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Nichts Aufregendes, aber vom Herzen

Weil es keine objektive Musikrezension geben kann, muss ein subjektiver Kommentar ausreichen. Und der besagt: Applaus für JV! Plus: Interview.

Michael Noir Trawniczek
Foto: Yan Lefort

Ein Formel 1-Pilot, der singt? Uiuiui - was kann da nur dabei rauskommen? Rein theoretisch hätte ein musikalisches Nichts á la Daniel Kübelböck - oder wie die vielen Casting-Ganoven heißen mögen - gedroht. Es ist ja heute durchaus keine Seltenheit, dass irgendwelche Menschen ohne jede Leidenschaft in irgendwelche gut getunten Mikrofone krächzen und damit die Charts stürmen...

Gut, ich gebe zu, vorbelastet zu sein. Mit meiner Band (eigentlich sind es sogar zwei) werde ich wohl nie die Charts stürmen - und - na hallo - ich habe es auch gar nicht vor - weil ich mir die Freude an der Musik nicht verderben lassen möchte, indem ich einen Song getreu der Anleitung eines in seinem Büro die meiste Zeit schlafenden PR-Agenten eines Plattenriesen "modifiziere" (alles schon erlebt). Unsere CDs sind nicht modifiziert und es gibt sie nur im so genannten "ausgesuchten Fachgeschäft"...

Das heißt: Dieser Kommentar ist auch deshalb ein Kommentar, weil dieser Artikel rein subjektiv ist und weil es eine gerechte Musikrezension in meinen Augen gar nicht geben kann. Und in meinen Augen oder besser Ohren ist beispielsweise so etwas wie "Tokio Hotel" Wegwerfmaterial, MTV ist großteils reine Fleischbeschau und sogar FM4 ist nicht immer Eitelwonne. Die "White Stripes", beispielsweise, wären vielleicht ein Kompromiss - oder zeitlose Künstler wie Bowie, die einfach auch etwas zu sagen haben...

Zurück zu der Single von Jacques Villeneuve: Zunächst plätscherte die Musik an mir vorüber - vielleicht auch, weil das Video zwar nett aber eben schrecklich kitschig und alles andere als eigenständig ist: Jacques Villeneuve sitzt mit der Akustikgitarre auf einem einsamen Berggipfel - bitte nicht, Jacques Bon Jovi - oder wie?

Doch die Musik, die hat schon was. Man muss das Vorabstück "Accepterais-tu?" ("Lässt du dir das gefallen?") einfach öfter hören. Es sind ganz simple Gitarrengriffe, absolut lagerfeuerkompatibel, eine Mischung aus modernem Akustik-Rock (Eigendefinition) und dem klassischen französischen Chanson, nichts aufregendes, nichts Neues. Man darf auch keine stimmlichen Meisterleistungen oder Verrenkungen erwarten - JV singt. Punkt. Und er tut es auf seine Art - seine Stimme hat etwas, sie hat Charisma. Und darauf kommt es an. Sicher: Millionär wird JV mit dieser Musik nicht werden - sein Glück: Er muss es auch nicht.

Man darf gespannt sein auf das Album, dieses soll Ende des Jahres veröffentlicht werden. Von der Single werden 5.000 Stück im Restaurant des Kanadiers verkauft, danach wird das Stück über "itunes" erhältlich sein.

Villeneuve hat eine Kurzfassung der Single ins Internet gestellt - hören Sie selbst.

In der Navigation rechts finden Sie das Interview mit Jacques Villeneuve, anlässlich seiner ersten Single-Veröffentlichung.

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