Rallycross Fuglau | 22.06.2026
Heiße Duelle in Fuglau
Länderspiele beim MTL-Rallycross von Fuglau. Dank dem internationalen Starterfeld gab es Siege für die Österreicher, Ungarn und Tschechen. In der Königsklasse der Supercars sorgte Lokalheld Norman Ganser für die Schlagzeilen des Wochenendes.
Bei hochsommerlichen Temperaturen und Sauna-Hitze in den Rennautos ging das Rallycross-Wochenende im Waldviertel über die Bühne. Spannende Rennen und einige Überraschungen bringen zusätzliche Würze in die Meisterschaft.
Supercars
Norman Ganser aus Göpfritz zeigte sich topmotiviert bei seinem Heimspiel und ließ am Samstag mit Top-Zeiten aufhorchen, ehe im dritten Qualifikationslauf am Sonntagvormittag das Tohuwabohu seinen Lauf nahm. Ganser kam leicht von der Strecke ab und konnte seinen 600-PS-starken Ford Fiesta nicht mehr einfangen. Durch den aufgewirbelten Staub konnte der Mühlviertler Rekordmeister Alois Höller nicht mehr ausweichen, die beiden Ford Fiesta kollidierten, für Ganser war das Heimspiel vorbei. Der Schaden vor Ort war nicht mehr zu reparieren. An der Spitze tobte unterdessen der Kampf zwischen dem schnellen Tschechen Ales Fucik (VW Polo) und dem Südtiroler Werner Gurschler (Ford Fiesta). Mit dem besseren Ende für Fucik. „Ich bin mit dem dritten Platz nach all den Problemen mehr als zufrieden, nach der Kollision war das vordere Eck kaputt“, erzählte Höller nach dem Rennen. Peter Freinberger aus St. Leonhard am Forst holte mit dem Titans-Prototyp Platz 4.
Super Touring Cars über 2.000 ccm
Zwei gegen zwei bei den großen Tourenwagen. Neben den Protagonisten der Saison: Karl Schadenhofer, Patrick Eigenbauer (beide VW Polo mit Heckantrieb) und Daniel Pfeiffer (Skoda Fabia) gesellte sich diesmal der schnelle Tscheche Jan Ratajski (VW Polo, beide mit Frontantrieb) hinzu. Schon in der Qualifikation ging es wild hin und her mit vier verschiedenen Siegern. Im Finale kam es gleich am Start zu einer Kollision zwischen Karl Schadenhofer und Lokalmatador Daniel Pfeiffer aus Reingers. „Mein Start war gut - ich hätte hinter Ratajski bleiben sollen, leider bin ich ausgeschert und habe dabei Daniel getroffen. Meine Hinterachse war dadurch beschädigt, in der dritten Runde musste ich das Auto abstellen“, erzählte ein geknickter Karl Schadenhofer. Auch an Pfeiffers Skoda blieb der Kontakt nicht folgenlos, dem Waldviertler brach die Servolenkung. „Ich habe gebraucht, um ins Wochenende zu kommen, bin aber von Lauf zu Lauf besser geworden und war dann im Finale richtig da, leider habe ich mich dann einmal verschalten – das war wohl genau das, woran es gefehlt hat“, grübelte Patrick Eigenbauer, der mit Platz 2 aber alle Chancen in der Meisterschaft wahrte. Den Sieg holte Ratajski mit dem neuen VW Polo.
Super Touring Cars bis 2.000 ccm
Josef Strebinger (VW Polo) war in der MJP-Arena in Fuglau abermals der schnellste Mann bei den Tourenwagen bis 2 Liter Hubraum. Roman Castoral (CZE, Opel Astra) gewann zwar stets die Starts, Strebinger konterte meist über die Jokerlap, schaffte im zweiten Vorlauf sogar das Kunststück, den tschechischen Rekordsieger auf der Strecke zu überholen. „Es läuft echt sehr gut, ich habe so eine Freude wieder mit meinem Auto zu fahren“, strahlte der Puchberger. Leider war für den Vorjahresmeister im Semifinale vorzeitig Schluss. Ein gelöster Ölschlauch verursachte einen Motorschaden. Tabellenführer Melvin Alic (Honda Civic) fuhr im Finale hinter Roman Castoral über die Ziellinie und baute die Führung in der Meisterschaft weiter aus. „Es war echt ein schwieriges Wochenende für uns, durch die hohen Temperaturen überhitzt das ganze Auto, nach drei Runden rutsche ich immer nur noch herum“, schnaufte der Teenager aus Persenbeug. Heinz Glinz aus St. Leonhard am Forst belegte als zweitbester Österreicher noch den guten fünften Platz im Renault Megane.
Super Touring Cars bis 1.600 ccm
„Der dritte Platz ist mehr als ich mir für dieses Rennen erwartet habe, mit meinem Auto war nicht mehr möglich“, strahlte Tobias Kerschbaummayr aus Pöchlarn über das Stockerl im Waldviertel. An der Spitze duellierten sich beständig der schnelle Tscheche Jiri Cermak in einem Honda Civic und Tamas Vegh in einem modernen VW Polo. Cermark gewann auch im Finale den Start, rollte aber noch im Verlauf der zweiten Runde aus – so war der Weg frei für Tamas Vegh. Patrick Kretchmer (Peugeot 206) und Richard Förster verpassten das Finale knapp und holten Platz 7 und 8 im Endklassement.
National 1600
Enge Kämpfe zeigten sich das ganze Wochenende in der Serienklasse. Silvio Hase (Suzuki Swift) aus Tirol und Wolfgang Schwarzmüller (Peugeot 106) waren in der Qualifikation am besten und hatten an diesem Wochenende das eine oder andere Zehntel mehr auf ihrer Seite. „Es ist unbeschreiblich, nach dem Motorschaden in Tschechien so zurückzukommen ist unglaublich“, jubelte der erst 19-jährige aus Imst. Hase holte zudem den ersten Sieg für Tirol im Rallycross. Zweiter wurde Wolfgang Schwarzmüller. „Silvio war im Finale unglaublich schnell, zudem wurde ich etwas aufgehalten. Aber mit zweimal Platz 2 in Folge bin ich sehr zufrieden“, konstatierte Schwarzmüller. Die Tabelle in der Serienklasse ist ausgesprochen eng, da die beiden Führenden Raphael Dirnberger (Opel Corsa) und Marcel Strobl (Citroën Saxo) diesmal schon im Semifinale die Segel streichen mussten.
Peugeot 206 RX-Cup
Mit seinem dritten Sieg im vierten Rennen machte Oliver Dariz einen deutlichen Schritt in Richtung Meistertitel. Der junge Landfriedstettner holte auch im Waldviertel volle Punkte und hat nun eine Hand am Meisterpokal. „Es läuft extrem gut im Moment, so kann es weitergehen“, kam Dariz aus dem Strahlen nicht mehr heraus. Dahinter war der Kirnberger Michael Zwanowetz gut aufgelegt, er konnte das Tempo von Dariz mitgehen und wurde Zweiter. Vorbildlich duellierten sich Alexander Strobl und Vorjahresmeister Marcel Aigelsreiter im Finale. Tür an Tür ging es durch die schwierige Passage der Waldviertel-Eau-Rouge, ohne Kontakt aber auf Messerschneide konnte sich Strobl behaupten. „Wir haben das Reifensetup geändert – das hat uns an die Spitze herangebracht. Das Duell mit Alex war gut und fair – wir haben uns gegenseitig Platz gelassen“, zeigte sich Aigelsreiter abermals als Sportsmann.
RWD-Cup und Histo-RX
Lukas Woldrich gewann das Rennen im RWD-Cup bis 2000 ccm, Michael Stoklassa war in der Klasse über 2000 ccm nicht zu besiegen. Abermals waren bei den Hecktrieblern nur BMW am Start. In der Klasse der Histo-RX ging es diesmal bunt zur Sache. Brigitte Schmalzl war mit dem Mercedes C190 am schnellsten in der Klasse 4x4. Bern Werfring (Opel Kadett) gewann die Klasse über 1600 ccm, Stefan Reininger (Honda CRX) die Klasse bis 1600 ccm.
Tschechische Rahmenserien
In Summe waren beim MTL Rallycross von Fuglau noch acht weitere Rahmenserien am Start, der Sieger bei den historischen Rennwagen bis 1,6 Liter Hubraum war Jaroslav Fikota (Honda Civic). Petr Bilek (Renault Twingo) holte den Sieg in der National 1600. Im CZ-Cup über 1,6 Liter Hubraum war Stanislav Trinka (Skoda Fabia) der Beste. Die Klasse bis 1,6 Liter Hubraum ging an Radim Boucek (Skoda Fabia), jene bis 1,4 Liter Hubraum wurde zur sicheren Beute für Petr Miroslav Borcicky (Seat Ibiza). In der Kategorie CZ N105 holte Patrik Hyska (VW Polo) den Sieg. Den Sieg in der CZ N1400 ging an Jan Stoklasa (Skoda Fabia). Den Skoda-Markenpokal gewann Zdenek Petak (Skoda Fabia).
Nächstes Rennen
Die Staatsmeisterschaft geht nun in ihre Sommerpause, ehe am 8. und 9. August abermals in der MJP-Arena in Fuglau die finale Phase der Meisterschaft eingeläutet wird. Dort wird neben dem österreichischen auch das ungarische Championat am Start stehen.
















