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Formel 1: Team Superfund

„Wir könnten sogar ohne externe Sponsoren fahren!“

Superfund-Chef Christian Baha erklärt: „Wurz war die Triebfeder des F1-Projekts.“ Würde dieses abgelehnt werden, soll die eigene Rennserie kommen.

Fotos: Superfund

Superfund ist eines von insgesamt mindestens 22 Teams, die sich fristgerecht bis 29. Mai für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 eingeschrieben haben. Von diesen 22 Teams werden nur 13 von der FIA eine Lizenz erhalten, wobei man unter normalen Umständen davon ausgehen darf, dass die zehn bestehenden Rennställe als gesetzt gelten.

Das bedeutet, dass mindestens zwölf Teams (Brabham, Campos, Carlin, Epsilon Euskadi, Litespeed, Lola, Manor, March, N.Technology, Prodrive, Superfund und US F1) um nur drei Startplätze buhlen. Ein schweres Unterfangen für das Superfund-Projekt, das mit Teamchef Alexander Wurz aber einen erfahrenen und im Fahrerlager angesehenen Mann an der Spitze hat. Und Wurz mein es ernst, wenn er gegenüber der Kleinen Zeitung sagt: "Für einen PR-Gag bin ich nicht zu haben."

Finanzier des Unterfangens ist das Börsenunternehmen Superfund, das über eine Milliarde Euro von mehr als 50.000 Anlegern in Managed-Futures-Fonds verwaltet. Superfund etablierte sich im Motorsport mit der eigenen Euro-3000-Rennserie und wurde zuletzt Ende 2006 mit einem Sponsoring von Christian Klien in Verbindung gebracht, aus dem jedoch nie etwas wurde. Gerüchten zufolge wollte Superfund damals ein Grand-Prix-Cockpit für den Österreicher finanzieren.

"Alex war konsequent auf die F1 fokussiert"

"Wir haben seit Jahren eine hohe Affinität zur Formel 1", erklärte Superfund-Chef Christian Baha im Interview mit dem Kurier. "Während ich persönlich sehr konsequent in Richtung eigener Rennserie, der Formel Superfund, überlegt habe, war Alex Wurz genauso konsequent auf die Formel 1 fokussiert. Nachdem die Kosten überschaubar wurden, haben wir uns entschlossen, für 2010 eine Lizenz zu beantragen."

Baha bestätigte gleichzeitig, dass Wurz die Triebfeder hinter dem Projekt war: "Ich würde einen Formel-1-Einstieg nicht machen, wenn ich nicht so lange mit ihm befreundet wäre. Es gibt viele Leute, die dir Geld abnehmen und keine Leistung dafür bringen wollen. Alex ist ehrlich, extrem fähig, er genießt in der Formel 1 seit vielen Jahren eine hohe Reputation und bringt sein jahrelanges Know-how ein", lobte der 40-Jährige seinen Partner.

Bei Ablehnung "bricht keine Welt zusammen"

Falls es nicht mit dem Einstieg klappen sollte, "bricht für uns keine Welt zusammen", so Baha. "Dann ziehen wir eben unsere eigene Rennserie durch, wo uns auch bereits eine FIA-Genehmigung vorliegt, und investieren das Geld in das eigene Projekt." Aber: "Die Formel 1 sucht Teams, die die Finanzierung schaffen. Das Team Superfund könnte sogar ohne externe Sponsoren antreten. Es gibt nur wenige Interessenten, die diese Voraussetzungen in der Wirtschaftskrise erfüllen."

Schneider in Istanbul

Gegen Superfund spricht jedoch, dass das Team bislang keine eigene Infrastruktur im Sinne einer Fabrik oder eines Windkanals vorweisen kann. Stattdessen hat Wurz einen Deal mit einem bestehenden Formel-1-Team, das die Technologie anliefern soll, eingefädelt. Um wen es sich dabei handelt, ist nicht bekannt. Sollten Kundenautos jedoch nicht zugelassen werden, dann müsste Superfund binnen kürzester Zeit in Österreich etwas auf die Beine stellen.

Der erste Schritt ist aber die Erlangung der FIA-Lizenz, die es wohl nicht ohne Lobbying geben wird. Aus eben diesem Grund werden sich Wurz und Superfunds langjähriger Motorsportberater Martin Schneider am kommenden Wochenende in Istanbul mit Bernie Ecclestone und auch mit FIA-Vertretern treffen. Denn eines ist Baha sonnenklar: "Nur einen Antrag abzuschicken, das wäre zu wenig", sagte der ehemalige Streifenpolizist.

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