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Formel E: Peking

„Sie müssen es schauen, weil es die Zukunft ist!“

Formel-E-Boss Alejandro Agag zieht nach dem spannenden und turbulenten Premierenrennen in Peking eine optimistische Bilanz.

Foto: Formel E

Alejandro Agag kann durchatmen: Das erste Rennen der neuen Formel-E-Serie war ein voller Erfolg. Organisatorisch hat der Saisonauftakt in Peking reibungslos funktioniert, Fahrer und Teams waren voll des Lobes für den Meilenstein der Motorsportgeschichte, und auch der Zuspruch von den Fans hat den Spanier begeistert: "Die Reaktion von den Fans war fantastisch, besser als erwartet", erklärt er freudig.

Das hat sich auch (leider) gezeigt: Die Webseite der Formel E war für einige Stunden komplett dicht - wegen Überfüllung geschlossen. Der YouTube-Kanal der Serie hat mittlerweile knapp drei Millionen Besucher, hinzu kamen die Millionen Interessierten an den Fernsehschirmen. "Eigentlich waren alle Reaktionen wirklich positiv, dabei befinden wir uns eigentlich in einem schwierigen Stadium", resümiert Agag zufrieden.

Denn: Bislang sind die Boliden der Formel E noch viel langsamer als andere Rennwagen, die Technik ist noch nicht ausgereift und der Sound zieht auch keinen Motorsportfan hinter dem Ofen hervor. "Also warum sollten es die Leute schauen?", fragt der Spanier und beantwortet sich die Frage selbst: "Ich denke, sie müssen es schauen, weil es die Zukunft ist, neue Technologie gezeigt wird und es aufregend ist."

Ordentlich Anschnallen ist Pflicht!

An den Reaktionen der Fans kann der Formel-E-Boss auch ablesen, was sich die Zuseher noch wünschen würden und was sie eher ablehnen. Besonders der Fanboost wurde seit seiner Einführung immer wieder hinterfragt, doch Agag beharrt weiter auf dem Konzept - wie übrigens auch auf der Mindestzeit beim Boxenstopp, die unter Rennfans ebenfalls nicht unumstritten ist. Er selbst ist zwar auch kein Freund von dieser Regel, doch aus Sicherheitsgründen müsse diese Regel weiter bestehen.

Andererseits sei die Gefahr zu groß, dass man den Autowechsel nicht sorgfältig genug durchführt und im Kampf um die letzten Sekunden auch mal ein Risiko eingeht - was im Ernstfall schlimme Konsequenzen haben könnte, wie der Unfall von Nick Heidfeld in der letzten Kurve des Rennens beweist. "Wäre er dabei nicht ordnungsgemäß angeschnallt gewesen, dann wäre er vermutlich aus dem Cockpit geflogen", erklärt Agag. "Ich denke, es ist für die Fahrer notwendig, dass sie sich Zeit nehmen und sich ordentlich anschnallen."

Der Regen und die Formel E

Ein weiteres Thema, das Fans (irgendwie recht häufig) interessiert, sind die Möglichkeiten eines Regenrennens. In Peking zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, doch wie immer könnte eine nasse Piste dem Rennen zusätzlich Würze verleihen. Besonders auf engen Stadtkursen, wie sie die Formel E besucht, ist die Gefahr von Fehlern und Unfällen deutlich erhöht. Möchte man da überhaupt ein Regenrennen haben?

Agag lächelt: "Wir haben viele Tests im Regen gemacht, und ich denke, dass es spektakuläre Rennen geben könnte", sagt er. Sorgen macht er sich keine. Denn Michelin hat einen speziellen Allwetter-Reifen entwickelt, der bei allen Bedingungen funktionieren sollte. Zwar hat man bislang auf nassen Strecken bereits einiges an Testerfahrung sammeln können, doch Regen während eines ePrix wäre noch einmal eine andere Herausforderung: "Es wäre wirklich aufregend, wenn man diesen Reifen unter Druck im Regen erlebt", sagt Agag.

Und künstlich bewässern? "Wenn man ein nasses Rennen haben will, dann ist es am einfachsten, wenn man dorthin geht, wo es regnet", ergänzt der Seriengründer und macht den Regenfans schon Hoffnung auf den nächsten Lauf am 22. November. Dieser findet im malaysischen Putrajaya statt, wo es durchaus öfter zu Regenschauern kommt, wie die Formel 1 in Kuala Lumpur schon häufig genug feststellen musste. Und Agag weiß: "Wenn es in Malaysia regnen sollte, dann kommt manchmal sehr viel von oben. Dann könnten wir ein fantastisches Rennen, viele Überholmanöver und hoffentlich eine gute Show sehen."

Formel E - Punktestand nach Rennen 1
 1. Lucas di Grassi      Audi Sport Abt     25
 2. Franck Montagny      Andretti           18
 3. Sam Bird             Virgin Racing      15
 4. Charles Pic          Andretti           12
 5. Karun Chandhok       Mahindra Racing    10
 6. Jerome d' Ambrosio   Dragon Racing       8
 7. Oriol Servia         Dragon Racing       6
 8. Nelson Piquet        China Racing        4
 9. Nicolas Prost        e.dams Renault      3
10. Stephane Sarrazin    Venturi             2
 =. Takuma Sato          Amlin Aguri         2
12. Daniel Abt           Audi Abt Sport      1      

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