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WEC: News

„Das ist so, wie wir es besprochen hatten“

Die Langstrecken-Kommission der FIA hat die endgültige Liste der Energiezuweisungen für die LMP1-Klasse veröffentlicht.

Die LMP1-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) ist endlich starklar. Nach langen Diskussionen und immer wieder neuen Berechnungen hat die Langstrecken-Kommission der FIA nun die endgültigen Energiezuweisungen für die großen Prototypen veröffentlicht. Wie schon zuvor berichtet, wird Audi weniger Energie pro Le-Mans-Runde verwenden dürfen, die Benzinerteams von Porsche und Toyota bekommen hingegen mehr Power zur Verfügung.

Im Vergleich zur ersten Liste (Anhang B des Technischen Reglements) wurden die Werte für die LMP1-Teams mit Dieselmotoren verringert. Audi, das in der 2MJ-Klasse und somit mit einem vergleichsweise kleinen Hybrid antritt, wird pro Le-Mans-Runde nur noch 138,7 Megajoule (vorher 140,2 MJ) an Treibstoffenergie verwenden dürfen. Der Durchfluss ist auf 80,2 Kilogramm (vorher 83,3 Kilogramm) Diesel pro Stunde begrenzt. Zusätzlich bekommen die R18 e-tron quattro weniger Treibstoff pro Stint. 54,3 Liter dürfen getankt werden, zuvor war es ein halber Liter mehr gewesen.

Dieser harte Schlag hatte sich für Audi bereits seit dem Donnerstag vor dem Le-Castellet-Test abgezeichnet. Bei einem Meeting der wichtigsten Technikvertreter der LMP1-Teams mit den Verantwortlichen von ACO und FIA war klar geworden, dass die im Dezember veröffentlichte Liste einige Berechnungsfehler enthielt. Pro Megajoule Hybridpower soll ein Rundenzeitengewinn von 0,5 Sekunden in Le Mans locken. Daher muss Audi per Reglement theoretisch zwei Sekunden langsamer als Porsche und Toyota sein, die jeweils in der 6MJ-Klasse fahren.

Die Benzinerteams können mit den neuen Anpassungen an der Balance of Technology (BoT) bestens leben. "Wir sind zufrieden damit", sagt TMG-Geschäftsführer Rob Leupen. Auch bei Porsche sind diesbezüglich keine Wünsche mehr offen. "Das ist so, wie wir es besprochen hatten und es einstimmig mit ACO und FIA abgestimmt war", erklärt Porsche-LMP1-Leiter Fritz Enzinger. "Wir freuen uns auf einen fairen Wettbewerb. Das ist wichtig, wenn drei große Hersteller gemeinsam in einer solchen Serie antreten."

Porsche und Toyota haben von der FIA nun einen größeren Benzindurchfluss zugestanden bekommen. Der 919 aus Weissach und der TS040 aus Köln/Japan werden 89,5 Kilogramm Benzin pro Stunde vebrennen dürfen (vorher 87,9), man bekommt pro Le-Mans-Runde 139,5 Megajoule an Treibstoffenergie (vorher 137,2). Die maximale Tankfüllung ist sogar deutlich erweitert worden. Porsche und Toyota dürfen ab sofort maximal 68,3 Liter pro Stint mitnehmen - zuvor waren es 66,9 Liter gewesen.

Auf Grundlage der neuen Daten, die jeweils für Le Mans gelten, hat die FIA auch gleich die Energiemengen für die anstehenden ersten zwei Rennen berechnet. Generell werden die Mengen zunächst anhand des Verhältnisses der Streckenlängen heruntergerechnet. Anschließend wird die maximale Treibstoffenergie pro Runde mit dem Faktor 1,55, die Hybridenergie pro Umlauf mit dem Faktor 1,15 multipliziert. Der maximale Treibstoffdurchfluss bleibt immer gleich.

Die Zuweisungen für die 6 Stunden von Silverstone:

Benziner (6MJ-Klasse: Porsche, Toyota):
Treibstoffenergie pro Runde: 66,9 MJ
max. Hybridenergie pro Runde: 4,02 MJ
Benzindurchfluss pro Stunde: 89,5 Kilogramm

Diesel (2MJ-Klasse: Audi):
Treibstoffenergie pro Runde: 66,5 MJ
max. Hybridenergie pro Runde: 1,34 MJ
Dieseldurchfluss pro Stunde: 80,2 Kilogramm

Benziner (Ohne Hybrid: Rebellion, Lotus):
Treibstoffenergie pro Runde: 75,4 MJ
Benzindurchfluss pro Stunde: 100,9 Kilogramm

Die Zuweisungen für die 6 Stunden von Spa-Francorchamps:

Benziner (6MJ-Klasse: Porsche, Toyota):
Treibstoffenergie pro Runde: 79,6 MJ
max. Hybridenergie pro Runde: 4,78 MJ
Benzindurchfluss pro Stunde: 89,5 Kilogramm

Diesel (2MJ-Klasse: Audi):
Treibstoffenergie pro Runde: 79,1 MJ
max. Hybridenergie pro Runde: 1,59 MJ
Dieseldurchfluss pro Stunde: 80,2 Kilogramm

Benziner (Ohne Hybrid: Rebellion, Lotus):
Treibstoffenergie pro Runde: 89,7 MJ
Benzindurchfluss pro Stunde: 100,9 Kilogramm

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