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ART: Todt jr. erwartet keine Geschenke

Nicolas Todt erwartet bei der Bewerbung seines Teams um einen Formel-1-Startplatz keine Bevorzugung durch die FIA und deren Präsidenten, seines Vaters.

Weil das US-amerikanische Projekt USF1 vor dem Start in die aktuelle Saison endgültig gescheitert ist und das Stefan-GP-Team von Zoran Stefanovic nicht nachrücken durfte, wird der 13. Startplatz für 2011 neu ausgeschrieben. Angeblich haben sich bis zum Nennschluss Mitte April fünf potenzielle Formel-1-Rennställe beim Automobil-Weltverband FIA um den begehrten Platz beworben.

Mit Außenseiterchancen steigen StefanGP, die US-amerikanische Cypher-Gruppe und die Italiener von Durango in den Ring. Als Favoriten gelten Espilon Euskadi um den spanischen Ex-Benetton-Teammanager Joan Villadelprat, der sich bereits im Vorjahr beworben hatte, sowie die erfolgsverwöhnte GP2-Mannschaft von ART.

Das Auswahlverfahren der FIA wird sicherlich mit Argusaugen beobachtet werden, denn sollte ART den Zuschlag bekommen, werden viele Beobachter die Nase rümpfen, den ART-Teilhaber Nicolas Todt, der das Team gemeinsam mit Frédéric Vassuer führt, ist Sohn von FIA-Präsident Jean Todt. Schnell würde der Vorwurf von Vetternwirtschaft im Raum stehen.

"Mein Vater ist alles andere als dumm", weist Todt junior eine mögliche Bevorzugung in der französischen Auto Hebdo zurück. Dem 32jährigen ist klar, dass die ART-Bewerbung besonders gut ausfallen muss. "Wir müssen besser sein als die Besten. Nur dann können wir gegen jegliche Kritik gewappnet sein. Ich erwarte von der FIA keine Geschenke – eher sogar das Gegenteil", meint Nicolas Todt.

ART möchte sich in der Formel 1 als französische Nationalmannschaft aufstellen. Mit Jules Bianchi im GP2-Team hat man derzeit ein Talent unter Vertrag, das alle Voraussetzungen erfüllen könnte. "Es gibt in Frankreich unzählige Talente. Auf jeden Fall genug, um den Briten mal zu zeigen, was wir können", so Todt junior.

Über Jules Bianchi hat ART überdies einen direkten Draht zu Ferrari. Der junge Franzose, amtierender Champion der Formel-3-Euroserie, wird im Nachwuchskader der Scuderia gefördert. Ein Aufstieg in die "Königsklasse" ist vorprogrammiert, könnte aber bei Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo für Sorgenfalten sorgen. Der Italiener brachte erst am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz erneut seine allgemeine Geringschätzung für neue Formel-1-Teams auf den Punkt: "Es fahren zu viele, die eigentlich in die GP2 gehören!"

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