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Jarvis: Kristensen ist nicht ersetzbar

Große Fußstapfen und unbekannte Faktoren in der Saison 2015: Oliver Jarvis spricht über seine Rolle als Nachfolger von Tom Kristensen.

Im Audi-Aufgebot für die Saison 2015 der Langstrecken-WM steht der Nachfolger für den zurückgetretenen Tom Kristensen fest: Oliver Jarvis wechselt vom Cockpit des nur vereinzelt eingesetzten dritten R18 als "Vollzeitpilot" an die Seite von Lucas di Grassi und Loïc Duval. Als Nachfolger von "Mister Le Mans" Tom Kristensen, der das berühmte 24h-Rennen neun Mal gewonnen und sich im Jahr 2013 zudem die WM-Fahrerkrone aufgesetzt hat, könnten die von Jarvis zu füllenden Fußstapfen größer nicht sein.

"Um ehrlich zu sein, habe ich darüber gar nicht so sehr nachgedacht, denn für uns ist Tom einfach Tom. Erst als mich meine Teamkollegen darauf ansprachen, dass ich dem erfolgreichsten Langstreckenpiloten der Welt nachfolge, wurde es mir so richtig bewusst, wie groß die Fußstapfen sind", gesteht Jarvis, um sofort hinterherzuschieben: "Ich glaube aber nicht, dass es überhaupt jemanden gibt, der in Toms Fußstapfen treten kann. Man kann ihn einfach nicht ersetzen."

Dennoch musste sich Audi nach der Ankündigung des Kristensen-Rücktritts nach einem Nachfolger umsehen. Dabei fiel die Wahl auf den 30jährige Briten, der bereits seit 2008 zum Audi-Kader gehört. Über die Stationen DTM, GT1-WM, GT Series sowie Einzelstarts bei den 24 Stunden von Le Mans hat es Jarvis jetzt zum Stammfahrer im WEC-Kader gebracht.

Den Audi R18 kennt Jarvis von seinen Le-Mans-Teilnahmen 2013 und 2014, dennoch gibt es etwas, worauf sich der Kristensen-Nachfolger erst einschießen muss: Nicht alle der acht Rennstrecken im WM-Kalender 2015 sind ihm vertraut. "Ich werde wohl viel Zeit zu Hause vor dem Computer verbringen, um die Strecken zu lernen, denn viele von ihnen sind neu für mich", so der langjährige Audi-Pilot, für den mit der Berufung in den WEC-Stammkader ein langersehnter Wunsch in Erfüllung geht: "Ich wollte schon immer um einen WM-Titel kämpfen. Jetzt habe ich diese Chance – einfach traumhaft."

Jarvis' erster Auftritt als Teamkollege von Duval und di Grassi ist sein Heimspiel. "In den vergangenen sieben oder acht Jahren war ich nur sporadisch in Großbritannien am Start. Wenn ich mich recht erinnere, bin ich in Silverstone zuletzt vor zwei Jahren gefahren. Es war mein einziges Rennen auf dem aktuellen Kurs. Meine Karriere als Vollzeit-WEC-Pilot in Silverstone zu starten, wird sicherlich eine tolle Erfahrung, aber ich gehe davon aus, die Strecke komplett neu lernen zu müssen, weil der Audi R8 LMS natürlich ein ganz anderes Auto war."

Mit Blick auf den weiteren Verlauf der WEC-Saison 2015 hält Jarvis fest: "Mein Ziel ist es natürlich, den WM-Titel zu erringen, aber zunächst einmal müssen wir herausfinden, wo wir im Vergleich zu unseren Konkurrenten stehen. Es ist ja kein Geheimnis, dass sie schon in der zweiten Hälfte der Saison 2014 sehr stark waren. Das Reglement kommt uns nicht gerade entgegen, aber wenn man Audi kennt, weiß man, dass es dort immer wieder gelingt, Hürden zu überwinden. Ich glaube fest daran, dass wir im Winter ein gutes Stück vorankommen werden. Wo wir dann im direkten Vergleich stehen, müssen wir abwarten."

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