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Formel 1: News

„Puh, der arme Teufel ist verbrannt“

Niki Lauda blickt auf seine heroische Rennfahrerkarriere zurück, erinnert sich aber auch an das Martyrium nach seinem schweren Unfall.

Niki Lauda ist seit mehr als vier Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Formel 1. 1971 begann die Karriere des Österreichers in der Königsklasse beim Heimrennen in Spielberg. Es folgten 15 Jahre auf höchstem Motorsportniveau, in denen Lauda 25 Grand-Prix-Siege und drei Weltmeisterschaften einfuhr, aber auch permanent um sein Leben fürchten musste. Heute ist der mittlerweile 65-Jährige Vorsitzender des Aufsichtsrats des Mercedes-Fomel-1-Teams - und zählt nach wie vor zu den populärsten Köpfen im Paddock.

Seinen ungeheuren Marktwert in der Branche kann sich Lauda erklären: "Ich bin Weltmeister geworden und dann verunglückt. Das nimmt nicht nur die Fans mit, sondern auch die Großmütter. Die sagen: Puh, der arme Teufel ist verbrannt", erklärt der 1976 am Nürburgring verunglückte Ex-Fahrer gegenüber Die Zeit. In der Saison 1984 wurde Lauda dann mit einem halben Punkt Vorsprung auf Alain Prost dramatisch zum dritten Mal Weltmeister. "Diese Zufälle haben meine Popularität erhöht. Durch den Film Rush wurde sie noch einmal größer."

Darüber hinaus hat der Wiener nie das Risiko gescheut. Selbst kurz nach seinem verheerenden Unfall stieg er unter Schmerzen wieder ins Auto ein. "Da war ich nicht mal in der Lage, in den zweiten Gang zu schalten. Das war pure Angst. Erst nach vier, fünf Rennen war die Angst wieder komplett weg", denkt Lauda zurück. Generell sei Furcht jedoch ein Fremdwort für ihn: "Das Ohr war ab, es schmerzte ohne Ende, da sind viele Nerven. Wenn nur der Wind blies, war es schon aus. Das war ein Martyrium."

So gebe es eben Menschen mit hoher Risikobereitschaft, andere haben Angst. "Ich sehe das bei meinen fünfjährigen Zwillingen. Die Mia rennt volle Pulle los, der Max überlegt erst mal. Mia klettert das Gerüst hoch, Max schaut zu. Beide sind gleich erzogen, aber die Gene sind unterschiedlich. Rennfahrer haben keine Angst." Sich Woche für Woche der Todesgefahr auszusetzen, sei da "völlig normal."

Laudas damalige Ehefrau Marlene hielt 1976 wenig vom Comeback ihres noch immer schwer beeinträchtigten Mannes und soll sogar Gläser nach ihm geworfen haben - vollkommen verständlich für den dreimaligen Champion: "Die hat mich geheiratet, und drei Wochen später war der Unfall. Durch die Todesgefahr, der ich mich jedes Wochenende ausgesetzt hab, musste ich alles, was mich belasten könnte, ausschalten, um keinen Fehler zu machen. Mein Egoismus war brutal. Aber das war halt mein Job, es war mein Leben."

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