MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

Wieder mal neues Qualiformat angedacht

Wenn man nicht mehr weiter weiß, fährt man öfter noch im Kreis: Die FIA erhofft sich von vier statt drei Abschnitten mehr Spannung.

Liberty Media, Mehrheitseigner der Formel-1-WM, erwägt, das Qualifyingformat ab der kommenden Saison zu ändern und auf vier statt bisher drei Segmente zu setzen. Der grundlegende Modus des K.O.-Systems soll beibehalten werden, sodass in den Abschnitten eins, zwei und drei jeweils vier Fahrer ausschieden; anschließend würde die Pole Position unter den verbleibenden acht ausgefahren.

Bislang ist es nur ein Vorschlag, von dem sich FIA-Rennleiter Charlie Whiting mehr Unvorhersehbarkeit und Spannung erhofft, weil den Piloten bis zum letzten Abschnitt drei statt nur zwei Mal keine Fehler unterlaufen dürften. Außerdem will Whiting den Reifenpoker unterbinden und es den Besten erschweren, sich mit härteren Mischungen für das Schlusssegment zu qualifizieren.

Hinzu kommt, dass es freie Reifenwahl dann nicht mehr ab Rang elf, sondern schon ab dem neunten Platz gäbe. Somit würden am Start mehr Mittelfeldautos den Vorteil frischer Pneus genießen und könnten mit einer härteren Mischung und besserer Boxenstopptaktik aufholen.

Die Idee stammt von Libertys neuer Abteilung für Marktforschung. "Sie haben Studien mit Fans gemacht und glauben, dass es ihnen gefallen könnte", erklärte Whiting. "Etwas kürzere Abschnitte und weniger Zeit zwischendrin – ich finde es eine schöne Idee, aber ich treffe diese Entscheidung nicht."

Die FIA will prüfen, wie sich das Format auf die Anforderungen an die Reifen auswirken würde und wie die Segmente zeitlich bemessen sein müssten, um eine oder zwei schnelle Runden pro Sitzung zu ermöglichen. Anschließend könnte ein konkreter Entwurf ausgearbeitet werden.

Es gibt aber bereits Kritik an der Idee: Sollten Ferrari, Mercedes und RB Racing weiterhin so dominant sein wie bisher und sich die Reifenmischungen nicht gravierend unterscheiden, würden sie trotz härterer Reifen genauso spielerisch in die Top 8 fahren wie in die Top 10 – es bräuchte tatsächlich die erhofften Fehler, damit sie früher ausscheiden.

"Das hilft nur den großen Teams", sagte Saubers Teammanager Beat Zehnder gegenüber auto motor und sport. Noch schlimmer würde sich die Regeländerung wohl auf die kleinen Rennställe auswirken, wenn es pro Abschnitt weiter Zeit für zwei Versuche gäbe: Die Topteams könnten wie bisher mit nur einer schnellen Runde auskommen und aussetzen, oder wenn nötig einen zweiten Umlauf anhängen und den Nachzüglern jede Chance auf ein Weiterkommen verwehren.

Ross Brawn, Sportchef der Formel-1-WM, will die Idee nicht zwangsläufig umsetzen: "Wir sollten uns Möglichkeiten, das Format zu verbessern, nicht verschließen. Wir haben jetzt eine Diskussion angestoßen und müssen sicherstellen, dass sie fruchtbar wird." Eine Präsentation des Konzepts bei der letzten Sitzung der Strategiegruppe brachte keine Einigkeit,die es aber unbedingt bräuchte, um das sportliche Reglement vor der Saison 2019 noch zu ändern.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: News

Weitere Artikel:

Offiziell: Hadjar bleibt

Isack Hadjar verlängert bei Red Bull

Red Bull schafft Klarheit für 2027: Isack Hadjar bleibt Teamkollege von Max Verstappen - Teamchef Laurent Mekies erklärt die Entscheidung

Nach dem ersten Grand-Prix-Sieg von Pedro Acosta in der Königsklasse sprechen er selber, Pit Beirer und Crewchief Paul Trevathan über die Tragweite dieses Erfolgs

Abrechnung mit Marko & Jos

"Musste ständig Scheiße aufwischen"

Christian Horner rechnet in seiner Autobiografie mit Helmut Marko und Jos Verstappen ab - Ralf Schumacher kritisiert das scharf: "Man kartet nicht so nach"

Wilder Singapur-Sprint

Russell-Crash & McLaren-Kollision

Max Verstappen siegt in einem wilden Singapur-Sprint, bei dem George Russell crasht, beide McLaren miteinander kollidieren und nur 13 Autos das Ziel sehen

Franco Colapinto reißt sowohl Teamkollege Pierre Gasly als auch Weltmeister Lando Norris aus dem Rennen: So erklärt der Alpine-Pilot seinen "großen Fehler" in Baku