Le Mans Serie: Tests in Paul Ricard | 27.03.2007
Steigt Audi ein?
Neuigkeiten beim Test am HTTT: Die LMS verhandelt mit "einem Hersteller" - sehen wir heuer noch den Kampf Peugeot gegen Audi in der Le Mans Serie?
Am Rande der LMS-Tests in Paul Ricard gab der Serien-Chef Patrick Peter eine Pressekonferenz, in der es viel Positives zu berichten gab. Trotz zweier Rückzieher (darunter leider auch der österreichische Ferrari von Goldentime Racing mit Norbert Walchhofer) hält man bei 49 Nennungen, das bedeutet also ein ausreichend gefülltes Feld. Der Aufschwung in der vor einigen Jahren noch klinisch toten Sportwagen-Szene hält also an.
Neben diesen an sich schon erfreulichen Nachrichten deutete Peter an, man sei "in Verhandlungen mit einem Hersteller", der sich nach den 24 Stunden von Le Mans den Löwen von Peugeot als zweites Werksteam der LMS hinzugesellen könnte. Gleichzeitig fahren jenseits des Atlantiks die Seriensieger von Audi heuer ohne nennenswerte Konkurrenz und liegen sich obendrein mit der American Le Mans Series (ALMS) wegen des Reglements in den Haaren. Sitzt der Gesprächspartner der LMS demnach in Ingolstadt?
"Battle Royal" Peugeot gegen Audi?
Es wäre das Traumduell der Sportwagenfans: Die beiden aufwändigsten Werks-Projekte der letzten Jahre in einem direkten Vergleich. Der Peugeot 908 HDi FAP hat momentan zumindest laut Papierform als brandneues Auto noch die schlechteren Karten, bis Le Mans jedoch werden die Franzosen alles daran setzen, den Entwicklungsrückstand aufgeholt zu haben. Danach verblieben noch drei 1000-Kilometer-Rennen in Europa (Nürburgring, Spa und Silverstone) sowie das 1000-Meilen-Rennen in Interlagos für einen potentiell hochkarätigen Kampf der Werksteams. - Es gilt abzuwarten, wie sich diese Angelegenheit entwickelt.LMS-Tests: Peugeot voran, aber...
A propos Entwicklungsrückstand: Nicht unerwartet markierte ein 908 HDi die schnellste Zeit bei den beiden Testsessions auf dem High Tech Test Track von Le Castellet, aber die private Konkurrenz war nicht weit zurück. In drei der sechs Sessions war ein Peugeot am schnellsten, den Rest teilten Rollcentre Racing (Pescarolo-Judd) und das neue tschechische Charouz-Team (Lola B07/10-Judd) mit FIA-GT-Sieger Stefan Mücke untereinander auf. Bemerkenswert war vor allem der doch deutliche Topspeed-Mangel des 908, der offensichtlich noch nicht ganz ausgereift ist.In der LMP2-Klasse war der Radical SR9 des Teams Bruichladdich voran (der unaussprechliche Hauptsponsor ist übrigens eine schottische Whisky-Destillerie), bei den großen GT die beiden Saleen S7R des Teams Oreca von Altmeister Hugues de Chaunac. 35 Autos waren insgesamt anwesend, nicht dabei übrigens Norbert Siedler und sein Team Kruse Motorsport.
Zufriedenheit bei Richard Lietz
Ein anderer Österreicher hatte dafür in seiner Kategorie die Nase vorne: Porsche-Werksfahrer Richard Lietz im 996 GT3-RSR von IMSA Performance war in der GT2-Klasse am schnellsten. Richard Lietz: "Das Team konnte bei trockenem Wetter das gesamte Testprogramm abspulen. Wir absolvierten Longruns (auch bei Dunkelheit) und verglichen die verschiedenen Reifenmischungen.""Ich bin nach dem ersten Kontakt von der Professionalität des IMSA Matmut-Teams begeistert, auch die Zusammenarbeit mit meinem Teamkollegen Raymond Narac funktioniert sehr gut. Ich freue mich schon richtig auf den ersten Einsatz in drei Wochen beim 1000 km Rennen im Autodrom von Monza!" - Die Eindrücke des Niederösterreichers schlagen sich auch in den Ergebnislisten nieder: Der Neuling im Porsche-Werksfahrer-Kader war von Anfang an in der GT2-Klasse ganz vorne dabei.
Das deutsch-österreichische Team Proton-Felbermayer mit Lietz’ Kollegen Marc Lieb und dem Franzosen Xavier Pompidou im neuen 997er reihte sich in der Gesamt-Zeitenliste auf Platz 3 der Klasse ein, auch hier ist man also gut aufgestellt für die Saison 2007.