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Formel 1: Interview

"McLaren mit bestem Motor siegreich"

Alternativer Jahresrückblick bei McLaren: Rennleiter Boullier ist überzeugt, dass man 2016 dank des besten Chassis gewonnen hätte ...

McLaren-Rennleiter Éric Boullier ist überzeugt, dass sein Team mit einem Mercedes-Aggregat im Heck heuer Rennen gewonnen hätte. Anlass zu dieser Vermutung geben dem Franzosen Analysen seiner Dateningenieure, die herausgefunden haben wollen, dass Fernando Alonso und Jenson Button bei den Kurvengeschwindigkeiten das Tempo der Formel-1-Spitzenreiter mitgehen konnten. Daraus folgert Boullier gegenüber Autosport: "Hätten wir den besten Motor gehabt, hätten wir auch gesiegt."

"Wir wissen das, weil die GPS-Daten es uns verraten", unterstreicht er. Diese Erkenntnis bedeute jedoch keinen Zwist mit dem bisherigen Antriebspartner, auch wenn sie deutlich aufzeigt, dass Honda in Sachen Leistung sowie Zuverlässigkeit noch einige Arbeit vor sich hat. "Es gibt in allen Bereichen Luft nach oben", nimmt Boullier die Japaner in die Pflicht und glaubt, dadurch mehr aus dem Gesamtpaket herausholen zu können: "Das trüge auch zur Entwicklung des Chassis bei."

Immerhin musste McLaren zuletzt mit wenig Abtrieb fahren, um das PS-Defizit zu kompensieren; ein optimales Setup könnte die Kurventempi weiter erhöhen. Das Podium hat man in den vergangenen Monaten nicht einmal mit dem Feldstecher gesehen – auch Boullier weiß, dass Honda so schnell keinen V6-Hybridmotor auf dem Niveau von Mercedes konstruieren wird und setzt daher auf eigene Konzepte, wenn es um die selbstauferlegte Herkulesaufgabe geht, zu den Topteams aufzuschließen.

"Die Lücke ist kleiner geworden, aber um dahin zu gelangen, wo Mercedes steht, kann man nicht einfach abkupfern. Dafür reichen drei oder sechs Monate nicht, es braucht ein paar Jahre", erklärt der McLaren-Rennleiter und verweist auf seinen ehemaligen Arbeitgeber: "Renault hat Zeit gebraucht und ist noch immer nicht mit bei der Musik – und dort wurde vor sechs Jahren mit der Entwicklung angefangen." Honda hingegen ist erst 2015, mit nur einer Saison Vorbereitungszeit, in den Grand-Prix-Zirkus zurückgekehrt.

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