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Kia Sportage 1.6 CRDi 2WD Titan - im Test Kia Sportage 2019

Feines Facelift

Nach dem jüngsten Facelift wirkt die seit 2015 von Kia gebaute vierte Sportage-Generation frischer und jugendlicher. 116-PS-Diesel im Test.

Ralf Schütze/mid

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In Hollywood steht man höchst selten dazu, Kia hingegen hat kein Problem damit: ein Facelift. Die Koreaner geben das Aufpolieren ihres Kompakt-SUV Sportage ganz offen zu und versuchen auch nicht andererseits, es als echte Neuheit zu tarnen.

Und während es unter Hollywood-Stars genügend Beispiele für weniger gelungene Facelifts gibt, steht dem koreanischen Allrounder die Auffrischung auch noch richtig gut. Wir testen den besonders sparsamen Diesel im Kia Sportage 1.6 CRDi 2WD mit 116 PS.

Kia hat's mittlerweile wirklich raus: Man fühlt sich gleich rundum wohl im Sportage. Alles ist da, wo man es vermutet, die Bedienung im Einzelnen ist logisch. Man ertastet reichlich Soft Touch-Material. Allerdings ist es nicht ganz so hochwertig, wie im deutlich jüngeren Kompakt-Pkw Ceed. Kratzt man daran, klingt das fast wie strukturierter Hart-Kunststoff, obwohl das Material durchaus so etwas wie semi-soft ist. Und tatsächlich trifft man bei weiterem Umhertasten auch auf richtiges Hartplastik. Dennoch kann der praktische und schicke Koreaner mit der Konkurrenz weitgehend mithalten, wenn es um die Qualität im Interieur geht.

Das gilt besonders für die Sitze: Sie bieten guten Halt und Komfort. Auf allen fünf Plätzen genießt man außerdem mehr als genug Bein-, Kopf- und Schulterfreiheit. Nach oben war nicht immer genug Platz im Sportage, der in der dritten Generation (2010 bis 2015) zwar bereits schnittig und dynamisch designt war, jedoch mit Kopffreiheit geizte.

Heute ist nur noch, ähnlich wie im Ceed, die Oberkante der Windschutzscheibe relativ niedrig. Das ist aber nur für Menschen über 1,90 Meter ein Problemchen, wenn sie ganz vorne an der Ampel stehen, und diese deshalb nicht sehen. Insgesamt glänzt der Kia Sportage vor allem mit SUV-typischen Vorzügen wie leichtem Ein- und Ausstieg, guter Übersicht nach vorne und zur Seite sowie viel Platz im Innenraum.

Nicht mehr taufrische Technik erkennt man beim seit 2015 gebauten Kia Sportage weiterhin an einigen Stellen, also auch nach dem aktuellen Facelift. Dazu gehört - jedenfallsin der getesteten Basisausstattung "Titan" - der heutzutage schon ungewöhnliche Zündschlüssel, den man doch tatsächlich in ein Zündschloss stecken und zum Starten umdrehen muss, anstatt ihn in der Jackentasche zu behalten und nur einen Startknopf drücken zu müssen.

Nicht ganz up to date ist auch der relativ kleine, aber wenigstens gut ablesbare Touchscreen (sieben Zoll Serie, acht Zoll gegen Aufpreis). Die Verbindung mit Apple Car Play oder Android klappt tadellos. Auf Wunsch gilt das auch für den schnellen Wechsel zwischen dem Navigationssystem des Autos und dem des Smartphones - das funktioniert nicht bei allen Marken und Modellen so reibungslos. Alles in allem haben sich im Innenraum nur Details geändert. Das Gesamtbild wirkt solide und harmonisch.

Im Außendesign erkennt man das Facelift an dezenten Änderungen wie einer neuen Frontschürze unter Kias markentypischem Tigernasen-Grill. Am Heck verbindet jetzt statt einer Chromspange ein Leuchtenband die beiden Rücklichter, die breiter geworden sind. Die Sportage-typische Fensterlinie mit relativ breiten C-Säulen am Heck schränkt weiterhin die Sicht nach schräg hinten ein. Aber eine Rückfahrkamera weist jetzt serienmäßig beim Rangieren den Weg.

Der neue 1,6-Liter-Diesel im Kia Sportage 1.6 CRDi ersetzt den bisherigen 1,7-Liter-Diesel und ist für alle Alltagsaufgaben bestens gerüstet - mit 85 kW/116 PS Leistung und 280 Nm Drehmoment, das schon zwischen 1.500 und 2.750 U/min ordentlich Druck macht. Der Vierzylinder ist durchzugsstark und angenehm leise.

Dahinter steckt auch gute Geräuschdämmung, denn am Motorgeräusch ist der Selbstzünder kaum als solcher zu erkennen. Eher am geringen Verbrauch: Bewegt man sich auf der Autobahn längerfristig mit 130 km/h, verlassen 6,4 l/100 km den 62 Liter-Tank, was einer Reichweite von 968 km entspricht. Der gesamte Testverbrauch pendelte sich bei 6,1 l ein - eine typische und vertretbare Überschreitung des Normverbrauchs (4,8 l).

Der Knüppel der Sechsgang-Handschaltung ist angenehm hoch platziert. Eine gute Abstufung trägt zusammen mit dem durchzugsstarken Dieselmotor dazu bei, dass man bei rund 1.500 U/min im 5. Gang mit 60 km/h nicht nur konstant dahincruisen kann, sondern aus diesem Zustand heraus auch gut beschleunigen. Der 6. Gang hingegen ist ein reiner Overdrive für sparsames Konstant-Tempo. Bei den Assistenzsystemen hat Kia zum Sportage-Facelift eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-go-Funktion (bekannt aus dem Kia Ceed) sowie einen Müdigkeitswarner nachschoben.

Mit Handschaltung und Vorderradantrieb ist der Kia Sportage preislich besonders interessant und lässt an moderner Ausstattung nichts vermissen, was man unbedingt haben muss. Bei seinem überzeugenden Gesamteindruck kann man dem Sportage ein paar kleine Alterserscheinungen getrost nachsehen - so etwas geschieht immer mal wieder - sogar in Hollywood.

Fünftüriger, fünfsitziger Kompakt-SUV, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4.485/1.855/1.1.645/2.670 mm, Leergewicht: 1.504 kg, zul. Gesamtgewicht: 2.120 kg, max. Zuladung: 544 kg, max. Anhängelast gebremst/ungebremst 1.400/750 kg, Kofferraumvolumen: 480-1.469 l, Tankinhalt: 62 l.
Motor: Reihenvierzylinder-Diesel, Hubraum: 1.598 ccm, Leistung: 85 kW/116 PS bei 4.000 U/min, max. Drehmoment: 280 Nm bei 1.500-2.750 U/min, Sechsgang-Handschaltung, 0-100 km/h: 11,8 s, Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h, Vorderradantrieb, Normverbrauch: 4,8 l pro 100 km, CO2-Emission: 126 g/km, Schadstoffklasse: Euro 6d-Temp.
Österreich-Preis: 28.190 Euro (Deutschland: 24.990 Euro, Ausstattung "Edition 7").

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