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Formel 1: Analyse

Unterstützt Mercedes ein Kostenlimit?

Mercedes-Teamchef Wolff erklärt, welche Hürden er für eine Budgetobergrenze sieht; vor allem dürfe diese nicht zu limitierend sein.

Am 26. März ist ein Treffen von Formel-1-Kommission und Strategiegruppe angesetzt, um über das Reglement ab der Saison 2021 zu diskutieren, dass die FIA in Zusammenarbeit mit Liberty Media, dem Mehrheitseigner der Rennserie, ausgearbeitet hat. Ein Grundpfeiler soll die Budgetobergrenze werden, die für besonders viel Gesprächsstoff sorgt. Mercedes-Teamchef Toto Wolff (Bild oben rechts) hat nun erklärt, sein Rennstall sei daran interessiert, eine solche Kostenbremse einzuführen.

Bereits im Jänner hat Formel-1-Geschäftführer Chase Carey auf ein solches Budgetlimit gedrängt. Das Modell des Rechteinhabers sieht vor, die Kosten der Teams von 2021 bis 2023 sukzessive auf 135 Millionen Dollar (rund 120 Mio. Euro) zu reduzieren, um die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer Teams zu stärken und ein ausgeglicheneres Kräfteverhältnis sicherzustellen.

"Ich glaube, dass gerade Schwung im Prozess ist", kommentierte Wolff die Vorgänge hinter den Kulissen. Eine Budgetobergrenze würde für das seit Jahren ungeschlagene Weltmeisterteam deutliche Einbußen bedeuten, denn aktuell operiert man mit rund 350 Mio. Euro pro Saison exklusive Motoren. Deshalb schränkte der Wiener seine Zustimmung für die Neuerung sogleich ein: "In der richtigen Höhe, sodass es für alle Sinn ergibt und die großen Teams auch zustimmen können."

Durch ein Kostenlimit sollen Mittelfeldteams wieder zu Rivalen der drei Sieganwärter werden; außerdem soll damit sichergestellt werden, dass die Budgets nicht Jahr für Jahr steigen. Insgesamt stimmten Wolff die aktuellen Vorgänge optimistisch, wie er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verriet: Noch sei alles im Entstehen begriffen, es würde aber zu einer Obergrenze kommen. "Den wollen wir", betonte er. Schwierigkeiten sieht er jedoch bei der konkreten Umsetzung und Kontrolle, da verschiedene Rennställe unterschiedlich aufgebaut seien.

Für den Fall eines absichtlichen Regelverstoßes müsse etwa ein Strafenkatalog erstellt werden. "Das alles zu formulieren ist sehr komplex", meinte Wolff. Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost ist hingegen anderer Meinung, die Kontrolle einer Budgetobergrenze sei gar nicht kompliziert. "Warum sollte es komplizierter sein, die Bücher zu überprüfen, wenn man bereits dazu in der Lage ist, Heckflügel, Frontflügel und das Fahrzeuggewicht zu checken?", fragte der Landsmann des Mercedes-Motorsportchefs.

Ross Brawn, Sportchef der Formel-1-WM, sieht das Thema einer Kostendeckelung als im Fluss an: "Es wäre naiv zu glauben, wir stellen finanzielle Spielregeln auf und damit ist der Fall erledigt." Vielmehr befindet sich Liberty im ständigen Dialog mit den Teams. Alle zehn Mitbewerber auf einen Nenner zu bringen, sei allerdings eine Herausforderung, gab der Brite zu, denn jeder verfolge seine eigene Interessen.

Rennställe wie McLaren oder Racing Point fordern eine gerechtere Geldverteilung, denn im Vorjahr konnte nur Mercedes einen Gewinn verbuchen. "Ich denke nicht, dass die Erlöse gleich vergeteilt werden müssen, sondern fair", so McLaren-Geschäftsführer Brown. Er forderte eine realistische Budgetgrenze, die viele Teams mit Preisgeldern, FOM-Zahlungen und Sponsoren bereits erreichen könnten.

Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer (Bild oben links) ist der Ansicht, dass die kommerzielle Seite der Regeln nicht ohne die technische auskommt: "Das ist ein Paket. Ich denke, das alles miteinander verknüpft ist: die technische Freiheit, aber auch wie viel Geld man mit der Kostenobergrenze ausgeben kann." Sein Rennstall kann auf rund 100 Millionen US-Dollar zurückgreifen, was sogar unter dem geplanten Limit bliebe. "Für uns ist die Kostenobergrenze gut. Lasst die schlaueren Kerle eine Chance haben, nicht die reichen Jungs", forderte Szafnauer.

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