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WEC: News

„Auf dem Papier eine gute Idee“

Die WEC-Verantwortlichen denken über einen jahresübergreifenden Kalender nach: Saisonstart im Herbst, als Finale die 24 Stunden von Le Mans.

Beim Test der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Le Castellet werden im Hintergrund auch neue Vorschläge für die Zukunft diskutiert. Eine Idee sieht vor, den Kalender zu verändern. Die Saison könnte im Herbst beginnen, über den Winter gehen und die 24 Stunden von Le Mans würden das große Finale bilden.

"Prinzipiell ist das etwas, das wir gerne tun würden", sagt ACO-Präsident Pierre Fillon. "Auf dem Papier ist das eine gute Idee, aber wir müssen alle Auswirkungen und die Arbeit bedenken, die so ein Wechsel nach sich ziehen würde."

Beim Blick auf den aktuellen Kalender wird klar, dass das Grundprinzip einer Winterserie bereits besteht. Vor Le Mans finden die beiden Rennen in Silverstone und Spa-Fancorchamps statt. Nach den berühmten 24 Stunden, die traditionell im Juni stattfinden, folgt eine Pause von fast drei Monaten, bis im September die Meisterschaft in Austin fortgesetzt wird. Anschließend folgen noch Schanghai, Bahrain und Sao Paulo.

Die lange Pause nach Le Mans ist auch den Herstellern ein Dorn im Auge, denn die WEC verschwindet komplett aus dem öffentlichen Radar. Wenn die Saison im Herbst mit den Überseerennen beginnen würde, könnte man über den Winter die Brücke zu den Europarennen im Frühling schlagen und die Saison mit dem Höhepunkt Le Mans enden lassen. "Das ist eines der Dinge, über die wir sprechen", bestätigt auch WEC-Boss Gerard Neveu. "Aus Marketingsicht macht es Sinn, denn dann können wir über den Weg nach Le Mans sprechen."

Eine Winterserie hat auch den Vorteil, dass man der Formel 1 ausweicht. Das versucht auch die neue Formel E, die ihre Saison im September beginnt. Neveu hat auch schon Gespräche mit Formel-E-Promoter Alejandro Agag geführt, um mögliche Terminkollisionen der beiden Serien zu vermeiden. Ein neuer Winterkalender hätte auch Auswirkungen auf die Entwicklungspläne der Hersteller, aber auch auf die zahlreichen Privatteams, die zum Teil auch in europäischen Serien wie der ELMS oder BEC an den Start gehen. Viele Interessen müssten unter einen Hut gebracht werden.

In den USA gab es schon in den 1990er-Jahren die Bestrebungen, einen ähnlichen Kalender zu etablieren. Als Tony George die Indy-Racing-League (IRL) gründete, wollte er die Saison mit den berühmten 500 Meilen von Indianapolis zu Ende gehen lassen. Tatsächlich umfasste die IRL-Saison 1996 nur drei Rennen. Das dritte Rennen davon war Indianapolis. Anschließend wurde die Saison 1996/97 jahresübergreifend gefahren.

Schließlich erkannte man, dass zahlreiche Probleme auftraten, die auch Fahrerverträge, Sponsorverträge und Verträge mit Zulieferern betrafen, die normalerweise kalenderbasiert abgeschlossen werden. Die IRL kehrte deshalb ab der Saison 1998 zu einem normalen Rennkalender zurück. Die damalige Situation in den USA ist mit der WEC aber nicht vergleichbar, denn damals befand sich der große Formelstreit zwischen George und CART auf dem Höhepunkt.

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