MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

Marussia 2012 – 2014

Nach nicht einmal drei Jahren verabschiedet sich das Marussia-Team aus der Formel 1 - Eine mögliche Rettung kam zu spät.

Teams kommen und gehen in der Formel 1. Das war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben. Doch gerade bei Marussia trifft die Insolvenz viele ins Herz. Nach dem schweren Unfall von Jules Bianchi gab es wohl keinen im Fahrerlager und auf den Tribünen, der dem Team nicht alles Gute wünschte. Doch nur wenige Wochen nach diesem Schicksalsschlag kam der zweite in Form des endgültigen Aus in der Formel 1.

Dabei hatte alles recht gut begonnen. 2010 startete das Team noch unter der Federführung des Unternehmers Richard Branson als "Virgin Racing". Erst 2012, nach dem Ausstieg des Briten wurde das Team von dem Russen Andrei Scheglakow gekauft und in Marussia umbenannt. Nachdem man die ersten beiden Jahre jeweils Letzter der Konstrukteurs-Meisterschaft war, konnte Marussia bereits 2012 mit HRT das erste Team hinter sich lassen. Im vergangenen Jahr wiederholte man dieses Ergebnis und schlug Caterham, wenn auch nur knapp.

In dieser Saison konnte das russisch-britische Team dann seinen größten und wohl einzigen Erfolg feiern. Mit einem neunten Platz von Jules Bianchi beim Großen Preis von Monte Carlo, holte die Mannschaft ihre ersten beiden Punkte überhaupt und liegt damit aktuell sogar noch vor Sauber auf dem neunten Platz in der Konstrukteurswertung. Die Millionen die es dafür am Ende des Jahres gegeben hätte, können dem Team jetzt aber auch nicht mehr helfen. Denn in all den Jahren in der Formel 1 hing das Damoklesschwert allgegenwärtig über der Mannschaft um Teamchef John Booth.

Dass es um die Hinterbänkler-Teams nicht gut stand, war bekannt. Selbst Teams wie Lotus, Force India und Sauber kämpfen bekanntlich um das Überleben. Doch dass die Verteilung der Einnahmen eventuell ungerecht ist und man das Geld umschichten müsste, erkannte Bernie Ecclestone erst, als es zu spät war. Zunächst zog sich Caterham nach einem öffentlich ausgetragenen Streit über die Besitzverhältnisse im Oktober vorübergehend aus der Formel 1 zurück.

Bei Marussia war es dagegen eher ein stiller Untergang. Rund eine Woche nach Caterham meldete dann aber auch Teamchef John Booth die Zahlungsunfähigkeit. Die Übernahme durch ein britisch-indisches Brüderpaar scheiterte. Somit musste das Team nach dem Drama um Bianchi jetzt den nächsten Nackenschlag ertragen. 200 Mitarbeiter stehen jetzt auf der Straße. "Es ist sehr bedauerlich, dass ein Unternehmen mit so großem Interesse weltweit sein Geschäft aufgeben und schließen muss", sagt Insolvenzverwalter Geoff Rowley gegenüber Sportbild.

Sportdirektor Graeme Lowdon blickt allerdings dankbar auf die vergangenen Jahre zurück. So schreibt er unter anderem auf Twitter: "Formel 1 ist der beste Teamsport auf der Welt. Und ich bin stolz, in mit so einem tollen Team von Racern zusammengearbeitet zu haben. Danke." Und auch Chefingenieur Dave Greenwood verabschiedet sich stolz aus der Formel 1: "Ich bin stolz, Teil eines Teams mit fantastischen Rennfahrern gewesen zu sein, von denen Jules Bianchi der Herausragendste war."

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: News

Weitere Artikel:

W17-Premiere im Regen

Mercedes-Shakedown in Silverstone

Der Mercedes W17 hat in Silverstone seine ersten Kilometer abgespult - George Russell durfte als erster Fahrer auf die nasse Strecke in Großbritannien gehen

Trotz Gerüchten um einen vorzeitigen Abgang von Red Bull wird Gianpiero Lambiase auch 2026 an Bord sein und Renningenieur von Max Verstappen bleiben

Übergabe der Trophäen an alle Sieger:innen, an die Motorsportler des Jahres 2025 sowie erstmals Vergabe von acht Ehrenpreisen für besondere Leistungen

Ducati hat die Karten auf den Tisch gelegt: Beim offiziellen Launch präsentierte sich das Werksteam für die MotoGP-Saison 2026 selbstbewusst und ambitioniert

Finale Lackierung vorgestellt

So startet Audi in die neue F1-Ära

Audi hat in Berlin die Lackierung für sein erstes eigenes Formel-1-Auto vorgestellt, die dem präsentierten Designkonzept ähnelt - 2026 regelmäßig Punkte?