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Rob Huff im Portrait

Der 31-jährige Chevrolet-Pilot Rob Huff spricht im großen Portrait über sein Leben als Rennfahrer und verrät Highlights und Tiefpunkte seiner Karriere.

Als Rob Huff mit dem Rennsport begann, fuhren die späteren Weltmeister Yvan Muller und Gabriele Tarquini schon in den höheren Kategorien und hatten sich einen Namen gemacht.

Heute treten die beiden Routiniers gegen Fahrer an, die ihre Rennen früher vor dem heimischen TV verfolgten. Huff ist einer dieser jungen Piloten. Der 31-jährige Brite zählt mittlerweile selbst zu den Topstars der Szene.

Huff ist allerdings nach wie vor fasziniert davon, sich mit der älteren Generation zu messen, wie er bei Eurosport zu Protokoll gibt. "Ich duelliere mich nun mit Fahrern, die ich vor vielen Jahren bewunderte. Gabriele Tarquini, Alain Menu, Yvan Muller, Andy Priaulx - irgendwann waren sie alle einmal Helden meiner Kindheit. Nun kann ich sie im direkten Zweikampf herausfordern. Das ist einfach unglaublich."

"Manchmal muss ich mich wirklich kneifen, um sicherzustellen, dass ich nicht träume", gesteht Huff und merkt an: "Ich würde an meinem Leben rein gar nichts ändern, denn ich lebe meinen Traum. Jeden Tag erwartet mich etwas Neues, etwas Aufregendes, etwas Spannendes. Für das Rennfahren bezahlt zu werden, ist einfach klasse", beschreibt der Chevrolet-Pilot seine WTCC-Gefühlswelt.

Zu Beginn seiner Karriere - Huff fing im Alter von zehn Jahren mit dem Kartsport an - er habe seine Runden "aus reinem Spaß" gedreht, erklärt der Brite. "Es machte mir aber bald so viel Freude, dass ich meinen Vater regelrecht dazu drängte, mich wieder an die Strecke zu fahren. Ich begann zwar im richtigen Motorsport-Alter mit dem Kartsport, schlug aber nie den 'klassischen' Karriereweg ein."

"Ich fuhr kaum Sprintrennen, sondern war im Kart meist bei Langstrecken-Events am Start. Das ist eine ganz andere Disziplin. Erst im Alter von 19 Jahren, also vergleichsweise sehr spät, stieg ich in den Automobil-Sport ein", sagt Huff. Nur wenige Saisons später trat der heute 31-Jährige für Chevrolet in der WTCC auf den Plan - und tut sich schwer, sein Können in Worte zu fassen.

Oschersleben 2010 als Tiefpunkt
"Ich weiß nicht, warum ich das so gut kann. Wahrscheinlich ist es eine Art zweite Natur, die uns Rennfahrern gemein ist", meint Huff. "Wir handeln da ganz instinktiv. Wenn ein Auto ausbricht, weißt du halt, was du tun musst, um es wieder einzufangen. Wir denken aber nicht darüber nach, dass wir vor der Kurve möglichst spät auf die Bremse steigen müssen. Das liegt uns einfach im Blut."

Nicht immer läuft dabei alles glatt. Huff hatte in seiner noch jungen Tourenwagen-Karriere schon einige Höhen und Tiefen. "An die guten Dinge erinnert man sich natürlich sofort, für die negativen Erlebnisse muss man etwas länger nachdenken", erklärt der langjährige WTCC-Pilot. "So etwas verdrängt man oder verarbeitet es und muss es erstmal aus dem Gedächtnis hervorkramen."

"Mein negativer Höhepunkt war mit Sicherheit Oschersleben 2010. Dort wurde ich zu Unrecht mit der schwarzen Flagge aus dem Rennen genommen. Dies geschah nach einem Manöver, von dem Augusto Farfus und ich mittlerweile denken, dass die Strafe unverhältnismäßig hoch ausfiel", meint Huff. "Das kostete mich im vergangenen Jahr unterm Strich meine Chancen auf den Titel."

Brünn 2006 als bisheriger Höhepunkt

"Meinen bisher heftigsten Unfall hatte ich 2005 bei unserem ersten Rennen in Puebla. Ich wurde umgedreht und krachte in die Betonmauer des Streckenovals. Ein Hubschrauber brachte mich anschließend ins Krankenhaus. Das war sicher mein bisher schlimmstes Erlebnis in der WTCC", sagt der britische Rennfahrer rückblickend. Seine schönste Erinnerung hat er in einem Foto festgehalten.

"Dieses Bild hat meine Freundin gemacht und es hängt nun in unserem Treppenhaus. Es zeigt mich auf dem Podium von Brünn 2006. Ich kann mich noch genau erinnern, wie es damals war mit dem Chevrolet Lacetti. Mir war klar, dass Andy Priaulx im BMW hinter mir in der zweiten Rennhälfte einen Vorteil haben würde. Seine Reifen waren noch frisch, doch meine Pneus ließen bereits nach."

"Ich verfolgte im Spiegel, wie extrem Andy versuchte, mich anzugreifen", schildert Huff die Situation aus seiner Sicht. "Ich schaffte es aber irgendwie, ihn auf Distanz und hinter mir zu halten. Das werde ich sicherlich nie vergessen."

Möglicherweise kann der 31-Jährige im weiteren Verlauf der aktuellen Saison weitere positive Erinnerungen hinzufügen: Erstmals ist Huff der Gesamtführende in der WM...

Am kommenden Wochenende macht die WTCC Station im belgischen Zolder.

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