MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Interview

Stewart verteidigt Cockpitschutz Halo

Ex-Weltmeister Jackie Stewart verteidigt die Einführung von Halo und vergleicht dessen Gegner mit den Puristen seiner aktiven Zeit.

Die Kritik nach Beschluss der Einführung des Halosystems ab der Formel-1-Saison 2018 reißt nicht ab, doch mit dem dreifachen Weltmeister Jackie Stewart hat der umstrittene Kopfschutz einen prominenten Fürsprecher erhalten. "Ich fürchte, ich habe keine negative Sicht auf Halo", sagte er gegenüber Autosport. Der Schotte hat bereits in den 60er Jahren Sicherheitsmaßnahmen im Motorsport angeregt und eine entsprechende Kampagne angeführt, die schon damals viel Gegenwind erfuhr.

Die negativen Reaktionen zu Halo hat Stewart zwar mitbekommen, doch die Kritiker erinnern ihn an jene aus seiner Zeit, die sich ebenfalls gegen jede Sicherheitsmaßnahme stemmten. "Selbst der Vollintegralhelm wurde kritisiert, weil man das Gesicht des Fahrers nicht mehr so gut sehen konnte", erzählt der dreimalige Formel-1-Champion und glaubt, dass viele anders reagieren würden, wenn einige bei so vielen Beerdigungen wie er gewesen wären, wenn sie so viel geweint und so viele Freunde sterben gesehen hätten.

Zwar ist die Formel-1-WM heutzutage schon äußert sicher, doch laut Stewart müsse man stets so viel Sicherheit wie möglich haben. Das tragische Beispiel von Jules Bianchi, der 2014 beim Grand Prix von Japan tödlich verunglückte, zeige, dass es immer noch einige Sicherheitslücken gebe. Halo soll vor allem bei Unfällen wie jenem von Henry Surtees wirken, der 2009 bei einem Formel-2-Lauf in Brands Hatch den Reifen eines Kontrahenten an den Kopf bekam. "Das war einfach Pech, aber warum sollte man sich auf Glück verlassen?", meint Stewart dazu.

Er nimmt die ganze Angelegenheit pragmatisch und möchte, wenn es um Sicherheit geht, lieber vorbeugende Maßnahmen getroffen sehen: "Prophylaktische Medizin ist wichtiger als kurative. Außerdem ist heilende Medizin deutlich teurer." Für den alten Spruch, dass Männer früher eben noch Männer waren, hat Stewart derweil nur ein Wort übrig: "Bockmist!"

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: Interview

Weitere Artikel:

Nürburgring-Langstrecken-Serie

Verstappen gewinnt - und wird disqualifiziert

Max Verstappen feiert am Nürburgring einen dominanten Sieg - doch Stunden später wird er disqualifiziert: Ein Teamfehler sorgt für das bittere Ende

Die neuen Regeln sollte die Formel 1 für Hersteller attraktiver machen, Doch nach dem Aus von Renault und der Krise bei Honda stellt sich die Frage: War es das wert?

Fernando Alonso verzichtet in Japan auf ein Training - Aston-Martin-Ersatzpilot Jak Crawford bekommt beim Honda-Heimspiel in FT1 am Freitag eine Chance

"Lange auf meiner Wunschliste"

Verstappen startet bei 24h Nürburgring

Max Verstappen startet 2026 beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring: Warum das Rennen "seit langem auf seiner Wunschliste" steht und was er außerdem plant