MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Analyse

Honda als Zünglein an der Waage?

Um den im Raum stehenden Alternativmotor zu verhindern, müssen die Hersteller an einem Strang ziehen, doch wird Honda mitspielen?

Um die Einführung des seitens der Werke unerwünschten Alternativmotors ab der Formel-1-Saison 2017 zu vereiteln, könnten sich Ferrari, Mercedes und Renault auf andere Methoden verständigen, um die Entwicklungskosten künftig in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Beschlossen ist noch nichts, aber diese drei in der Formel-1-WM engagierten Hersteller haben dem Vernehmen nach drei große Wünsche.

Zum einen könnte die Lebensdauer der aktuellen V6-Turbo-Aggregate soweit erhöht werden, dass ein Fahrer mit nur noch drei Motoren über die Saison kommt. Mittels weniger anspruchsvoller Materialien und Technologien soll es möglich werden, bis zu sieben Rennwochenenden lang mit dem selben Motor zu fahren.

Zudem könnten sich die Hersteller auf ein "Einfrieren" bestimmter Komponenten einigen. Dabei geht es vor allem um Teile des Antriebsstrangs, die nach deren Einführung zu Beginn der Saison 2014 nun ein entsprechendes Reifestadium erreicht haben und für die es nicht länger lohnt, weiterhin teure Entwicklungsarbeit zu leisten.

So könnte im Sinne der Kostensenkung zum Beispiel die MGU-H, die Abwärme in elektrische Energie umwandelt, künftig von einem Einheitshersteller bezogen werden. "Meiner Meinung nach ist die MGU-H ein wesentlicher Bestandteil hinsichtlich der Effizienz eines Antriebsstrangs", meint allerdings Mercedes-Motorenchef Andy Cowell und schlussfolgert: "Ein Verzicht auf die MGU-H würde mit einem Rückgang der Effizienz einhergehen."

Diesen Rückschritt in Sachen Effizienz wären die großen Hersteller offenbar bereit zu akzeptieren, um das Thema eines kostengünstigen Alternativmotors vom Tisch zu kriegen. Nach Informationen von motorsport.com haben sich Ferrari, Mercedes und Renault bei einer Zusammenkunft vor wenigen Wochen bereits darauf geeinigt, die Entwicklungskosten für die teure MGU-H künftig einzusparen.

Doch das Vorhaben, diese Idee auch in eine Regeländerung umzumünzen, scheiterte an Honda. Für die Japaner, so wird spekuliert, ist die – wenn auch aufwändige – Entwicklung auf dem Gebiet der Hybridtechnik nicht zuletzt einer der Gründe, warum man nach jahrelanger Abwesenheit in die Formel 1 zurückgekehrt ist.

Bis zum 15. Jänner 2016 haben die Hersteller nun Zeit, sich auf eine Anpassung des Motorenreglements für die Zukunft der Formel-1-WM zu einigen. Die FIA muss dann entscheiden, ob das Reglement tatsächlich dahingehend geändert wird oder nicht. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist jedenfalls noch lange nicht gesprochen.

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: Analyse

Weitere Artikel:

F1 vor Rückkehr nach Afrika

Deal für Ruanda kurz vor Abschluss

Die Anzeichen dafür, dass die Formel 1 2030 einen Grand Prix in Ruanda austragen wird, verdichten sich - WurzDesign plant Rennstrecke in der Nähe von Kigali

GP der USA: Bericht

Kimi Antonelli gewinnt in Austin

P4 für Hamilton beim Grand Prix der USA, P8 für Russell: Kimi Antonelli hat nach seinem nächsten Sieg neun von zehn Fingern am WM-Pokal 2026

Lando Norris' bittere Realität

Verliert McLaren den Anschluss?

Lando Norris ist nach dem Wochenende in Austin ernüchtert: Red Bull hat in der Konstrukteurs-WM gleichgezogen und McLaren auf Rang vier verdrängt