilianer Jaime Melo im Ferrari.

Kurz vor der Abreise nach Brünn sorgte der Rückzug von Robert Lechner für Turbulenzen. Atmosphärische Störungen zwischen Lechners Management und dem JMB-Team, so das offizielle Statement, seien Schuld an der Pause des Salzburgers, ob Lechner beim übernächsten Rennen wieder im Cockpit sitzt, ist offen.

"Sehr schade", so seine Teamkollegen Wendlinger und Wolff, "schließlich hatten wir ein gutes Verhältnis zu Robert und er hat tadellose Leistungen gebracht." Als Ersatzmann wird der Brasilianer und Ex-F3000-Pilot Jaime Melo einspringen.

Dennoch darf das Trio optimistisch sein, schließlich gehen Karl Wendlinger, Toto Wolff und Jaime Melo mit dem Ferrari 575 Maranello bestens gerüstet in den fünften Lauf der FIA-GT-WM, der am Wochenende im tschechischen Brünn ausgetragen wird.

Das Pech und der damit verbundene Ausfall vor zwei Wochen in Hockenheim ist vergessen. Mehr noch: Nach einem erfolgreichen Test in der Vorwoche in Le Castellet geht man voll motiviert in die neue Aufgabe.

Besonders Toto Wolff freut sich auf das nächste Rennen: „Dafür gibt es viele Gründe“, sagt der Wiener, „zum einen ist Brünn meine Lieblingsstrecke, weil ich dort eigentlich gelernt habe, Rennen zu fahren, zum anderen ist es ja sozusagen mein Heimrennen, und zu guter Letzt hat mir auch der Test in Frankreich viel gebracht.“

Für Karl Wendlinger ist der Kurs in Tschechien „aufgrund der vielen Kurven sehr abwechslungsreich und auch anspruchsvoll.“ Letztmals war der Kufsteiner 1989 mit einem Formel 3-Boliden in Brünn im Einsatz: „Ein Podiumsplatz ist in jedem Fall möglich.“

Mit dem bisherigen Saisonverlauf sind beide recht zufrieden: „Vor allem deshalb“, meint Wendlinger, „weil wir uns kontinuierlich gesteigert haben.“

„In Monza hatten wir mit einem Motorschaden schon in der ersten Runde keinen glücklichen Auftakt, in Valencia wollten wir unser Auto einfach nur ins Ziel bringen. Das haben wir geschafft, und mit Platz vier auch wichtige Punkte geholt. Erstmals konkurrenzfähig waren wir dann in Magny Cours, wo wir mit Platz zwei richtig aufgezeigt haben. Und hätten wir zuletzt in Hockenheim nicht viel Pech gehabt, wäre zumindest wieder ein Platz unter den ersten drei sicher gewesen“, lässt Wolff die bisherigen Rennen kurz Revue passieren.

Für den weiteren Verlauf der FIA-GT-WM strahlt Wendlinger große Zuversicht aus. Und die ist auch begründet: „Wie gesagt, bei uns ist die Entwicklung stets bergauf gegangen, wobei das Potential unseres Ferrari 575 noch nicht ausgeschöpft ist. Heißt, wir haben noch Reserven. Und meines Erachtens ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir einmal ganz oben stehen.“

Ob dieses „ganz oben stehen“ schon in Brünn der Fall sein wird, wollte sich der Tiroler nicht festlegen: „Wir haben bei den Tests wieder einige Verbesserungen – speziell am Fahrwerk – erarbeiten können. Diese zwei Tage waren für die weitere Entwicklung sehr wichtig.“

Zufrieden können die Piloten auch mit dem Team sein: JMB Racing mit Sitz in Nizza, hat sich in den letzten Jahren mit tollen Erfolgen in der internationalen Branche einen Namen gemacht. „Die professionelle Arbeit der Truppe hat auch beim Werk beeindruckt. Deshalb ist auch der Kontakt zu Ferrari ein sehr guter“, weiß Wolff.

GESAMTWERTUNG, FIA-GT-WM: (nach 4 von 11 Läufen)

1. Luca Cappellari/Fabrizio Gollin (I) 34 Punkte
2. Matteo Bobbi/Gabriele Gardel (I/Sz) 31
3. Karl WENDLINGER/Toto WOLFF/Robert LECHNER (Ö) 13

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