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Toyota: Unfairer Ballast?

Der bei Toyota erhöhte Erfolgsballast wird zum großen Diskussionsthema bei der WEC in Shanghai: Ist die BoP zu streng ausgefallen?

Zumindest im Qualifying ist die Toyota-Dominanz bei den 4 Stunden von Shanghai gebrochen worden: Rebellion Racing hat sich zum ersten Mal in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) die Pole-Position gesichert. Doch wird das auch im Rennen so sein?

Die privaten LMP1 sind im Qualifying bislang in der Regel stärker im Vergleich zu Toyota gewesen als im Rennen. Grund: Der Toyota TS050 Hybrid kann im Verkehr seinen Hybridantrieb besser ausspielen. Von den kürzeren Boxenstopps ganz zu schweigen.

Doch der Verkehrsvorteil droht durch den Erfolgsballast wegzufallen: Toyota wurde durch die Einbremsung um 2,74 Sekunden pro Runde so in der Leistung beschnitten, dass Überrunden für die Fahrer zur Qual wird. "Selbst gegen die GTs müssen wir am Limit überholen, weil wir diese enormen Fuel Cuts haben", klagt Jose-Maria Lopez.

Das generelle Gefühl im Kölner Team ist: FIA und ACO sind mit dem Erfolgsballast über das Ziel hinausgeschossen. Technikchef Pascal Vasselon sagt: "Wir sind generell für Erfolgsballast. Aber wir finden, dass es nach Silverstone eine Überreaktion gegeben hat."

Der Koeffizient, der die Einbremsung festlegt, wurde nach den 4 Stunden von Silverstone 2019 von 0,008 auf 0,012 Sekunden pro Kilometer und WM-Punkt Vorsprung auf den letzten LMP1 der Tabelle angepasst. Vor Shanghai erfolgte eine erneute Korrektur auf 0,1255 Sekunden.

Offiziell beträgt die Einbremsung 2,74 Sekunden. In Wirklichkeit ist es jedoch wesentlich mehr, wie Lopez vorrechnet: "Die Simulationen haben gezeigt, dass wir vier Sekunden langsamer werden. Wir sind [2018] 1:42.7 gefahren und dieses Jahr 1.46.7. Die Simulationen waren also akkurat."

"Wir wussten das. Eigentlich müssten wir noch viel weiter weg sein." Das Thema Rebellion-Pace ist ein ganz eigenes. Eigentlich war die #1 nämlich viel zu langsam unterwegs.

Doch auch so hatte der bessere Toyota 1,3 Sekunden Rückstand im Rundendurchschnitt von zwei Fahrern. Ein Grund dafür: Toyota verzichtete auf einen zweiten frischen Reifensatz. Auch lagen die Zeiten der #7 und #8 weit auseinander. Das liegt daran, dass Brendon Hartley seine erste fliegende Runde abbrechen musste. "Auf der zweiten hatte ich dann mehrere Probleme", sagt der Neuseeländer.

Bruno Senna, der an der Pole für den Rebellion #1 (Senna/Menezes/Nato) mitgewirkt hat, sieht sein Team auch für das Rennen in der Favoritenrolle: "Wir müssen einfach nur ein sauberes Rennen fahren. Dann können wir mit einem dicken Pokal abreisen."

Dass Toyota einen frischen Reifensatz mehr hat, sieht er nicht als Problem an: "Aus unserer Erfahrung heraus macht es keinen großen Unterschied, ob man einen Reifensatz spart. Es ist nur eine Runde mit dem Peak und dann fällt der Reifen in sein normales Fenster."

Mehr sorgen macht eher das Arbeitsfenster des Rebellion R13. In Fuji lag das Schweizer Team bei der Pace komplett daneben. "Das Auto hat ein schmales Fenster, in dem es funktioniert. Wenn es da rausfällt, ist es weit weg. Es ist nicht das einfachste Auto", gibt der Brasilianer zu.

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