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Rallye Dakar 2020

Alonso verliert nach Crash zwei Stunden

Schon im Laufe der zweiten Etappe der Rallye Dakar in Saudi-Arabien musste Fernando Alonso Lehrgeld bezahlen.

Fotos: Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

Der Toyota-Pilot beschädigte sich ungefähr bei Kilometer 160 die linke Vorderradaufhängung. Alonso und Co-Pilot Marc Coma mussten ihre Fähigkeiten als Mechaniker unter Beweis stellen.

Der Hilux wurde notdürftig repariert. Auch Klebeband und Kabelbinder kamen zum Einsatz. Nach der langen Reparaturpause setze Alonso seine Fahrt fort und erreichte das Biwak in Neom. Der Zeitverlust betrug zweieinhalb Stunden. Im Gesamtklassement ist der Dakar-Neuling auf Platz 48 zurückgefallen.

"Wir haben im Staub etwas getroffen und wissen nicht, was es war, denn wir konnten nichts sehen", berichtet Alonso. "Die ersten 48 Kilometer sind wir sehr schnell gefahren. Wir hatten gerade Erik van Loon überholt, der vor uns war. Dann sind wir 120 Kilometer im Staub gefahren. Man konnte nichts sehen und dann haben wir etwas getroffen."

"Zunächst wollten wir auf den Assistenztruck warten, der vier bis fünf Stunden nach uns kommt. Dann haben wir zerlegt, was wir zerlegen konnten. Wir standen auch in Kontakt mit dem Team. Sie haben uns gesagt, wenn wir dies und jenes tun können, dann könnten wir den Schaden reparieren. Das war dann auch der Fall. Dafür haben wir in den vergangenen Monaten trainiert."

Denn Teil des Vorbereitungsprogramms von Alonso und Coma war es, dass sie bestimmte Reparaturen selbst durchführen können. "Wir sind dann ohne Vorderbremsen gefahren", berichtet Alonso weiter. "Es war eine weitere Erfahrung. Ich wollte die Dakar mit allen Extras erleben. Das gehört zu diesem Rennen dazu. Ich bin froh, dass ich hier bin und weitermachen kann."

Alonso ist nicht der erste Formel-1-Fahrer, der das Abenteuer Dakar in Angriff nimmt. Sehr erfolgreich war Jacky Ickx, Formel-1-Vizeweltmeister 1969 und 1970. Der Belgier hat so wie Alonso auch die 24 Stunden von Le Mans gewonnen. 14 Mal trat Ickx bei der Rallye Dakar an, als sie noch in Afrika stattfand. 1983 konnte er bei seinem dritten Versuch den Gesamtsieg feiern.

Ickx glaubt, dass Alonso den richtigen Schritt gemacht hat: "Er hat eine große Reputation, er ist ein Kämpfer. Dieser frische Wind war für die Rallye sehr wichtig", sagt der 75-Jährige im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Ickx kennt die Tücken der Rallye genau. Er verweilt in diesen Tagen in Saudi-Arabien, um sich ein Bild des neuen Austragungsortes zu machen.

"Offroad-Rennen benötigen sehr viel Erfahrung. Ich habe mich für die Dakar nicht in nur sechs Monaten vorbereitet", vergleicht Ickx seine damalige Situation mit jener von Alonso. "Mein Vorteil war, dass ich mit dem Motorrad viel offroad gefahren bin. Deshalb wusste ich, wie ich diese Strecken lesen muss. Trotzdem musste ich viel lernen und habe viele Fehler gemacht."

"Ich habe mit Porsche, Mercedes, Peugeot und Lada mehr als 30 Etappen gewonnen. Man lernt von jedem Tag. Manchmal vermeidet man Probleme nur durch Glück", so Ickx. Glück, dass Alonso am zweiten Tag nicht hatte. Trotzdem glaubt Ickx, dass der Spanier eine große Dakar-Zukunft haben kann: "Er sitzt im richtigen Auto, hat den richtigen Beifahrer."

"Ich hoffe, er wird weitermachen, denn ich glaube, er kann gewinnen. Momentan ist das nicht möglich, denn ihm fehlt die Erfahrung. Man muss die dramatischen Erlebnisse selbst erleben, um zu verstehen. Man muss sich im Sand eingraben. Im Staub zu fahren, ist sehr kompliziert", weiß Ickx aus eigener Erfahrung. Alonsos Vertrag mit Toyota gilt momentan nur für die aktuelle Dakar.

© Motorsport-Total.com

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