MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
DTM: News

Sparkurs: BMW 2020 nur mit vier Autos?

Nach einer schwieriger Saison plant BMW aus Kostengründen eine Umstrukturierung des DTM-Aufgebots – nur noch vier Werksautos dabei?

Bei BMW bahnt sich nach der Audi-Dominanz in dieser Saison eine Umstrukturierung des DTM-Programms an, bei den Münchnern drohen in der kommenden Saison Einsparungen. Obwohl die teils erhofften Erfolge heuer nicht nur in der DTM ausgeblieben sind, hat man mehr Geld ausgegeben als eingeplant war. Aus diesem Grund wird die künftige Anzahl an DTM-Fahrzeugen gerade einer Prüfung unterzogen.

In Zeiten enormer Herausforderungen für die Autoindustrie mit Stichwörtern wie Dieselbetrug oder Klimakrise, in denen Rennsport in Autokonzernen rasch hinterfragt wird, ist es schwierig, den Vorstandsmitgliedern die aktuelle Saison als Erfolg zu verkaufen, zumal das DTM-Engagement rund 30 Millionen Euro pro Jahr verschlingt, ohne allzu große Medienpräsenz abzuwerfen.

Der Führungswechsel an der Spitze des BMW-Konzerns – Oliver Zipse folgte im August Harald Krüger als Vorstandschef nach – gilt als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor. Um Geld zu sparen, könnte man 2020 die Anzahl der Werksboliden auf vier reduzieren. Hinter den Kulissen bemüht sich BMW derzeit intensiv darum, Motopark als neues Satellitenteam aufzubauen. Der Einsatz von Kundenautos käme BMW wesentlich billiger als der Einsatz eigener Boliden.

Wie reagiert BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt auf die Frage, ob man plane, künftig – wie Audi heuer – insgesamt acht Autos an den Start zu bringen? "Das Thema ist relativ einfach: Wenn ein Privatteam da ist, das das komplett hinkriegt, und ich da nicht noch finanziell oder sonst irgendwie mit rein muss, dann ist das natürlich eine Option. Dabei handelt es sich um ein Paket, von dem man wirklich sagen muss, dass es in der Gesamtheit mit dem Umsetzungspartner stimmen muss. Das ist eine Variable, die kann ich nur bedingt beeinflussen."

Dass eine Verringerung des Werksengagements auf vier Boliden geplant sei, bestätigt Marquardt nicht: "Die sechs Werksautos sind wichtig und natürlich auch der primäre Fokus, den ich habe. Ich weiß nicht, wie es bei Audi ausschaut. Ich weiß nicht, wie es mit WRT ausschaut. Ich weiß nicht, was Aston Martin macht. Mein Job ist es, für BMW das beste Paket an den Start zu bringen. Das gucke ich mir an." Nach Ende der Saison werde man erarbeiten, wie man im kommenden Jahr aufgestellt sein werde: "Dann werden wir uns das entsprechend auch mit den Teams anschauen."

Derzeit setzt BMW in der DTM auf die "Werksteams" von Bart Mampaey (RBM) und Stefan Reinhold (RMG), die für je drei Autos verantwortlich sind. Da das Reglement aber Zweierteams vorsieht, musste man überdies einen Hybridrennstall namens RMR (Reinhold Mampaey Racing) gründen, das sich aus je einem RBM- und einem RMG-Auto zusammensetzt. Auch dieser Ansatz stehe laut Marquardt zur Diskussion; wie Mercedes einst mit HWA nur noch auf ein Team zu setzen, hält Marquardt aber für unwahrscheinlich.

Das hätte zwar große Vorteile bei Logistik und Kommunikation, ihm würde allerdings ein bisschen der kompetitive Faktor fehlen – und die Autos müssten direkt aus München eingesetzt werden, was nicht dem BMW-Ansatz entspräche. Zudem würde ein Einsatz direkt durch den Hersteller dafür sorgen, dass man sich an Konzernvorgaben in Sachen Arbeitszeit, Nacht- und Wochenendarbeit halten müsste.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

DTM: News

Weitere Artikel:

Ford wird 2027 mit einem LMDh-Boliden in der Langstrecken-WM antreten, nicht in der amerikanischen IMSA-Serie: Ford-Sportchef Mark Rushbrook erklärt die Gründe

GP von Aserbaidschan: Qualifying

Nach Antonelli-Crash: Russell holt Baku-Pole

Während Max Verstappen und Kimi Antonelli auslassen, nutzt George Russell im Qualifying zum Grand Prix von Aserbaidschan 2026 die Gunst der Stunde

Brisante Trennungsgerüchte

WEC ohne die 24h Le Mans?

Droht der Langstrecken-WM 2027 eine Trennung von ihrem Promoter? Die FIA reagiert auf den Bericht und erklärt, wie es mit dem ACO weitergeht

Flavio Briatore hegt großen Frust gegen das Ergebnis der Berufungsverhandlung und wirft einem der vier Richter vor, eine besondere Verbindung zu McLaren zu haben

DTM-Rennen Sachsenring – Hintergründe

Halbfinale in der DTM

Das vorletzte Rennwochenende der Saison 2026 stand ganz im Zeichen der Taktik. Wer schafft es, sich die beste Ausgangsposition für den in rund vier Wochen in Hockenheim anstehenden Showdown herauszufahren. Vor allem Thomas Preining, aber auch Maro Engel und Marco Wittmann haben die besten Ausgangspositionen für das Finale.