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Test as test can

Nach der technischen Abnahme der letzten beiden Tage im Herzen der Stadt Le Mans bestand heute für die 23 HyperCars, 16 LMP2 Renner und 23 LMGT3 die Möglichkeit, auf der Strecke zu checken, ob in der eigentlichen Vorbereitung alle Varianten von Einstellungen auch auf der Strecke unter den aktuellen Gegebenheiten wie gewünscht funktionieren.

Bernhard Schoke

Wir checken heute final alle denkbaren Szenarien ab – unter diesem einfachen Schlagsatz konnte man als nachfragender Beobachter die jeweiligen Antworten der Teamchefs zu Beginn des Tages zusammenfassen.

Und dementsprechend verliefen die Sessions – natürlich mit den von Crews zuvor festgelegten Abläufen. Installation-Laps, zurück zur Box, kurze Checks, Nachtanken, Reifen wechseln, Bremsscheiben und -beläge „anfahren“ sowie die dazugehörigen Luftführungen anpassen und natürlich Long Runs lösten einander ebenso ab, wie die Definition der optimalen Fahrwerks-Einstellungen, die einfach auf der Strecke funktionieren – und dies nicht nur für einen Piloten, sondern für alle der in der Regel drei „Kutscher“ auf den Boliden. Insbesondere sind dabei die Streckenpunkte im Fokus, an denen man richtig Zeit rausholen kann, wenn man die Brems- und Einlenkpunkte optimal trifft.

Die Anpassung an die Fahrstile, um allen das richtige beziehungsweise passende Gefühl für das Fahrzeug zu ermöglichen ist dabei die Kunst und die Herausforderung gleichermaßen für die Ingenieure, Techniker und Mechaniker, die „ihr“ Fahrzeug zwar „in und auswendig“ kennen.
Die eigentliche Aufgabe ist dabei ganz einfach – auf dem Papier oder in Besprechungen – aber die Realität sieht bekanntermaßen anders aus, denn die wörtlichen, meist emotionalen Beschreibungen der Fahrer in die technische Sprache der Fachleute zu transferieren, ist und war das Thema des Tages – frei nach dem Motto: Wie sage ich es meinem Gegenüber, dass er versteht was ich meine.

Balance of Performance

Und dazu die allgegenwärtige Balance of Performance, die über allen wieder schwebte. Denn, wer zu früh „die Hosen runter lässt, sprich zeigt was wirklich möglich ist, lief wieder Gefahr erneut „abgestraft“ zu werden – wie gestern bereits beschrieben. Demzufolge verlief der ganze Tag. Nicht wirklich in die Karten schauen lassen, war die Devise. Die gefahrenen Rundenzeiten waren entsprechend wenig Aussage-kräftig , schon gar nicht waren auf der Strecke irgendwelche Hinweise zu entdecken. Hilfreicher waren schon die Studien der Bilder der technischen Abnahme. Die Aerodynamik – die Luftführung mit der Anströmung wesentlicher Faktoren wie der Hinterachse und der Luftstrom unter der Vorderachse ließen ebenso Rückschlüsse zu, wie die Auslegung der Fahrwerke. Hochkomplexe Stoßdämpfer-Kombinationen einerseits und elektronische Versionen – mit Blackboxen die alles steuern – andererseits, kennzeichnen die Bandbreite. Und ausgereifte Technik, die bei diesem schnellen Rennen einfach funktioniert und die Crew wie die Fahrer „in und auswendig kennen, werden dann am kommenden Wochenende mitentscheiden – wenn nicht die Balance of Performance „nachhaltig“ eingreift. Und danach sieht es nach dem Testtag aktuell nicht aus. Aber „Überraschungen“ sind immer möglich.

Was wird/war noch wichtig?

Der Zuschauer-Zuspruch war ein Woche vor dem eigentlichen Rennen, wie von Insidern erwartet, nicht so groß wie vor einem Jahr zur 100 Jahr Feier, wobei man allerdings ergänzen muss, dass vor 12 Monaten rund um Le Mans quasi der Ausnahmezustand herrschte.

Die Verkehrsführung des letzten Jahres bereits am Wochenende vor dem eigentlichen Rennen anzuwenden, war zwar aus logistischen, sprich Aufbau-Gründen nachvollziehbar, aber aufgrund der Zuschauerzahlen, insbesondere auf den Tribünen im Start- und Ziel-Bereich nicht nötig.
Und es gab zum Leidwesen von einigen befragten Teamchefs keinen Live-Stream von der Strecke, sodass die Verantwortlichen in den Boxen quasi im Dunkeln tappten, warum die Rennleitung beispielsweise das Safety Car auf die Strecke schickte oder die Mittags-Session ebenso wie jene im Verlauf des Nachmittags und frühen Abends vorzeitig mit der Roten Flagge beendete. Verfügbare Informationen hatte nur der Streckensprecher …..

Morgen haben die Teams und Fahrer in den obligatorischen Meetings die Gelegenheit final ihre Strategien für die dann im weiteren Verlauf der Woche anstehenden Qualifying-Sessions abzustimmen.
Ob dabei die heutigen Daten – weitgehend sonnig und um die 20 Grad - wirklich zum Zuge kommen, bleibt abzuwarten, denn die Wettervorhersage prognostiziert aktuell für das eigentliche Rennwochenende jede Menge Regen…..

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