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Formel 1: Interview

Lauda: Mateschitz teilnahmslos

Am Verhalten von Dietrich Mateschitz will Niki Lauda erkannt haben, dass der Milliardär das Interesse an der Formel 1 verloren habe.

Die Zukunft von Red Bull Racing ist höchst ungewiss. Das Weltmeisterteam von 2010 bis 2013 steht für die kommende Saison ebenso wie das kleinere Schwesterteam Toro Rosso noch ohne Motorenpartner da; der Konzern droht mit einem Ausstieg aus der Formel 1, sollte man keinen geeigneten Antrieb finden. Firmengründer Dietrich Mateschitz hat immer wieder betont, dass er nur mit einem konkurrenzfähigen Aggregat weiter an der Formel-1-WM teilnehmen möchte, doch die Optionen für 2016 sind mehr als flau.

Ein Ausstieg sei derzeit ein vorstellbares Szenario, heißt es. Doch während sich der aktuelle Partner Renault trotz aller Vorkommnisse und bissigen Aussagen aus Fuschl gerne weiterhin in der "Königsklasse" beweisen möchte, sieht das bei den Bullen anders aus. "Die Situation ist hoffnungslos", betonte Mateschitz zuletzt und wird nicht müde, einen Rückzug seiner Teams anzudrohen, was für die Formel 1 ein herber Schlag wäre.

Landsmann Niki Lauda glaubt, dass noch mehr dahinter steckt: Hat Dietrich Mateschitz, der den Getränkehersteller auch als Sponsor in zahlreichen Sportarten an die Weltspitze geführt hat, etwa keine Lust mehr auf die Formel 1? "Für mich sieht es so aus", meint der Österreicher im Rahmen des Grand Prix von Japan. "Ich kenne ihn schon lange, und normalerweise ist er der 'Meister' für all das, aber im Moment hängt er sich nirgendwo rein."

Lauda wird das Gefühl nicht los, dass sich Mateschitz aktuell überhaupt keine Mühe mehr gibt, die Situation zu lösen. "Er lässt Christian [Horner; Anm.] und Helmut [Marko; Anm.] daran arbeiten, aber er ist nicht mehr der 'Führer', der er in der Vergangenheit war. Damals hat er alles selbst gemacht", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende von Mercedes. Mateschitz hatte sich einst mächtig ins Zeug gelegt, damit seine Firma 2005 in die Formel 1 einsteigen konnte; auch hat er mit enormem Engagement dafür gesorgt, dass Spielberg trotz aller rechtlicher Bedenken wieder in den Formel-1-Kalender gerutscht ist.

Aber im Moment sieht es so aus, als könnte der Unternehmer seine Zelte in der Formel 1 abbrechen: "Es ist für mich schwierig, das aus der Distanz zu beurteilen, aber so wie er sich im Moment verhält, könnte er das in Betracht ziehen", sagt Lauda und weiß, dass er auch selbst daran Schuld hätte. Zwar gibt es immer wieder Gerüchte über eine Kooperation mit Mercedes, doch Motorsportchef Toto Wolff hat sich stets dagegen ausgesprochen.

Lauda behauptet derweil weiter, dass bei Mercedes niemand wegen eines Motorendeals nachgefragt habe. "Auf uns kam niemand zu, dass er die Motoren möchte. Wir müssen nicht herumgehen und betteln, dass jemand den Motor nimmt. Was soll ich tun? Soll ich ihm den Motor zuwerfen und als Geschenk geben? So funktioniert das nicht", winkt er ab und glaubt den Grund dafür zu kennen: "Er mag Mercedes nicht."

Und so gehen dem einstigen Platzhirschen langsam die Optionen aus, wofür man aber selbst verantwortlich sei – schließlich habe man bei Renault selbst die Reißleine gezogen, und großartige Alternativen gibt es nicht. Sollte Mercedes eine Antriebslieferung weiter blockieren, bleibt nur noch, auf positives Feedback aus Maranello zu hoffen: "Ferrari ist im Moment seine Option, und jetzt liegt es an ihm, ob er sie nehmen möchte oder nicht", so Lauda.

Doch auch das hat RBR indirekt bereits ausgeschlossen, indem man sich festlegte, dass man an einem Ferrari-Kundenmotor (mit 30-40 PS weniger als ein Werksmotor) nicht interessiert sei. Doch an seine Kunden gibt Ferrari nun einmal Kundenmotoren weiter...

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