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Lotus will mehr Respekt — und Geld

Gerard Lopez hält Lotus für das stärkste Team der Formel 1 – deshalb ärgern ihn fehlender Respekt und finanzielle Ungerechtigkeiten.

Lotus-Teambesitzer Gerard Lopez ist der Meinung, sein Rennstall verdiene mehr Respekt für seine Leistungen in der Saison 2013 – besonders gemessen an den finanziellen Mitteln, die der Mannschaft aus Enstone zur Verfügung stehen. Lotus hatte in diesem Jahr bis zum Saisonfinale von São Paulo noch theoretische Chancen auf die Vizeweltmeisterschaft in der Konstrukteurswertung. Nicht zuletzt aufgrund einer Rückenoperation bei Kimi Räikkönen, durch die der Topfahrer bei den letzten beiden Rennen passen musste, reichte es schließlich nur zu Platz vier.

Dennoch war es erneut ein starkes Jahr für Lotus: Neben einem Sieg beim Saisonauftakt in Melbourne reichte es zu 13 weiteren Podiumsplatzierungen, besonders gegen Ende der Saison trumpfte das Team noch einmal auf. Die trotzdem zumeist negativen Schlagzeilen über Lotus, die hauptsächlich in irgendeiner Form mit der finanziellen Situation des Teams zusammenhingen, haben Lopez enttäuscht: "Wir fanden es ein bisschen respektlos, dass die Leute nur über unsere Nöte geschrieben haben, oder wenn andere das dann kommentiert haben", meint er gegenüber Autosport.

"Wir haben um den dritten Platz gekämpft, aber wie die Formel 1 nun einmal ist, wurden wir finanziell nicht dementsprechend behandelt. Und was für uns gilt, gilt für andere Teams genauso. Wir laufen einen 100-Meter-Lauf, starten aber in Wirklichkeit an der 200-Meter-Markierung", wettert der Luxemburger. "Wenn ich dieselbe Summe Geld [wie die Topteams; Anm.] hätte, dann würde ich einfach mal den Mund halten und nicht alles kommentieren, sondern mich auf meinen Job konzentrieren. Diesen Punkt finden wir lächerlich."

"Wir schlagen Leute, die viel mehr Geld als wir haben und auch viel mehr bekommen", fährt Lopez fort. "Ein kleines bisschen Respekt wäre da einfach nur fair – nicht für uns, aber sicherlich für die Mannschaft." Für ihn gehe es in erster Linie um den sportlichen Erfolg: "Wir wollen in der Formel 1 bleiben und erfolgreich sein. Es geht uns nicht einfach nur ums Überleben, dann hätten wir wohl eine ganz andere Motivation."

"Einzig und allein aus diesem Grund haben wir uns auf neue Gespräche mit Investoren eingelassen", meint Lopez und spielt damit auf den undurchsichtigen Deal mit Quantum an, der letztlich keiner war. Lotus wollte unbedingt Nico Hülkenberg als talentierten Fahrer verpflichten. Um den Wechsel perfekt zu machen, brauchte man aber eine Finanzspritze. Quantum stellte sich nach langem Hin und Her jedoch als Zeitungsente heraus. So musste Lopez auf Bezahlfahrer Pastor Maldonado zurückgreifen. "Wir wissen, dass wir wahrscheinlich eines der besten Teams in der Formel 1 sind, gemessen am Etat sind wir sogar mit Sicherheit die Besten. Wir versuchen, diesen Weg fortzusetzen."

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