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Formel 1: News

Vettel: „Ich brauche kein Vermächtnis“

Sebastian Vettel gibt Einblicke in sein Privatleben und erklärt, wie er sich seine Zukunft vorstellt.

Sebastian Vettel ist zwar viermaliger Weltmeister, aber der Glitter und Glamour, der mit dem Milliardenbusiness Formel 1 einhergeht, hat ihn noch nie groß interessiert. Ganz in dieser bescheidenen Denke ist der Ferrari-Star davon überzeugt, dass ihn die Menschen schnell vergessen haben werden, wenn er einmal zurückgetreten ist.

Sein Vermächtnis sei ihm "egal", sagt Vettel in einem Interview mit dem britischen TV-Sender 'Sky', das im Rahmen des Grand Prix von Aserbaidschan ausgestrahlt wurde: "Ich brauche kein Vermächtnis. Die Welt verändert sich heutzutage so schnell. Ich glaube nicht, dass man sich an mich erinnern wird. Aber das stimmt mich nicht traurig."

"Es ist auch gut, dass sich die Dinge verändern. Ich liebe Tradition, ich würde mich als Traditionalist bezeichnen. Aber ich bin dagegen, sich an einen Moment oder an eine Ära zu klammern. Es ist gut, sich weiterzuentwickeln. Wenn ich so alt bin wie du", sagt er zu Interviewer Martin Brundle, "hoffe ich, dass ich ein progressiver Charakter bin und nicht in der Vergangenheit lebe."

Vettel räumt in dem Interview ein, dass er "nicht einmal davon zu träumen gewagt hätte, so viel zu erreichen. Aber da hört es ja nicht auf. Du willst mehr davon. In der Hinsicht bin ich ziemlich gierig: Ich will mehr. Ich will mit Ferrari Weltmeister werden!"

Dass ihm das gelingen wird, davon ist der 31-Jährige überzeugt. So sehr, dass er Brundles unmoralisches Angebot ausschlägt, zwei seiner Red-Bull-Titel gegen einen Ferrari-Titel zu tauschen. Vettel erklärt: "Vielleicht bin ich ein schlechter Verhandler! Aber ich bin überzeugt, dass ich mit Ferrari gewinnen kann. Da muss ich nichts eintauschen."

Erstmals spricht Vettel mit Brundle auch über seine Zukunft nach der Karriere als Formel-1-Fahrer. Eine zweite Laufbahn als TV-Kommentator kann er sich eher nicht vorstellen: "Ich weiß, dass ich manchmal viel rede. Aber ich glaube nicht, dass ich das Talent dafür habe", winkt er ab.

Dann vielleicht Ferrari-Teamchef? "Ich weiß nicht", meint Vettel. "Als Fahrer, wenn du noch aktiv bist, unterschätzt du das vielleicht. Weil du nicht siehst, wie viel Arbeit hinter den Kulissen geschieht." Auf jeden Fall werde er sich bemühen, einen Ersatz für den Adrenalinausstoß zu finden, den er als Formel-1-Fahrer genießt. Ihm ist aber klar, dass das "schwierig" wird.

Momentan braucht Vettel eher kein zusätzliches Adrenalin, sondern Ausgleich zum actionreichen und eng getakteten Alltag eines Formel-1-Fahrers. Den findet er am besten, wenn er zu Hause in der Schweiz an seinem alten Motorrad herumschraubt: "Ich hätte gern mehr Zeit dafür", seufzt Vettel.

"Es fällt mir manchmal schwer, wenn ich an was arbeite und das Werkzeug dann für zwei, drei Wochen weglegen muss, oder auch mal einen Monat. Dann brauchst du jedes Mal ein bisschen Zeit, um dich wieder reinzufuchsen", sagt er. "Ich komme nur sehr langsam voran. Aber es bereitet mir große Freude, Dinge zu reparieren!"

Und wenn er nicht gerade an seinem Motorrad herumschraubt, dann geht er am liebsten Bergwandern oder Mountainbiken. Ganz in der Natur. Social Media ist ihm hingegen fremd. Sein Rivale Lewis Hamilton hat schon mal ein Video von der Flugzeug-Toilette aus veröffentlicht. Etwas, was Vettel nie einfallen würde: "Ich würde von sowas niemals ein Foto posten."

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