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Motorrad-WM: Analyse

Wie schwer ist ein Herstellerwechsel?

Sowohl Jorge Lorenzo als auch Johann Zarco warfen nach einem schwierigen Einstand auf ihren neuen MotoGP-Motorrädern das Handtuch.

Autorin: Juliane Ziegengeist; Bildquelle: Yamaha Racing

Mit KTM und Honda haben in der MotoGP-Saison 2019 gleich zwei Hersteller jeweils einen Fahrer verloren, weil dieser sich nicht auf das bestreffende Motorrad einstellen konnte. Johann Zarco brach die Zelte bei KTM im Sommer ab. Jorge Lorenzo trat nach einer Saison komplett zurück. Beide hatten ursprünglich einen Zweijahresvertrag.

Wie schwer ein Herstellerwechsel für Fahrer sein kann, zeigte sich schon in der Vergangenheit mehrfach. Berühmtestes Beispiel in der modernen MotoGP-Ära ist wohl Valentino Rossi, der sich 2011/12 bei Ducati versuchte und scheiterte.

Ähnlich schwer tat sich Lorenzo, als er selbst Ende 2016 von Yamaha zu Ducati wechselte. Doch ihm gelangen am Ende immerhin drei Siege. Im Honda-Werksteam schaffte es der Spanier - auch bedingt durch Verletzungen - wiederum nicht einmal unter die Top 10. Schließlich zog er einen Schlussstrich und erklärte seinen Rückzug aus der MotoGP.

Puig: Situation von Zarco und Lorenzo komplett anders

Honda-Teammanager Alberto Puig findet: "Die Situation zwischen Jorge und Zarco ist anders. Jorge ist fünffacher Weltmeister und etwas älter. Die Entscheidung, die er getroffen hat, unterscheidet sich von Zarcos und hat vielleicht nicht so viel mit unserem Motorrad zu tun." Auch wenn Lorenzo ähnlich wie Zarco mit seinem Arbeitsgerät haderte.

"Wenn ein Fahrer nicht zum Motorrad passt, ist es immer schwierig - für jeden", sagt Puig weiter. "Man versucht, ihm die Werkzeuge zu geben, damit er seinen Job machen kann. Aber es funktioniert einfach nicht. Das macht es für alle schwer. Es ist keine schöne Situation, aber sie ist, wie sie ist." In diesem Punkt stimmt Pit Beirer ihm zu.

"Das haben wir gemeinsam. Mit Sicherheit mag niemand diese Situation", sagt der KTM-Motorsportchef in Bezug auf die vorzeitige Trennung von Zarco. "Aber natürlich sind es, wie Alberto schon sagte, komplett unterschiedliche Voraussetzungen."

Beirer: "Auch für die Techniker schwer zu verstehen"

Beirer zieht den Vergleich: "Honda hat ein Siegermotorrad und wenn ein Fahrer dann nicht performt, ist das ein Problem. Was uns angeht, ist das Projekt noch relativ jung. Da hat man viel Fantasie, wenn ein Fahrer wie Johann verpflichtet werden kann. Wenn es dann nicht funktioniert, ist das natürlich hart." Und zwar für alle Beteiligten.

"Wenn man einen Fahrer hat, der abliefert, und einen, der das nicht tut, ist das schrecklich und auch für die Techniker schwer zu verstehen. Du gibst bestimmte Teile dem einen Fahrer und er verbessert sich Schritt für Schritt. Aber wenn du dieselben Teile dem anderen Fahrer gibst, sagt er, es funktioniert nicht. Das macht das Leben schwierig."

"Wir haben wirklich alles versucht, um Johann glücklicher zu machen und sein Potenzial ausschöpfen zu lassen. Aber wir haben es nicht geschafft", gibt Beirer zu. Dabei sei das Umfeld für einen Herstellerwechsel heutzutage durchaus schwieriger geworden.

Der Motorsportchef gibt zu bedenken: "Die Klasse ist mit den Jahren so konkurrenzfähig geworden, dass du früher an einem schlechten Tag und mit etwas Rückstand noch immer in die Punkte fahren konntest und das heute nicht mehr der Fall ist. Die Leistungsdichte ist extrem hoch, die Klasse ist brutal. Aber dessen sind wir uns bewusst."

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