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Formel 1: Interview

2017: Renault schon im Hintertreffen?

Wegen neuer Formel-1-Regeln ab 2017 glaubt Renault-Technikchef Bell, dass die Entwicklungsarbeit schon längst beginnen hätte müssen.

Ein neues Formel-1-Reglement für das Jahr 2017 wirft schon jetzt seine Schatten voraus. Breitere Reifen und eine neue Aerodynamik sollen die Boliden schneller machen. Nachdem man sich bereits im Februar auf einige Eckdaten geeinigt hat, soll das Gesamtkonzept bis zum 30. April stehen. Renault-Technikchef Bob Bell (Bild oben, rechts) weiß: Je früher ein Team mit der Entwicklung anfängt, umso besser.

"Das Team, das mit der Entwicklung vor sechs Monaten begonnen hat, wird 2017 die Nase vorn haben", mutmaßt er gegenüber ESPN und fügt ungachtet aller Ungewissheiten hinzu: "Es gibt Teams, die schon so lange daran arbeiten, wenn nicht sogar länger." Was mechanischen Grip und Aerodynamik angehe, würden die Autos ganz andere sein, was wiederum die Hackordnung auf der Strecke beeinflussen könnte.

"Es ist eine große Herausforderung, aber toll für die Formel 1. Ich denke, sie braucht Veränderungen. Hoffentlich bringt es die Reihenfolge ein bisschen durcheinander", blickt Bell voraus. Wie wichtig es ist, im Team früh mit der Arbeit am Auto zu beginnen, weiß der Brite nur zu gut. Weil man von der Neuaufstellung des Lotus-Teams in Enstone erst spät erfuhr, ist Renault bei seinem Formel-1-Comeback von Anfang an in Rückstand geraten.

Die sechs Monate, die Bell als Erfolgsgarant für 2017 nennt, hatte sein Team noch nicht einmal für die Entwicklung des 2016er-Autos. Deshalb wolle man sich schon jetzt auf die folgende Saison konzentrieren. "Die Entwicklung des aktuellen Autos wird in der ersten Saisonhälfte nur langsam vorangehen", erklärt der Technikdirektor, "es wird einige Updates geben, aber sicherlich nicht in dem Ausmaß, das wir uns unter normalen Umständen vorgenommen hätten."

Entscheidend sei es, den richtigen Moment abzupassen, ab dem es heißt: voller Konzentration auf 2017. "Sonst werden wir auch im nächsten Jahr hinterherhinken", gibt Bell zu. Wann dieser Wechsel erfolgt, hänge auch davon ab, welche Leistung Renault in den ersten Rennen zeigt und wie das zu den eigenen Erwartungen passt. "Davon ausgehend werden wir unser Entwicklungsprogramm vernünftig auf 2016 und 2017 verteilen", so der 57jährige.

Dabei muss Renault nicht nur das neue Reglement der Formel-1-WM, sondern womöglich auch die Einführung eines Cockpitschutzsystems einkalkulieren. Bereits bei den Tests in Barcelona sind einige Teams mit ersten Prototypen gefahren. "Die Autos werden schwerer sein, auch der Schwerpunkt verändert sich", weiß Bell, "aber es geschieht aus den richtigen Gründen und ist für jeden gleich, also macht es am Ende keinen großen Unterschied."

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