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City-SUV VW T-Roc - erster Test VW T-Roc 2017

Kleiner Rockstar

Mit dem T-Roc baut VW seine SUV-Angebotspalette weiter aus - diesmal nach unten. Der hübsche Offroader auf Golf-Basis ist ab 21.490 Euro erhältlich.

Georg Koman; mid/rhu

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Jedes dritte weltweit neu verkaufte Auto ist ein SUV - und die Tendenz ist steigend. Bei VW setzt man voll auf diesen Trend und will dabei auch gleich noch an die Altersstruktur der Käufer gedacht haben.

"Volkswagen wird jünger", so Markenvorstand Herbert Diess. Zum Beweis zeigt er auf den T-Roc, der ab November den Markt der kompakten SUV ordentlich aufmischen soll.

Interessant, an sich ist die neue Generation von City-SUV (Länge um die 4,20 Meter) besonders bei Kunden "im besten Alter" beliebt. Weil man aufgrund der Sitzhöhe angenehm ein- und aussteigt, und weil ein großes Platzangebot bei ihnen nicht mehr oberstes Gebot ist.

So oder so: Der Neue im Reigen der Sport Utility Vehicles vom Schlage eines Skoda Karoq, Kia Stonic, Hyundai Kona oder Seat Ateca zeigt auf 4,23 Meter Länge eine kräftige Portion Charme und überrascht mit einem vergleichsweise großen Platzangebot.

Der T-Roc steht auf derselben MBQ-A-Plattform wie der Golf, bedient sich aus dem selben Motorenregal und nutzt auch die sonstige Technik und Ausstattung des Bestsellers. Allerdings verbreiten das Box-Design und die aufrechtere und höhere Sitzposition das angesagte SUV-Gefühl, die Proportionen erinnern stark an den technisch ebenfalls eng verwandten Audi Q2.

Die Vornesitzenden können sich nicht über Platzmangel beschweren. Auf der Rückbank wird es allerdings ein wenig eng für die Knie, wenn vorne ausgewachsene Zeitgenossen Platz genommen haben. Gute Noten fährt wiederum der Kofferraum ein, der mit 445 Liter Volumen bei voller Fünfer-Bestuhlung knapp 100 Liter mehr bietet als der Golf. Werden die Rücksitzlehnen umgeklappt, entsteht eine stufenlose, aber leicht nach oben geneigte Staufläche mit 1.237 Litern. Eine respektable Größe.

Der T-Roc richtet sich also an junge und jung gebliebene Käufer, deswegen ist er auch kräftig individualisierbar. Es gibt elf zum Teil ziemlich auffällige Außen- und vier Dachfarben, insgesamt sind 24 Kombinationen möglich.

Auch der Innenraum ist in der Ausstattungsversion "Design" (Deutschland: "Style") auf Wunsch recht bunt, Armaturenbrett, Einfassungen und Sitze lassen sich in der jeweiligen Außenfarbe ordern, das ist nach VW-Maßstäben fast schon avantgardistisch poppig.

Optional holt VW jetzt auch das digitale Cockpit in die Klasse der kompakten SUV, die Vernetzungs- und Infotainment-Angebote im T-Roc sind auf dem aktuellsten Stand und auch die Ausstattung mit Assistenzsystemen belegt die Demokratisierung dieser Helfer für mehr Sicherheit, also ihren Siegeszug aus den großen in die immer kleineren Baureihen.

Vom Frontassistenten mit Fußgängererkennung über den Spurverlassens- und den Toter Winkel-Warner, den Auspark-Helfer oder der automatischen Distanzregelung bis zum Stau- und Notfall-Assistenten - alles teils serienmäßig, teils optional im Angebot.

Und auch an Feinheiten wie die induktive Handy-Lademöglichkeit oder die Möglichkeit, persönliche Einstellungen per Schlüssel zu programmieren, haben die Techniker gedacht. Nicht wirklich überraschend: Die netten Zutaten kosten fast durchgehend Aufpreis.

Die wichtigste Frage bei einem neuen Auto lautet natürlich: Wie fährt es sich? Bei den ersten Runden mit dem 150 PS-TDI präsentierte sich der T-Roc vom Start weg als echter VW. Leicht zu bedienen, solide bis ins Detail, agil, flink und stabil, mit gutem Geradeauslauf und einer Extra-Portion Fahrspaß in schnellen, engen Kurven. Der Verbrauch bewegte sich bei flotter Fahrweise um die sechs Liter pro 100 Kilometer. Deutliche Erkenntnis: Mehr Leistung muss eigentlich nicht sein.

Auffallend ist, wie deutlich sich die Versionen "Design" und "Sport" unterscheiden. Erstere gibt den flinken Komfort-Flitzer, das Fahrwerk steckt auch üble Unebenheiten beeindruckend geschmeidig weg, der Komfortlevel ist in Relation zur überschaubaren Länge und dem Radstand von 2,59 Metern beeindruckend hoch.

Der "Sport" (derzeit nur beim 150-PS-TDI) ist dagegen deutlich straffer, gibt die Rückmeldungen von der Straße wesentlich weniger gedämpft weiter. Dass er sich noch einen Tick knackiger ums Eck jagen lässt als sein "Design"-Bruder, ist die andere Seite der Medaille. Das beste aus beiden Welten kann man sich auch holen: Durch Zukauf der adaptiven Fahrwerksregelung DCC inklusive Fahrprofilauswahl um rund 1.300 Euro.

Zum Start im November bietet VW den Neuen zunächst mit einem 115 PS starken Benziner und mit einem 150 PS-TDI an. Im November 2017 folgt der Benziner mit Zylinderabschaltung und 150 PS, im März 2018 der Diesel mit 115 PS.

Während die 115-PS-Motoren jeweils an Frontantrieb und Handschaltung gekoppelt sind, hat man bei den 150-PS-Varianten künftig die Wahl zwischen den verschiedenen Antriebs- und Getriebe-Arten.

"Der T-Roc ist weit unter dem Tiguan eingepreist", sortiert ein VW-Sprecher die finanziellen Belastungen für künftige Käufer ein. Stimmt. So ist der Basis-T-Roc als 115 PS-TSI mit Sechsganggetriebe in Österreich ab 21.490 Euro (Deutschland: 20.390 Euro) zu haben. Beim 150 PS-TDI mit Allrad und DSG als "Design" (D: "Style") stehen mindestens 33.670 Euro (D: 31.825 Euro) in der Preisliste.

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