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Slicks-Comeback: "2008 ist der beste Zeitpunkt!"

Bridgestone-Motorsportdirektor Hisao Suganuma erklärt, weshalb es für die heiß ersehnte Rückkehr der rillenlosen Slick-Reifen 2007 noch zu früh ist.

Der Formel 1 stehen zwei Jahre voller Änderungen bevor, nachdem sich schon in den vergangenen Jahren mit den langlebigeren Motoren und dem Umstieg von V10- auf V8-Motoren eine Menge getan hat.

Mit dem kommenden Jahr steigt Michelin aus der Formel 1 aus, damit hat die Formel 1 mit Bridgestone nur noch einen Alleinausrüster. Zudem wird die Entwicklung der Motoren "eingefroren". 2008 steht der Formel 1 eine vermutlich noch viel größere Reglementänderung bevor - mit der Wiedereinführung von Slicks, dem Umstieg auf eine neue Aerodynamik-Reglementierung und wohl auch mit einem Verbot der Traktionskontrolle.

Hisao Suganuma "bedauert", dass Michelin schon 2007 aus dem Sport aussteigt, obwohl erst 2008 ein Reifenmonopol laut Reglement vorgeschrieben sein wird. Aber die Franzosen haben sich im Clinch mit dem Automobilweltverband FIA über die Streichung des Wettbewerbs auf dem "Gummisektor" aus der "Königsklasse des Motorsports" zurückgezogen und überlassen das Feld Wettbewerber Bridgestone.

Warum Bridgestone der Formel 1 treu bleibt

Die Japaner finden einen Auftritt in der Formel 1 im Gegensatz zum weltweit größten Reifenhersteller auch ohne Wettbewerb interessant: "Für Bridgestone ist es wichtig zu zeigen, dass unsere Reifen an den Autos der größten Hersteller der Welt funktionieren. Diese Konzerne können sich in der Formel 1 ansehen, was wir leisten können. Das verschafft uns eine gute Zusammenarbeit mit ihnen", so Suganuma in einem Interview mit 'sport1.de'.

Bridgestone erwartet keinen Nachteil für die Michelin-Teams

Das Michelin-Team McLaren-Mercedes soll versucht haben, den Reifenhersteller aus Clermont-Ferrand umzustimmen, doch noch ein weiteres Jahr in der Formel 1 zu bleiben. Die bisherigen Kundenteams der Franzosen befürchten, aufgrund ihrer fehlenden Erfahrung mit den Bridgestone-Pneus einen Nachteil gegenüber Ferrari zu haben.

Toyota und Williams wechselten aus diesem Grund schon jetzt auf die Reifen aus Tokio. Doch Suganuma glaubt nicht, dass McLaren, Renault und Co. einen Nachteil haben werden. Der Japaner geht davon aus, dass diese Teams in der Lage sind, ihren Erfahrungsrückstand im Winter wettzumachen.

Neue Reifen werden "pflegeleicht"

Hinzu kommt die Tatsache, dass die Pneus von 2007 nicht mit jenen aus dieser Saison zu vergleichen sein werden. Bisher steht sogar nicht einmal fest, wie der Reifen der kommenden Saison aussehen wird - die jetzigen Bridgestone-Teams sammeln also noch keine Erfahrung damit: "Sicher ist, dass wir großen Wert darauf legen, einen Reifen zu bauen, der pflegeleicht ist", versichert Suganuma.

Derzeit sind die Reifen aufgrund der Konkurrenzsituation "sehr sensibel", wie der Japaner erläutert. Sie funktionieren nur unter "ganz bestimmten Bedingungen" optimal, wie die Teams in diesem Jahr öfter feststellen musste, zum Beispiel in Ungarn, wo die Reifen unter den kühl-feuchten Bedingungen so gar nicht wollten: "Das wird in Zukunft für alle Teams sehr viel unkomplizierter werden."

Die Formel 1 muss auf die Slicks noch eine Saison warten

Eines ist schon jetzt sicher: Auf Slicks wird die Formel 1 im kommenden Jahr noch nicht zurückkehren. Die Kurvengeschwindigkeiten sind in diesem Jahr bedenklich angestiegen, mit den Slicks würden sie weiter dramatisch zunehmen. "Mit einer Rückkehr auf Slicks müssen auch drastische Regeländerungen in punkto Motor und Aerodynamik einhergehen", so Suganuma. "Ich denke, 2008 ist dafür genau die richtige Zeit."

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