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Formel 1: Analyse

Motoren: Fronten laut Renault verhärtet

Keine Einigung zwischen Serieneigner, der FIA und Herstellern in Sicht; Renault untermauert seine Position, mäßigt sich aber im Ton.

Ehe sich die Formel-1-WM über ein neues Motorenreglement ab der Saison 2021 einig wird, dürfte noch viel Zeit ins Land ziehen, meint Renault-Teamchef Cyril Abiteboul. Im Streit der Hersteller mit Mehrheitseigner Liberty Media und dem Weltverband FIA erkennt der Franzose nicht, dass eine Lösung in Sicht wäre, wie er der Zeitschrift Auto Hebdo anvertraute: "Es gibt nichts Neues. Die Gespräche gehen weiter – und die Meinungen auseinander." Er beharrt stellvertretend auf der altbekannten Renault-Position.

Laut Renault sollen die aktuellen V6-Hybridmotoren mit mehreren Systemen zur Energierückgewinnung bleiben. Von Einheitsbauteilen soll Abstand genommen, aber dennoch an Stellschrauben gedreht werden. "Wir müssen die aktuellen Antriebe verbessern, denn sie haben einige Macken", sagt Abiteboul und gibt auch gleich die Marschroute vor: "Mehr Lärm und mehr Leistung". Zudem wünscht er sich die Abschaffung des Benzinlimits, der Mindestlaufleistung von Komponenten und der Limitierung beim Austausch von Teilen.

"Allen voran sollten die aktuellen Motoren als Basis für die Zukunft Bestand haben. Es gibt keinen Bedarf an einer Revolution, die niemand will", meint Abiteboul und stimmt damit Ferrari und Mercedes zu, spart sich aber Ausstiegsdrohungen im Stile eines Sergio Marchionne von Fiat. Die verhärteten Fronten könnten einen Beschluss verzögern und damit potenziellen neuen Herstellern den Weg in die Formel-1-WM erschweren.

Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey teilt zwar die Auffassung, dass die Aggregate sowohl lauter als auch leistungsfähiger werden müssten, ergänzte kürzlich bei Sky Sports F1 jedoch, dass auch "kostengünstiger" Aufnahme in diese Liste finden sollte. Die Vermarktbarkeit (Stichwort: Downsizing) ist wichtig, jede Serie steht und fällt aber mit dem sportlichen Wettbewerb, weshalb der US-Amerikaner Carey auf seinen Sportchef Ross Brawn vertraut, der insgeheim als Vordenker hinter den Vorschlägen von Liberty gilt: "Ross verfügt über ein Wissen, da müsste ich mich zehn Jahre lang reinarbeiten", so Carey. "Ross ist ein Experte, ich bin ein Fan von ihm."

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