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Neuer Nissan Navara - erster Test

Kraftprotz mit Köpfchen

Ladefläche, Zuladung, Anhängelast. Die klassischen Pick-up-Tugeden beherrscht der neue Nissan Navara ebenso wie Luxus und SUV-Feeling.

mid/rs

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In den klassischen Disziplinen gibt sich der neue Nissan Navara keinerlei Blöße: Die Ladepritsche ist riesig und funktional gestaltet, und mit 972 kg Zuladung sowie 3,5 Tonnen Zugkraft qualifiziert sich der neue Navara als Primus in der beliebten Klasse der Ein-Tonnen-Pick-ups.

Zu haben ist Nissans zwölfte Pickup-Generation mit 120 kW/163 PS oder 140 kW/190 PS starkem Dieselmotor ab sofort zu Preisen ab 23.675 Euro (Deutschland: 21.088 Euro) - wahlweise als 2+2-Sitzer King Cab oder größerer Double Cab, mit Front- oder Allradantrieb sowie mit Sechsgang-Handschaltung oder Siebenstufen-Automatik.

Der Kastenrahmen des Navara ist robust, der optionale Allradantrieb zuschaltbar und der gefahrene 2,3-Liter-Twinturbo-Diesel mit 190 PS sehr bullig und dennoch spritzig. Vor allem dank den maximal 450 Nm Drehmoment, die bereits zwischen 1.500 und 2.500/min bereit stehen, wühlt er sich jederzeit souverän durchs Gelände.

Wie die Testfahrten im anspruchsvollen Offroad-Park Nürburgring zeigen, klettert der neue Nissan-Pickup sogar mit Standgas schier unaufhaltsam eine 53-prozentige Steigung hoch. Auch 60 cm Wattiefe oder die befahrbare Schräge von 50 Grad sind imposante Werte, die der Allround-Japaner unter anderem mit nur 12,4 Meter Wendekreis und auffallend niedrigem Geräuschniveau im Innenraum kombiniert.

Kraftvollen Antrieb ist man von einem Ein-Tonnen-Pickup gewohnt. Aber der neue Navara kombiniert typische mit unerwarteten Tugenden. Zum Beispiel einem "Around View Monitor" für perfekte Rundumsicht auf dem Bildschirm oder einem autonomen Notbrems-Assistenten.

Alles andere als spärlich für einen Pick-up ist die Serienausstattung des Nissan Navara. Unter anderem mit an Bord sind die einzige Mehrlenker-Hinterachse samt Schraubenfedern dieser Klasse (nur Double Cab), sieben Airbags, elektrisch einstell- und heizbare Außenspiegel, Sitzheizung und elektrische Fensterheber vorne sowie eine Radio-CD-Kombi mit Bluetooth und USB-Eingang.

Die populäre und beim Erstkontakt gefahrene "N-CONNECTA"-Ausstattung beinhaltet außerdem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, seitliche Trittbretter, ab B-Säule verdunkelte Scheiben, Nebelscheinwerfer mit Chrom-Einfassung, eine Rückfahrkamera und ein Lederlenkrad.

All das macht den Navara noch geeigneter für den immer gefragteren Einsatz als Lifestyle-Fahrzeug - etwa zum Transport von Quads oder Motorrädern.

Diese Einsätze bringen reichlich Fahrkilometer. Und gerade auf der Langstrecke gibt sich der Navara angenehm leise und komfortabel. Umfang und Qualität der Innenausstattung erinnern eher an ein SUV als ein Nutzfahrzeug für Dachdecker oder Förster.

Kritik ist im Detail zu üben - etwa wegen des etwas tief platzierten Lenkrades. Die Sitze könnten stärker konturiert sein, bieten allerdings hohen Komfort für den Rücken. Die Rundumsicht ist sehr gut, auch zur Ladefläche hin.

Dennoch ist der Fahrer um die 360 Grad-Kameras froh, wenn er im Gelände vor extremem Gefälle oder auf steilen Hügeln völlig die Übersicht verlieren würde - hier ist der bis 10 km/h aktive Monitor Gold wert.

Zugute kommt Nissan beim neuen Navara sein reicher Erfahrungsschatz in dieser exotischen Fahrzeugklasse: Bereits 1935 bauten die Japaner ihren ersten Pick-up. Heute hat Nissan 14 Millionen Pick-up-Kunden in mehr als 180 Ländern.

Falls es dank des neuen Navara schnell wesentlich mehr werden, könnte dies auch an der bei Nutzfahrzeugen einzigartigen Serviceleistung liegen: Auf den neuen Navara gewährt Nissan eine Garantie über fünf Jahre oder bis zu 160.000 Kilometer Laufleistung.

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