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Rallye Dakar 2020

Brabec holt sich die Gesamtführung

Ricky Brabec gewinnt die dritte Motorradetappe in Saudi-Arabien und übernimmt die Gesamtführung vor Honda-Markenkollege Benavides, Walkner auf Gesamtrang drei.

Fotos: Honda Racing

Honda übernahm an Tag drei der Rallye Dakar in Saudi-Arabien das Kommando. Ricky Brabec sicherte sich souverän vor seinen Teamkollegen Ignacio Cornejo und Joan Barreda den Tagessieg. In dieser Reihenfolge sind Brabec, Cornejo und Barreda auch in der Gesamtwertung auf den ersten drei Plätzen. Mit Kevin Benavides gibt es sogar eine Vierfachführung für Honda im Gesamtklassement. Die starken KTM-Fahrer haben am Dienstag allesamt Zeit verloren.

Die dritte Etappe wurde im Norden des Landes in einer Schleife rund um Neom gefahren. Teilweise ging es ins Gebirge hoch auf 1.400 Meter. Es war der höchste Punkt der Rallye. Knapp 500 Kilometer mussten bewältigt werden. Die gezeitete Speziale betrug 414 Kilometer. Es war der zweite Teil des "Super-Marathons". Das Roadbook wurde wieder kurz vor dem Start ausgegeben.


Einige Fahrer steckten am Dienstag in Schwierigkeiten. Schon nach drei Kilometern stürzte Adrien van Beveren von seiner Yamaha. Der Franzose verlor zwar nicht das Bewusstsein, aber er benötigte ärztliche Hilfe. Van Beveren wurde schließlich per Helikopter zurück ins Biwak geflogen. Er hat sich ein Schlüsselbein gebrochen und die Hüfte geprellt.

Auch Olaf Harmsen (KTM) und Martien Jimmink (Husqvarna) mussten nach Stürzen mit dem Helikopter ins Biwak gebracht werden. Technische Probleme hatte Routinier Paulo Goncalves, der für das Hero-Team fährt. Der Motor seines Motorrades streikte und der Portugiese versuchte den Schaden zu reparieren und wartete auf den Assistenztruck.

Ross Branch eröffnete nach seinen gestrigen Tagessieg die heutige Etappe, aber es lief nicht gut für den KTM-Fahrer. Bei Kilometer 90 stürzte der Mann aus Botswana und verletzte sich eine Schulter. Branch biss aber die Zähne zusammen und fuhr mit großem Zeitverlust weiter. Die knifflige Navigation bereitete vielen Fahrern auch heute Schwierigkeiten.

Honda setzt sich mit vier Fahrern an die Spitze

Sehr gut unterwegs war Brabec, der etwas weiter hinten startete und sich an den Spuren orientieren konnte. Nach 200 Kilometern führte das Honda-Trio Brabec, Kevin Benavides und Cornejo das virtuelle Klassement an. Bei Kilometer 251 hatte Sam Sunderland (KTM), der den Tag als Gesamtführender begonnen hatte, schon zehn Minuten verloren.

Brabec fuhr souverän weiter. Bei Kilometer 350 betrug sein virtueller Vorsprung schon etwas mehr als sieben Minuten. Nach einer Fahrzeit von vier Stunden und acht Minuten erreichte Brabec das Ziel und durfte sich über den Tagessieg freuen. Neun Minuten betrug sein Vorsprung auf Cornejo und 13 auf Barreda. Honda war mit drei Fahrern vorne.

Aufgrund der größeren Zeitabstände spiegelt dieses Tagesergebnis auch die neue Gesamtwertung wieder. Brabec, Cornejo und Barreda belegen die ersten drei Plätze, wobei Brabec 15 Minuten Vorsprung auf seine beiden Teamkollegen hat. Vor allem KTM hat am Dienstag Federn lassen müssen. Matthias Walkner, Sunderland und Toby Price büßten allesamt viel Zeit ein.

Walkner der beste KTM-Fahrer

Walkner verlor heute 20 Minuten auf Brabec. In der Gesamtwertung ist der Österreicher auf den fünften Platz zurückgefallen. Sein Rückstand beträgt knapp 18 Minuten. Sunderland liegt in der Gesamtwertung nun schon 34 Minuten zurück und Price deren 38. Price hatte zudem das Pech, dass er sich einen knappen Kilometer vor dem Ziel erneut verfahren hatte.

Morgen geht es von Neom weiter ins Landesinnere nach Al-'Ula. Nach dem steinigen Terrain heute wird es wieder auf Sand weitergehen. 672 Kilometer müssen bewältigt werden, davon 453 auf Zeit.

UPDATE

Die Rennleitung hat das Ergebnis nach der dritten Etappe der Rallye Dakar 2020 in Saudi-Arabien für die Motorräder geändert. In der offiziellen Mitteilung heißt es, dass es ein "technisches Problem" gegeben hat, das "das GPS beeinträchtigt" hat. Deswegen wurde das Ergebnis der Schleife rund um Neom verändert. Man nimmt nun das Ergebnis bei Wegpunkt 53 bei Kilometer 389 und nicht im Ziel bei Kilometer 414.

Diese Entscheidung verändert das Ergebnis in den Wertungen, denn kurz vor dem Ziel gab es einen Wegpunkt, der im vom Veranstalter erstellten Roadbook nicht richtig verzeichnet war. Einige Fahrer suchten sehr lange, um ihn doch noch zu finden. Deshalb gab es zum Schluss im ursprünglichen Ergebnis noch sehr große Zeitabstände.

"Kurz vor dem Ende war ein Wegpunkt nicht im Roadbook verzeichnet", berichtet KTM-Fahrer Toby Price. "Er war im Roadbook, aber in Wirklichkeit nicht an der richtigen Stelle. Ich habe lange versucht ihn zu finden und habe dabei viel Zeit verloren. Schließlich habe ich ihn gefunden." Der Wegpunkt war nicht korrekt im Roadbook angegeben. "Etwas Chaos und es war wieder ein harter Tag."

Im neuen Ergebnis nach der dritten Etappe rückt alles enger zusammen. Honda darf sich dennoch über einen Dreifachsieg am Dienstag freuen. Ricky Brabec, Ignacio Cornejo und Kevin Benavides landeten auf den ersten drei Plätzen. Auch im Gesamtklassement bleibt Brabec vorne. Der US-Amerikaner hat aber nur mehr 4:43 Minuten Vorsprung auf Kevin Benavides.

Ein Profiteur des neuen Ergebnisses ist Matthias Walkner. Im ursprünglichen Ergebnis hatte der Österreicher 20 Minuten auf Brabec verloren. Im neuen Ergebnis hat Walkner nur noch acht Minuten Rückstand und belegt den vierten Platz. Im Gesamtergebnis ist der KTM-Fahrer nun Dritter und mit sechs Minuten Rückstand in Schlagdistanz.

Neues Motorradergebnis der 3. Etappe (Top 10):

01. Ricky Brabec (Honda) - 3:29:31 Stunden
02. Ignacio Cornejo (Honda) +5:56 Minuten
03. Kevin Benavides (Honda) +7:22
04. Matthias Walkner (KTM) +8:13
05. Toby Price (KTM) +8:35
06. Joan Barreda (Honda) +9:04
07. Luciano Benavides (KTM) +12:30
08. Xavier de Soultrait (Yamaha) +13:55
09. Skyler Howes (Husqvarna) +15:43
10. Adrien Metge (Sherco) +18:00

Neues Gesamtergebnis nach 3 von 12 Etappen (Top 10):

01. Ricky Brabec (Honda) - 10:39:04 Stunden
02. Kevin Benavides (Honda) +4:43 Minuten
03. Matthias Walkner (KTM) +6:02
04. Joan Barreda (Honda) +11:02
05. Ignacio Cornejo (Honda) +11:19
06. Toby Price (KTM) +11:58
07. Luciano Benavides (KTM) +14:20
08. Pablo Quintanilla (Husqvarna) +15:40
09. Sam Sunderland (KTM) +17:10
10. Xavier de Soultrait (Yamaha) +19:55

Am dritten Tag der Rallye Dakar attackierten die vermeintlichen Favoriten und katapultierten sich an die Spitze. Carlos Sainz (Mini Buggy) eroberte den Tagessieg. Dicht dahinter folgte Nasser Al-Attiyah (Toyota). Somit führt Sainz nun auch die Gesamtwertung knappe fünf Minuten vor Al-Attiyah an. Ein Lebenszeichen gaben die bisher vom Pech verfolgten Jakub Przygonsky (Mini) und Fernando Alonso (Toyota) ab.

Die dritte Etappe wurde im Norden von Saudi-Arabien in einer Schleife rund um Neom gefahren. Teilweise ging es ins Gebirge hoch auf 1.400 Meter. Es war der höchste Punkt der Rallye. Knapp 500 Kilometer mussten bewältigt werden. Die gezeitete Speziale betrug 414 Kilometer. Das Roadbook wurde wieder erst kurz vor dem Start ausgegeben.


Und von Beginn an entwickelte sich ein Duell zwischen Sainz und Al-Attiyah. Nach 125 Kilometern führte Sainz das virtuelle Zwischenklassement an, aber Al-Attiyah lag nur elf Sekunden zurück. Und auch Stephane Peterhansel (Mini Buggy) befand sich nach seinen gestrigen Problemen im Angriffsmodus.

Zwei spektakuläre Ausfälle

Spektakuläre Szenen ereigneten sich am Dienstag auch. Khalid Al-Qassimi überschlug sich mit seinem Peugeot mehrfach. Fahrer und Beifahrer blieben unverletzt, aber die Schäden am 3008 DKR, der von PH-Sport eingesetzt wird, waren erheblich. Die Rallye ist für Al-Qassimi nach dem dritten Tag schon vorbei.

Auch Wladimir Wasiljew verabschiedete sich spektakulär aus der Rallye. Bei Kilometer 284 brannte der Mini JCW. Der Russe und sein Co-Pilot kamen mit dem Schrecken davon. Der Ausfall war besiegelt. Al-Qassimi und Wasiljew sind nur zwei von den prominenteren Namen, die die Rallye schon aufgeben mussten.

UPDATE: Am Abend verkündete der Dakar-Veranstalter eine Zeitstrafe in Höhe von drei Minuten gegen Nasser Al-Attiyah. Grund: Er hat Carlos Sainz für mehrere Kilometer nicht passieren lassen, obwohl der Spanier laut Auswertung der GPS-Daten direkt hinter Al-Attiyah mehr als dreimal innerhalb von 45 Sekunden das Warnsystem "Sentinel" eingesetzt hatte.

Im Tagesklassement rutscht Al-Attiyah somit nachträglich von P2 auf P5 ab. Profiteur ist unter anderem Fernando Alonso, der die Etappe auf anstatt auf P5 letztlich auf P4 abgeschlossen hat. In der Gesamtwertung der Rallye bleibt Al-Attiyah Zweiter hinter Sainz, hat nun aber 7:55 statt 4:55 Minuten Rückstand.

Morgen geht es von Neom weiter ins Landesinnere nach Al-'Ula. Nach dem steinigen Terrain heute wird es wieder auf Sand weitergehen. 672 Kilometer müssen bewältigt werden, davon 453 auf Zeit.

Ergebnis der 3. Etappe (Top 10):
01. Sainz/Cruz (Mini Buggy) - 3:48:01 Stunden
02. Przygonski/Gottschalk (Mini) +4:19
03. Seaidan/Alexy (Mini) +5:28
04. Alonso/Coma (Toyota) +6:14
05. Al-Attiyah/Baumel (Toyota) +6:31 Minuten (3 Minuten Strafe)
06. Al-Rajhi/Schiltsow (Toyota) +7:36
07. Peterhansel/Fiuza (Mini Buggy) +10:26
08. Terranova/Graue (Mini) +12:52
09. de Villiers/Haro Bravo (Toyota) +16:21
10. ten Brinke/Colsoul (Toyota) +16:43

Gesamtwertung nach 3 von 12 Etappen (Top 10):
01. Sainz/Cruz (Mini Buggy) - 11:00:20 Stunden
02. Al-Attiyah/Baumel (Toyota) +7:55 Minuten
03. Terranova/Graue (Mini) +8:09
04. Al-Rajhi/Schiltsow (Toyota) +18:58
05. Peterhansel/Fiuza (Mini Buggy) +19:00
06. Serradori/Lurquin (SRT Buggy) +20:56
07. de Villiers/Haro Bravo (Toyota) +23:42
08. ten Brinke/Colsoul (Toyota) +33:23
09. Prokop/Chytka (Ford) +48:05
10. Zala/Jurgelenas (Mini) +59:59

© Motorsport-Total.com

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