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"Und plötzlich lag Stohl vor mir am Dach..."

Der Sieger der Pirelli-Lavanttal-Rallye über den Überschlag zu Beginn des 2. Tages, den Rückstand auf der 1. Etappe und vieles mehr.

Raphael Sperrer feierte vergangenes Wochenende bei Pirelli-Lavanttal-Rallye seinen ersten Saisonsieg, im Interview mit motorsport.at verriet der WRC-Pilot noch einige interessante Details.

Nachdem der Überschlag von Manfred Stohl und dir sicher zu den turbulentesten Momenten der Rallye zählte, möchte ich dich noch einmal um den Unfallhergang aus deiner Sicht befragen.

Vorweg möchte ich einmal festhalten, dass wir um die vereiste Stelle bestens Bescheid wussten, Per Carlsson hatte die Stelle in seinem Schrieb und mich kurz vorher nochmals vor dem Eis gewarnt. Ich habe daraufhin Tempo weggenommen, kurz darauf sah ich Manfreds Auto bereits quer über die Fahrbahn liegen. Dann lief eigentlich alles wie in Zeitlupe – man kann das vermutlich damit vergleichen, wie wenn einem auf der Autobahn nach einer Kurve plötzlich ein Hindernis den Weg versperrt.

Ich hab versucht, über die Böschung auszuweichen, die allerdings leider sehr steil war. Zudem wurde mir ein Felsen zum Verhängnis, der mich dann so richtig weggekickt hat. Ich hatte zu dem Zeitpunkt ca. 60 km/h drauf und kam noch vor Manfreds Auto zum Liegen. Das beweist, dass ich vorsichtiger in die eisige Stelle eingefahren bin.

Du hast dich bei dem Unfall an der Hand verletzt, was ist genau passiert?

Ich habe einen Schlag vom Lenkrad bekommen und mir den rechten Daumen ausgekegelt. Ich bin dann unter großen Schmerzen weitergefahren. Nach der Rallye war ich zum Röntgen im Krankenhaus, Gott sei Dank ist aber nichts gebrochen.

Was ist am Auto alles kaputt gegangen?

In Summe doch so einiges, ich schätze den Schaden auf rund 50.000,- Euro, das tut natürlich weh. Besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle unseren Mechanikern aussprechen, die einmal mehr einen tollen Job gemacht haben, das Auto war wie immer top vorbereitet.

Noch einmal zurück zum 1. Tag, was war ausschlaggebend für deinen Rückstand auf Manfred Stohl?

Wir haben uns schlicht und einfach mit dem Wetter verkalkuliert, als es noch trocken war, sind wir eine weiche Mischung gefahren, wie schließlich das Regenchaos begann, fuhren wir mit der harten Reifen-Mischung wie auf rohen Eiern. Leider haben wir einige neue Reifenmischungen, mit denen uns aber mangels der Tests die Erfahrung fehlt, umso schwieriger ist es daher, ein gutes Setup zu finden.

Nachdem es heuer keine Streichresultate gibt, ist der Vorsprung von 15 Zählern ganz beträchtlich, reicht das, um sich etwas auszuruhen?

Man darf sich jetzt nicht in Sicherheit wiegen, wenngleich der Polster nun einigermaßen beruhigend ist. Allerdings kann es im Sport relativ schnell gehen und das Blatt sich wenden, man muss auf der Hut sein. Ich werde daher bei den kommenden Rallyes auch nicht auf Platz zwei abzielen, denn was ich mir jetzt erarbeite, kann mir niemand mehr nehmen.

Noch ein kurzer Ausblick auf die nun folgende Heimrallye?

Ich freue mich natürlich besonders darauf, vor meinem Heimpublikum zu fahren, wenngleich der Druck dadurch noch größer wird. Vielleicht können wir vorher doch noch kurz testen, weiters hoffe ich, dass sich das Wetter einigermaßen beruhigt hat und unsere Michelins noch besser laufen. Man darf nicht vergessen, dass Manfred auf Werks-Reifen fährt, ich aber nur auf Semi-Werks-Material.

Also kein echter Heimvorteil?

Nicht wirklich, die Streckenführung ist schließlich kein großes Geheimnis, einen Vorteil habe ich dadurch nicht. Und zudem bin ich auch noch etwas in die Organisation eingebunden, es wird also ziemlich stressig.

Soundfile Raphael Sperrer

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