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Motorsport: News

GT-Klassen werden neu überdacht

2016 wird aus der GTE- die GT-Plus-Kategorie: Mehr Leistung wird freigegeben - Porsche-Motorsportchef: „Geht nicht in Richtung GT3“.

Die große, aber sehr unübersichtliche GT-Szene soll weltweit ab 2016 etwas durchschaubarer werden. Das ist das Ziel, das Automobil-Weltverband FIA und Le-Mans-Veranstalter ACO in den Gesprächen über das Reglement 2016 verfolgen. Die ursprüngliche Maßgabe, die GTE- und GT3-Szene komplett unter einen Hut zu bekommen, kann man nicht erreichen, aber es soll dennoch eine erhöhte Kompatibilität herrschen.

Die GT3-Autos sollen ab 2016 in der GT-Klasse zusammengefasst werden, jene Autos der bisherigen GTE-Kategorie laufen künftig unter dem Titel "GT-Plus". Im Zuge der Umstellung sollen die Fahrzeuge aus den Profiklassen der WEC und USCC mehr Leistung freigegeben bekommen. Szenen wie in Daytona, wo die leistungsstärkeren GT3-Autos der dortigen GTD-Klasse auf den Geraden an den GTLM (GTE) vorbeiziehen, sollen nicht mehr vorkommen.

Die aktuellen GTE-Fahrzeuge von Porsche, Aston Martin, Ferrari, Chevrolet oder BMW sind über Restriktoren heftig eingebremst, während die GT3-Autos (in den USA GTD) munter ihre 600 Pferde springen lassen dürfen. "Das Thema Waiver soll etwas zurückgenommen werden, dafür soll es mehr technische Freiheiten geben", freut sich Porsche-Motorsportchef Frank-Steffen Walliser, dass man "im Grundsatz beim GTE-Weg" bleiben wird.

"Wir werden aber weiterhin mit Resktritoren oder Ladedruckbegrenzern fahren. Es wird kein GT3-Reglement, was ich begrüße. Auf der höchsten Ebene des GT-Motorsports hilft das. Je näher die Autos am technischen Reglement sind, umso klarer ist die Sache", sagt der Porsche-Rennleiter. Vor allem der deutsche Sportwagenhersteller hat sich für klare technische Vorgaben und möglichst geringe "Gleichmacherei" per Balance-of-Performance (BoP) eingesetzt.

"Die GT3-Klasse hat genauso ihre Berechtigung, davon gibt es Hunderte von Autos auf der Welt und sehr viele Serien. Das ist für uns genauso wichtig, aber nicht für die oberste Klasse geeignet. So entwickelt sich das Reglement auch, momentan sind wir glücklich", meint Walliser. Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister fügt an: "Ich bin immer noch ein Freund des Reglements, wie es früher war. Man baut ein Auto - das war es."

"Wenn man nicht gut genug ist, hat man Pech gehabt. Wenn man gut ist, hat man einen guten Job gemacht", meint der erfahrene Deutsche. "Die Variante finde ich am besten. Sie kostet natürlich auch ein bisschen mehr Geld." Um die Kosten in Grenzen zu halten und die Kompatibilität zu gewährleisten, sollen Hersteller die Möglichkeit bekommen, aus einem neuen GT-Fahrzeug per Upgrade-Kit einen GT-Plus zu machen. So könnten neue Modelle von Audi (R8), Mercedes (SLS) oder BMW (M6) auch in Le Mans fahren.

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