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Endurance-WM: Bol d'Or

YART steht vor dem Sieg in der WM

Nach acht Jahren könnte bald wieder ein WM-Titel bei den Motorrädern nach Österreich kommen – an das Yamaha Austria Racing Team.

Ein 15. Platz reicht dem Yamaha Austria Racing Team, um sich bereits beim vorletzten zur Endurance-WM vorzeitig den Titel in der Langstrecken-Weltmeisterschaft zu holen.

Damit würde die Serie österreichischer Weltmeister im Zweiradsport nach Rupert Hollaus (Klasse 125 ccm, 1954), Heinz Kinigadner (Moto Cross 250ccm, 1984 und 1985) und Klaus Klaffenböck/Christian Parzer (Seitenwagen, 2001) eine Fortsetzung finden.

Wenngleich auch bei YART kein Österreicher im Sattel sitzt, an der Boxenmauer und in der Garage ist die Mannschaft aus Heimschuh in der Steiermark rot-weiß-rot.

Jagd auf die Bol d'Or

Nach drei Siegen und einem vierten Platz halten Igor Jerman, Steve Martin und Gwen Giabbani bei 111 Punkten, ihre schärfsten Konkurrenten haben es nur auf 47 Zähler gebracht.

Sollte das RT Racing Team überraschenderweise beide noch zwei ausstehenden Rennen gewinnen, würde der Mannschaft aus der Steiermark ein Punkt zum Titelgewinn genügen.

"Unser Ziel ist es aber, das Rennen um den Bol d’Or zu gewinnen", lässt Kainz selbstbewusst verlauten. Das Ergebnis der Vortests in Magny Cours vor vierzehn Tagen unterstreicht den Optimismus des Steirers:

"Obwohl alle Sieganwärter mit dabei waren, war Gwen mit Abstand der schnellste Pilot auf der Piste. Natürlich weiß ich, dass für einen Sieg auch das Quentchen Glück nicht fehlen darf."

Ländermatch

Auf der Grand-Prix-Strecke im Département Nièvre im westlichen Teil Burgunds wird das Team lautstarke Unterstützung aus der Heimat haben.

Kainz: "Die halbe Belegschaft von Yamaha Österreich kommt nach Frankreich, und auch aus meiner Heimat haben sich viele Freunde angesagt, um uns die Daumen zu drücken. Da ist es für uns schon eine moralische Verpflichtung ein Top-Ergebnis einzufahren."

In den Tagen vor dem 24-Stunden-Rennen in Magny Cours wurde in Heimschuh noch eifrig an den Motorrädern geschraubt:

"Bei so einem Rennen darf man nichts dem Zufall überlassen. Um an der Spitze mitfahren zu können, muss einfach alles perfekt funktionieren. Aber ich weiß, dass ich mich auf meine Fahrer und die Boxencrew verlassen kann."

Die Konkurrenz

In den Klassen Formula EWC, Superstock und Open haben insgesamt 53 Teams genannt.

Als einziger österreichischer Pilot wird Horst Saiger beim Klassiker, der bis zur "Berniefizierung" des Circuit Paul Ricard ja in Le Castellet ausgetragen wurde, dabei sein. Mit seiner Kawasaki kämpft er um einen Stockerlplatz im Rennen und in der Endabrechnung, denn hinter YART wird es um die Ehrenplätze in der WM noch spannend.

Honda France verzichtet aus wirtschaftlichen Gründen auf die Bol d'Or, man hat sich heuer mit Le Mans begnügt. Die Hauptgegner für YART um die begehrte Trophäe sind also die verbleibenden drei Werksmannschaften, das Suzuki Endurance Racing Team (SERT), das Team GMT 94 von Yamaha France und das Team GSR Kawasaki.

WM-Stand nach vier von sechs Rennen:

1. Yamaha Austria Racing Team, 111 Punkte 2. RT Racing Team (Frankreich), 47 Punkte 3. Amadeus X-One (Italien), 40 Punkte 4. Bolliger Team Switzerland (Schweiz), 38 Punkte 5. Yoshimura Suzuki (Japan), 35 Punkte

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