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Neuer Mercedes GLS - erster Test

Fliegender Teppich

Der neue Mercedes GLS tritt in der Oberklasse der SUV an. Mit 5,21 Metern Länge und jeder Menge Luxus - sogar ein "Kaminfeuer" gibt es im Cockpit.

mid/rubö

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Der Mercedes GLS wird in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama gebaut. Macht Sinn, denn dort ist auch der Haupt-Absatzmarkt für das seit seiner Markteinführung mehr als 550.000 Mal verkaufte SUV. Jede Menge Auto und jede Menge Umsatz. Denn der neue GLS ist eine echte Wuchtbrumme - auch beim Preis.

Schon die Basisvariante 350 d kostet in Österreich 103.030 Euro (Deutschland: 85.924 Euro). Deshalb soll der GLS auch nichts weniger sein als die S-Klasse unter den SUV. Und man hat alles reingepackt, was im Technikregal gut, teuer und vor allem neu ist.

Das fängt bei den Reifen an: Erstmalig gibt es nämlich 23-Zöller. Das geht weiter bis zu den LED-Scheinwerfern (112 Stück auf jeder Seite), die bis zu einer Länge von 650 Metern die Nacht taghell erleuchten. Und dann erst das ganz neue Spitzentriebwerk. Der V8-Biturbo im GLS 580 4Matic ist mit einem 48-Volt-Bordnetz und einem Startergenerator ausgestattet, der zusätzliche 22 PS und 250 Nm freimacht.

Zusammen mit den vorhandenen 700 Nm geht das tonnenschwere Gerät damit ab wie ein Sportwagen. 5,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Urgewalt kombiniert mit der Kultiviertheit eines Achtzylinders - was die Ingenieure hier erschaffen haben, macht einfach Spaß. Selten hat man einen SUV mit so viel Leichtigkeit und Grandezza bewegt. Das ist schon mehr ein fliegender Teppich als ein Auto.

Bei dem neuen Mildhybrid-Antrieb geht es aber nicht allein um Leistung, sondern auch um den Verbrauch. Durch die Segelfunktion und das teilweise Abschalten der Zylinder pendelt sich der Durst laut Norm bei 9,8 Litern ein. Was auch in der Realität möglich ist, allerdings ist die Verführung schon sehr groß, die mit E-Boost 511 Pferdestärken viel zu oft gemeinsam auf die Straße zu schicken. Natürlich bietet Mercedes auch Sechszylinder-Diesel-Maschinen an: Den 350d mit 272 PS und den 400d mit 330 PS. Hier wird die erst ab 2020 erforderliche Schadstoffnorm 6d schon erfüllt, die Norm-Verbräuche liegen bei jeweils 7,6 Litern.

Weil die Passagiere in dem 5,21 Meter langen Auto (Radstand 3,14 Meter) schon relativ weit auseinander sitzen, besteht die Gefahr, dass Fahrer und Beifahrer bei hohen Geschwindigkeiten die Mitfahrer in der letzten Reihe nicht mehr verstehen. Im optionalen Soundsystem von Burmester gibt es deshalb eine eingebaute Sprachverstärkung über die Lautsprecher, sodass man das Gefühl hat, direkt nebeneinander zu sitzen.

Apropos Sitzen. Das ist dank der serienmäßigen Luftfederung schon grundsätzlich mehr ein Schweben. Wer dann noch ein paar Tausender mehr locker machen kann, sollte sich auf jeden Fall den Komfort der E-Active Body Control gönnen.

Wie schon beim kleineren Schwestermodell, dem Mercedes GLE, können die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad individuell geregelt werden. In Millisekundenschnelle werden so alle Bodenwellen, Unebenheiten auf dem Asphalt, ja sogar kleine Schlaglöcher weggebügelt.

Und auch in der zweiten Reihe darf man sich jetzt wie in der ersten fühlen. Erstmalig gibt es Einzelsitze, die mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet sind, wie etwa der Massagefunktion. Alles kann bequem mit einem 7-Zoll-Tablet gesteuert werden, das in der Mittelarmlehne untergebracht ist.

Von hier aus lässt sich auch die 5-Zonen-Klimaanlage für das ganze Auto bedienen, Navidaten abrufen oder man stellt die zahlreichen Unterhaltungsfunktionen des MBUX ein, die auf den zusätzlichen zwei 11,6-Zoll großen Bildschirmen abrufbar sind. Internet, TV, Social Media. Rekordverdächtig ist auch die Zahl der USB-Anschlüsse. Elf gibt es davon - wenn nicht jeder zwei Handys auf die Reise mitnimmt, dann reicht das locker.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Kaminfeuer. Natürlich nur auf dem großen Zentralbildschirm. Es ist Bestandteil des so genannten Energizing Komfort-Programms. Um Fahrer und Beifahrer auf langen Strecken zu entlasten, werden spezielle Lichtstimmungen im Auto und auf dem Bildschirm erzeugt. Kombiniert mit einer speziellen Musik und der entsprechenden Massage sollen Körper und Geist entspannt und revitalisiert werden.

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